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THW Kiel THW Kiel goes Graz
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22:12 28.07.2019
Von Merle Schaack
Laufeinheit Nummer eins: Egal zu welcher Tageszeit, Rune Dahmke (links) und Nikola Bilyk sind immer bereit. Quelle: Uwe Paesler
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Graz

Manch einer der Handballer kann das Gähnen nicht unterdrücken. Was klingt wie ein normaler Vorbereitungs-Morgen unter der Regie Jichas, ist der Auftakt des einwöchigen Trainingslagers des THW Kiel in der Hauptstadt der Steiermark. Intervall-Läufe um halb acht, noch vor dem Frühstück.

„24 Minuten, dann sind wir durch. Geht aus eurer Komfortzone raus!“, motiviert der 37-Jährige seine Spieler. Der Einzige Unterschied zum morgendlichen Lauftraining in Kiel ist das Bergpanorama rund um das Stadion, in dem die Kieler ihre Runden drehen.

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Die dreifache Quälerei am Tag hat aber schon heute ein Ende. „Die Morgeneinheit war ein bisschen zum Reinkommen“, sagt Jicha und lobt seine Mannschaft: „Die Jungs haben in den letzten beiden Wochen gut gearbeitet.“

Medizinbälle, Balence-Kissen, Hürden

Reinkommen und einleben, darum geht es an diesem ersten Trainingslager-Tag. Ein Frühstück und zwei Busfahrten später schleppen die Zebras mit vereinten Kräften ihr Equipment in den Raiffeisen Sportpark, der in den kommenden Tagen ihr Dreh- und Angelpunkt ist. Volley- und Basketball-Erstligisten, die hier sonst trainieren, sind für die Dauer des THW-Trainingslagers ausquartiert worden.

Ein Banner mit dem THW-Slogan „Wir sind Kiel“ findet seinen Platz am Geländer, gut sichtbar für jeden, der die Halle betritt: Der THW Kiel ist angekommen. Medizinbälle, Balance-Kissen, Hürden – Mannschaftsbetreuer Michael Menzel hat dafür gesorgt, dass es an nichts fehlt. Rechtsaußen Niclas Ekberg weiß, was ihm blüht: „Man muss das Feld nur angucken, dann schwitzt man schon“, sagt der Schwede – obwohl der moderne und erst vor einem Jahr eröffnete Multifunktions-Komplex mit 3000 Zuschauern fassender Arena klimatisiert ist.

Handball-Komponenten im Fokus

In Graz kommt zur Freude der Spieler allerdings nun auch der Handball vermehrt zum Einsatz. „Natürlich sind Athletik- und Krafteinheiten auch vorhanden. Aber hier im Trainingslager liegt der Schwerpunkt mit einem Anteil von 60 bis 65 Prozent auf Handball-Komponenten“, sagt Jicha, der sich bei den Einheiten mit dem Ball auf die Rückraumspieler und Kreisläufer konzentriert, während Co-Trainer Christian Sprenger mit den Außen arbeitet und Torwarttrainer Mattias Andersson sich um die Keeper kümmert. „Wir wollen unsere individuellen Fähigkeiten verbessern. Dazu haben wir während der Saison nur wenig Zeit“, erklärt Jicha.

Aufgabenteilung im Trainerstab

Anders als sein Vorgänger Alfred Gislason gibt der Tscheche von Anfang an Aufgaben ab. Das Aufwärm-Programm leitet Sprenger, Spielmacher Miha Zarabec ist für das Dehnen zum Abschluss der Trainingseinheiten zuständig.

Und doch besteht kein Zweifel daran, wer der Chef ist. Als Zarabec das Stretching nach dem Vormittags-Training um 12.17 statt 12.18 Uhr abbrechen will, ist Jicha sofort zur Stelle. „Wegen Miha trainieren wir nächstes Mal 15 Minuten länger.“ In der Ansage kompromisslos, danach lacht er aber schnell wieder mit der Mannschaft. „Disziplin ist mir unheimlich wichtig“, sagt Jicha.

Essen und Netflix

Die brauchen die Zebras auch, um das straffe Programm des ersten Tages zu überstehen. Nach dem Mittagessen können die Spieler rund drei Stunden verschnaufen, dann geht es mit Kaffeetrinken und Taktik-Besprechung weiter. Um Punkt 17.15 Uhr stehen alle wieder in der Halle. Der fokus liegt nun auf Torhüter- und Abwehrarbeit  – noch einmal zwei Stunden Schufterei, dann ist ein Ende des ersten langen Trainingslagertages in Sicht. „Jetzt nur noch essen und dann Netflix“, fasst Nikola Bilyk zusammen, wofür seine Energiereserven an diesem Abend noch reichen. Einen Lichtblick gibt es aber für die Zebraherde. Die erste Einheit an Tag zwei ist erst für 9.30 Uhr angesetzt.

Hier sehen Sie Bilder aus dem Trainingslager des THW Kiel.
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