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THW Kiel "Auch dreckige Siege gehören dazu"
Sport THW Kiel "Auch dreckige Siege gehören dazu"
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18:33 18.11.2019
Von Merle Schaack
TV-Experte und Marketing-Geschäftsführer beim Bayerischen Handball-Verband: Ex-Zebra Dominik Klein (links, hier mit ARD-Moderator Alexander Bommes). Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Vor eineinhalb Jahren beendete Dominik Klein (35) seine aktive Handball-Karriere, am Sonntag gab er sein NDR-Experten-Debüt im Kieler Handball-Tempel, in dem er selbst von 2006 bis 2016 im THW-Trikot viele Titel feierte. Klein lebt mit seiner Familie bei München und ist seit Juli Geschäftsführer der Marketing-GmbH des Bayerischen Handballverbandes.

Welchen Eindruck hatten Sie vom THW Kiel im Spitzenspiel gegen Hannover?

Dominik Klein: Ich war erstaunt. Ich hatte erwartet, dass der THW im Drei-Tage-Rhythmus zwischen Bundesliga und Champions League und durch die physisch herausfordernden Spiele gegen Porto ordentlich Körner gelassen hat. Deshalb hätte ich gedacht, dass Hannover die Mannschaft ist, die aufs Tempo drückt. Das Gegenteil war der Fall. Ich hatte den Eindruck, dass der Kieler Mannschaft total bewusst war, dass da der Tabellenführer kommt, den sie stürzen will. Auch die Fans haben den THW toll unterstützt, gezeigt, dass sie an den Erfolg glauben. Spiele wie dieses sind die wichtigsten Spiele der Saison.

Was trauen Sie dem THW Kiel in dieser Saison zu?

Ich traue dem THW die Meisterschaft zu. Ich kenne ja die Philosophie, die Filip verkörpert: keine Zufriedenheit aufkommen lassen, sich immer verbessern und gute Leistungen bestätigen zu wollen. Das ist die Voraussetzung, um Titel zu gewinnen. Die Mannschaft hat in dieser Saison schon alle möglichen Spielverläufe gemeistert. Das Bewusstsein dafür, was sie leisten kann, ist gut für die Mannschaft. Aber es braucht auch Glück – vor allem mit Blick auf Verletzungen. Da muss man die EM im Januar abwarten. Und: Es gehören auch dreckige Siege dazu. Irgendwann kratzt so eine Saison an den Reserven – aber auch bei den vermeintlich schwächeren Gegnern muss man präsent sein.

Wie macht sich aus Ihrer Sicht Filip Jichas Handschrift spielerisch bemerkbar?

Mir persönlich fällt auf, dass er versucht, das Angriffsspiel abwechslungsreich zu gestalten. Er selbst hatte früher immer einen bunten Blumenstrauß aus Spielzügen. Nun sieht man, dass er im Angriff verschiedenen Spielern das Vertrauen gibt und somit variiert. Für die Abwehr hat er schon in seiner Saison als Co-Trainer die Basis gelegt. Gegen Hannover konnte man gut sehen, wie sie auf Morten Olsen zugeschnitten war, in der Mitte sehr kompakt stand. Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler machen da einen super Job. Und auch Pavel Horak hat unglaublich seine Rolle gefunden. Das ist auch ein Verdienst des Trainerteams: Jeder hat und kennt seine Rolle.

Wie steht es um Ihre eigene Trainerkarriere?

Ich habe gerade meine B-Lizenz abgeschlossen, und es macht mir großen Spaß, in der Halle zu stehen. Aber einen festen Job auf der Trainerbank kann ich mir aktuell noch nicht vorstellen. Derzeit schaue ich bei den Lehrgängen unserer Auswahlmannschaften vorbei, damit alle mich kennenlernen können. Und in den Ferien habe ich bei Handball Camps immer noch die Möglichkeit, Kinder zu trainieren. Bei meinem Besuch in Kiel war ich auch zum ersten Mal in der Trainer-Kabine der Sparkassen-Arena und habe mich mit Filip ausgetauscht. Bei Noka und Alfred habe ich mich das nicht getraut... (lacht)

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