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THW Kiel Thorsten Storm: „Wir haben richtig gute Typen“
Sport THW Kiel Thorsten Storm: „Wir haben richtig gute Typen“
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07:00 03.05.2016
Von Tamo Schwarz
Manager bei der Arbeit: In einer von unzähligen Verletzungen geprägten Saison sieht THW-Geschäftsführer Thorsten Storm bisher eine „großartige Leistung“ der Zebras und sagt: „Die Saison ist noch nicht zu Ende.“ Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Zwei Tage später spricht der 51-Jährige über die beeindruckende Leistung gegen die Katalanen, das Final Four in Köln und den neuen Geist der Zebras.

Sie sind am Sonnabend in Barcelona nach dem Spiel allein zu Fuß zum Hotel gegangen. Musste dieser historische Triumph erst einmal bei Ihnen ankommen?

Es tut einfach gut, nach einem solchen Erlebnis ein paar Momente für sich zu haben. Zudem war das Hotel nicht allzu weit entfernt.

Was hat Sie besonders beeindruckt?

Es waren viele Geschichten an diesem Abend: Steffen Weinholds Spiel mit gebrochener Hand, Niklas Landins Paraden in der Schlussphase, Joan Cañellas, der in seiner Heimat glänzend auftrumpfte, oder die Siebenmeter-Tore von Niclas Eckberg, der noch an einem Muskelfaserriss laboriert. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass wir die ganze Woche über fast nur Gespräche mit Medizinern geführt haben. Dazu Spieler wie Dener Jaanimaa, der beim THW Kiel gerade seinen ganz persönlichen Traum erlebt. Ein echtes Team voller Typen trotzt diesen ganzen Verletzungen.

Mit Joan Cañellas und Dominik Klein haben zwei Spieler maßgeblich zum Erfolg im Viertelfinale beigetragen, die den Verein am Saisonende verlassen. Aus heutiger Sicht: Hätte man dem Duo Dominik Klein/Rune Dahmke für die kommenden Jahre doch eine Chance auf Linksaußen geben sollen?

Was Dominik Klein im Moment spielt, ist klasse. Und er ist zudem ein großer Motivator innerhalb der Truppe. Mit ihm verlieren wir eine echte Persönlichkeit. Von Seiten des THW Kiel gab es bekanntermaßen ein Angebot für Dominik Klein für die kommende Saison.

Was bedeutet der Einzug ins Final Four für den THW Kiel? Dort winken mindestens 100000 Euro (Platz vier) und sogar 500000 Euro für den Sieger …

Wirtschaftlich ist das natürlich super, aber vor allem sportlich im großen Umbruchjahr inklusive des Abgangs des Kapitäns Filip Jicha und der vielen Verletzungen eine Glanzleistung der Trainer und ein starker Wille dieser Mannschaft.

Was soll jetzt noch kommen? Glauben Sie noch an die Meisterschaft? Oder gilt jetzt alle Kraft und Konzentration dem Wochenende in Köln?

Im Sport denkt man in kleinen Schritten: Ich denke von Spiel zu Spiel.

Gemessen an den gesteckten Saisonzielen (Pokal-Final-Four, Champions-League-Final-Four in Köln, Meisterschaft) – zu welcher Einordnung der Saison 2015/2016 kommen Sie nach den tollen Spielen gegen Barcelona?

Spätestens nach dem kurzfristigen Wechsel von Jicha nach Barcelona wussten alle Beteiligten, dass es eine noch schwierigere Saison wird. Nimmt man die viel zu vielen Verletzungen hinzu, ist das eine großartige Leistung bis hierher. Aber dieses Team will immer mehr und hat maximale Ziele... die Saison ist noch nicht zu Ende.

In Barcelona entstand fast der Eindruck, in dieser Mannschaft sei ein ganz neuer Geist erwachsen. Haben Sie diese Wahrnehmung auch? Und wenn ja: Wie soll jetzt gelingen, diesen Geist für den Umbruch in der kommenden Saison zu konservieren?

Wir haben richtig gute Typen in unserer Mannschaft, und es kommen neue richtig gute – junge und hungrige – Typen hinzu. Und alle sind unglaublich stolz darauf, ein Teil des THW Kiel zu sein und zu werden. Der Verein steht dabei über allen.

Was ist in Köln möglich?

Wir sind dort sicher nicht der Favorit, sondern kämpfender Außenseiter, der sich das Final Four hart erarbeitet hat. Und ich glaube, dass diese tolle Geschichte noch nicht zu Ende ist.

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