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THW Kiel THW atmet durch für den Super-September
Sport THW Kiel THW atmet durch für den Super-September
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17:56 05.09.2019
Von Merle Schaack
Auf noch mehr Gegenwehr als von den Eulen Ludwigshafen um Kai Dippe (rechts) und Jonathan Scholz müssen Nikola Bilyk und der THW Kiel sich in den übrigen Spielen im September einstellen. Quelle: Sascha Klahn
Kiel

Sechs Spiele in zehn Tagen – das Programm der Handballer des THW Kiel zum Saisonauftakt hatte es in sich. Am Dienstagabend ließ sich die Müdigkeit der Zebras in Zahlen messen. Beim mühsamen 30:27-Sieg über die Eulen Ludwigshafen am Dienstag liefen die Spieler insgesamt knapp zwei Kilometer weniger als im ersten Liga-Spiel gegen Göppingen, leisteten sich 21 Fehlwürfe.

Kollektives Durchbeißen war angesagt, bevor eine Verschnaufpause wartete. Allerdings nur eine kurze, denn schon am Sonnabend (18.10 Uhr, Getec-Arena) geht es mit einem echten Kracher in Magdeburg weiter. Der Herbst wird heiß. Besonders der September hält etliche hochkarätige Gegner für die Kieler bereit.

Magdeburg, Flensburg, Kielce, Veszprem

Denn auf die Reise nach Magdeburg folgt am 12. September das Heimspiel gegen Meister SG Flensburg-Handewitt. Drei Tage später kommt Final-Four-Teilnehmer Kielce zum Auftaktspiel in der Champions League nach Kiel. Weiter geht’s beim Bergischen HC und in Veszprem – ein Top-Gegner jagt den nächsten.

„Es macht Spaß, wenn solche Spiele kommen“, sagt Harald Reinkind. „Spielpraxis haben wir ja. Ein bisschen trainieren und Regeneration wäre jetzt gut.“

Ein Wunsch, den Trainer Filip Jicha erhörte. Am Mittwoch versammelte er die Mannschaft am Vormittag für eine regenerative Kraft-Einheit, gab ihr am Nachmittag frei. Auch für Donnerstag und Freitag ist nur je eine Einheit angesetzt. „Jetzt ist alles andere egal, und wir müssen nicht zu 100, sondern zu 150 Prozent weitermachen“, sagt Miha Zarabec.

Erinnerungen an vergangene Saison

Nur zu gut haben die Kieler noch die vergangene Saison in Erinnerung, als sie am dritten Spieltag in Flensburg und am vierten in Magdeburg verloren. Fehlende Punkte, die am Ende die Meisterschaft kosteten.

„Wir wissen, dass wir zu 100 Prozent fokussiert sein müssen und werden am Wochenende wieder frisch sein“, sagt Steffen Weinhold. „Schließlich haben wir im letzten Jahr die Erfahrung gemacht, was passieren kann, wenn man früh Punkte lässt.“

Rivale Flensburg patzt und schimpft

Diese Erfahrung teilt seit Dienstagabend auch Meister SG Flensburg-Handewitt. In der vergangenen Saison dauerte es 25 Partien, bis die SG den ersten Punktverlust hinnehmen musste. Bei der HSG Wetzlar kam sie nach einer Zwei-Tore-Führung eine Minute vor Schluss nicht über ein 27:27 (11:14) hinaus.

Anschließend haderten die Flensburger mit den Schiedsrichtern Christoph Immel und Ronald Klein. „Wenn nur die beiden Pfiffe direkt vor Ende beider Halbzeiten nicht gegen uns ausgefallen wären, müssten wir jetzt gar nichts mehr analysieren“, zürnte Flensburgs Manager Dierk Schmäschke nach dem Spiel.

Umstrittene Siebemeter-Entscheidung gegen Flensburg

Unmittelbar vor der Pause sei ein Stürmerfoul gegen Flensburgs Kapitän Lasse Svan nicht gepfiffen worden. In der Folge traf Maximilian Holst zum 14:11. Vier Sekunden vor Schluss blockte die Abwehr des Meisters den Wurf von Filip Mirkulovski. Die Schiedsrichter entschieden auf Strafwurf, weil der Block im Kreis gestanden habe – Holst verwandelte zum 27:27.

„Wir hätten beide Punkte. In solchen Situationen ist der Video-Beweis ratsam“, so Schmäschke. Ganz wollte er den Spielausgang aber nicht auf die Referees schieben. „Egal wie eng und emotional das Spiel war, wir hätten es gewinnen müssen.“

THW Kiel schaut auf sich

Die Kieler nahmen den Patzer ihres Nordrivalen zur Kenntnis – mehr aber auch nicht. „Wir gucken auf uns. Man kann in dieser Saison noch viele Punkte verlieren“, sagte Steffen Weinhold.

Sein Positionskollege Harald Reinkind freute sich zumindest ein bisschen über die Schützenhilfe aus Wetzlar. „Alles hilft“, konstatierte er, richtete den Blick aber sofort wieder auf den eigenen Terminkalender im Super-September. „Aber nicht, wenn wir unsere eigenen Spiele nicht gewinnen.“

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Hier sehen Sie Bilder der Gegner des THW Kiel im September.

Er hatte verloren, strahlte aber wie ein Sieger: Jannek Klein von den Eulen Ludwigshafen, ein gebürtiger Rendsburger, war nach der 27:30-Niederlage seines Teams beim THW Kiel am Dienstagabend wohl der glücklichste Handballer in der Sparkassen-Arena Kiel.

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