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THW Kiel THW Kiel: Mit Rückenwind auf Reisen
Sport THW Kiel THW Kiel: Mit Rückenwind auf Reisen
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07:52 27.03.2016
Von Tamo Schwarz
Halb Mensch, halb Krake: Am Mittwoch entschärfte Niklas Landin vier Siebenmeter (li.), danach gab’s eine Sonderumarmung von Domagoj Duvnjak (re.). Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Der Held des Achtelfinal-Sieges gegen Pick Szeged am Mittwoch wollte eigentlich früh ins Bett. Das klappte nicht. Niklas Landin, Torwart des THW Kiel, konnte nicht einschlafen. Der 27-jährige Däne war der überragende Matchwinner beim 36:29 gegen die Ungarn. Nach einer schlaflosen Nacht geht’s für die Zebras vor der erneuten Länderspielpause mit einem Bundesliga-Intermezzo bei der TSV Hannover-Burgdorf weiter (Sonntag, 15 Uhr). Das Oster-Spektakel wurde wegen der großen Nachfrage von den Hannoveraner „Recken“ von der Swiss-Life-Hall in die 10000 Zuschauer fassende Tui-Arena auf dem Expo-Gelände verlegt. Am Freitag waren bereits 9500 Tickets verkauft.

Den Schalter umlegen

„Einzuschlafen ist nach einem so großen Spiel schwer“, sagte Landin am Freitag. Halb Mensch, halb Krake – das handballerische Vokabular erweist sich beim Versuch, Landins Auftritt am Mittwoch zu beschreiben, schnell als erschöpflich. Drei Siebenmeter, zwei freie Würfe und einen Tempogegenstoß von Niko Mindegia schickte Kiels Gehäuse-Gigant in den Schlussminuten kommentarlos an den Empfänger zurück, um nach dem Abpfiff cool anzukündigen, dass er früh ins Bett müsse. Zwischen 6 und 6.30 Uhr werde der kleine Pelle (1) schließlich wach. Daraus wurde dann bekanntlich nichts bei dem Keeper, der laut seines schwedischen Mitspielers Niclas Ekberg „den Unterschied ausmachte“. Auch der Kieler Rechtsaußen suchte bei seiner Lobhudelei nach passenden Worten: „Was Niklas da hinten gemacht hat, habe ich noch nie erlebt.“

Jetzt heißt es: Schalter umlegen auf Bundesliga-Alltag. „Das wird nicht schwer“, sagt Landin, für den der Rückstand auf die Rhein-Neckar Löwen derzeit „noch keine große Rolle“ spiele. Dem Spielplan sei Dank, haben die Mannheimer (42:6 Punkte; +144 Tore) zwischenzeitlich zwei Partien in der Bundesliga vorgelegt, gegenüber dem THW (38:6 Punkte; +115 Tore) ein Polster von 29 Toren angehäuft. Und auch wenn Alfred Gislason die nun beginnende Torhatz nüchtern zur Kenntnis nimmt („Das ist die Realität“), warnt der THW-Coach vor dem Auftritt am Ostersonntag: „Es ist ein zweischneidiges Schwert. Die Löwen haben ein leichteres Restprogramm und sind 29 Tore im Vorteil, da müssen wir etwas tun. Aber erst einmal müssen wir nach Hannover fahren, um gegen Burgdorf zu gewinnen. Die sind heim- und deckungsstark, vergangene Saison lagen wir dort mit sieben Toren zurück.“ Erst zweimal musste die TSV in dieser Saison in eigener Halle die Punkte hergeben (Löwen, Leipzig).

"Der Gegner ist übermächtig"

Auch im ersten Heimspiel des THW in dieser Saison hielten die „Recken“ lange mit, führten mit 23:19 (45.) und 27:26 (52.), werden am Sonntag allerdings mit einem veränderten Gesicht auflaufen. Europameister Kai Häfner (Mittelhandbruch) wird definitiv fehlen. Hinter dem Einsatz des zweiten Europameisters Erik Schmidt (Knochenprellung im Knie) steht ebenso noch ein Fragezeichen wie hinter Spielmacher Morten Olsen (Muskelfaserriss), der im Hinspiel in Kiel zehn Tore erzielte. Doch Hannovers Alternativen können sich sehen lassen: Im Winter kam der dänische National-Linksaußen Casper Mortensen vom insolventen HSV, und auch der Norweger Joakim Hykkerud (Kreis) und der Isländer Runar Karason (Rückraum rechts) zeigten zuletzt starke Leistungen. „Der Gegner ist übermächtig“, sagt TSV-Trainer Jens Bürkle dennoch.

Sein Kieler Pendant Alfred Gislason erhofft sich Bundesliga-„Rückenwind“ vom famosen Szeged-Triumph am Mittwoch. „Ich bin sehr optimistisch. Mit Christian Dissinger und Blazenko Lackovic haben wir jetzt schon mehr Möglichkeiten in unserem Spiel. Und ich hoffe, dass in drei bis vier Wochen auch Steffen Weinhold und Patrick Wiencek wieder bei uns sind.“ Gute Nachrichten aus dem Zebra-Lazarett.

So wie der THW Kiel ein Handball-Riese ist, so darf man von einem Wirtschafts-Riesen sprechen, den der Rekordmeister als neuen Hauptsponsor gewonnen hat. Denn hinter der Tankstellenmarke Star unter dem Dach der Orlen Deutschland GmbH (Elmshorn) steht einer der größten Konzerne Osteuropas. 

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