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THW Kiel Bonjour, Bundesliga-Alltag!
Sport THW Kiel Bonjour, Bundesliga-Alltag!
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07:00 27.09.2016
Von Tamo Schwarz
Matchwinner gegen Paris: Christian Zeitz ließ Superstar Mikkel Hansen (rechts) und Uwe Gensheimer einige Male schlecht aussehen. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

 „Das wird nicht mit links gehen“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason. „Das Schwierigste wird sein, die richtige Einstellung zu finden und sich schnell wieder auf die Bundesliga zu konzentrieren.“ Eigentlich hätte der 57-jährige Isländer am Sonntag nach dem 28:27 gegen PSG so richtig gut schlafen müssen. Doch weit gefehlt! „Nein nein, ich habe mich gleich um das Videostudium gekümmert und war noch lange wach“, so Gislason, der ankündigt, aufgrund des Kraftaktes mit zwei Spielen in drei Tagen „weiter rotieren“ zu wollen.

 Rotation mit einer Pflichtaufgabe vor Augen: gegen den Tabellen-18. (1:9 Punkte), der nicht mehr als ein Remis gegen Aufsteiger Minden vorzuweisen hat. Und mit einem berauschenden Champions-League-Abend im Gefühl. Ein Abend, der Alfred Gislason „sehr sehr stolz“ macht. Ein Abend mit einer „unglaublichen Atmosphäre“, schwärmt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. „Wichtiger als die zwei Punkte war das Erlebnis. Die Spieler und das Publikum haben gemerkt, was hier geht.“ Auch Gislason. registrierte die „riesige Stimmung in der Halle“ und den Schub, den seine Mannschaft auf europäischer Ebene bekommen hat: „Das bringt uns jetzt richtig viel Wind in die Segel.“

 THW-Keeper Andreas Wolff, ansonsten nicht für übertriebene Bescheidenheit bekannt, möchte lieber – Achtung! – „die Kirche im Dorf lassen“. Die Kieler Nummer 77 spricht nach ihrem Champions-League-Debüt von einem „großartigen Gefühl“, von „Anspannung und Aufregung“ und einem ganz besonderen Kick: „Die Zuschauer haben noch einmal eine Schippe draufgelegt, uns zum Sieg gepeitscht, das hat sich super angefühlt.“ Besonders die Leistung von Routinier Christian Zeitz, der 27 Sekunden vor dem Ende den Siegtreffer erzielte, kann Wolff gar nicht hoch genug bewerten: „Er hat uns sehr geholfen, auch noch den letzten Ball geblockt.“

Andere Voraussetzungen

 Umschalten: Vom Zeitz-Adrenalinschub auf den Bundesliga-Alltag und die „Gallier von der Alb“ aus Balingen, die den Zebras in der vergangenen Saison im April immerhin einen 22:22-Stich versetzten. Doch mittlerweile sind die Voraussetzungen andere, haben sich die HBW-Handballer aus dem Zollernalbkreis einen Fehlstart in die Saison und mit dem 20:31 bei den Füchsen eine völlig verpatzte Generalprobe geleistet, auch wenn Ex-Zebra Davor Dominikovic und Co. bis Mitte der zweiten Halbzeit in Berlin gut mitspielten. Kein Wunder, dass Balingens neuer Trainer Rúnar Sigtryggsson vor dem Spiel in Kiel „mehr von fast allen Positionen“ fordert. Dass das Spiel in Berlin noch nicht abgehakt sei, macht auch Nationalspieler Martin Strobel deutlich: „Wenn man in Berlin nach 40 Minuten mit zwei Toren zurückliegt, darf man am Ende nicht mit diesem Ergebnis aus der Halle laufen. Das gilt es aufzuarbeiten.“

 Eine Aufarbeitung, an der sich die ehemalige HSV-Ikone Pascal Hens (Faserriss in der Bauchmuskulatur) – HBW-Neuzugang vor der Saison – und Sascha Ilitsch (Knieprobleme) nicht beteiligen werden, so dass gleich beide Halblinke den kuriosen Weg an die Förde nicht mit angetreten sind. Die Balinger haben den Weg nicht von Berlin aus eingeschlagen, sondern erst einen Mini-Zwischenstopp in der Heimat eingelegt.

 Nach den Abgängen von Fabian Böhm (Hannover), Christoph Theuerkauf (Lemgo) und Olivier Nyokas (Nantes) präsentieren sich die Baden-Württemberger mit einem neuen Gesicht und einer „Hamburger Achse“, denn zu Dominikovic gesellte sich neben „Pommes“ Hens auch Rückraum-Spieler Matthias Flohr (zuvor Skjern Handbold/Dänemark). Sigtryggsson weiß dennoch: „Es ging von Anfang an gegen den Abstieg.“

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