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THW Kiel THW-Trainer Jicha setzt auf Vielfalt
Sport THW Kiel THW-Trainer Jicha setzt auf Vielfalt
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08:03 05.08.2019
Von Merle Schaack
Positionsbezogen individuelle Fortschritte erreichen: Trainer Filip Jicha (rechts) gibt Anweisungen an Kreisläufer Hendrik Pekeler, der sich den nötigen Freiraum für die Ballannahme gegen Gisli Kristjánssson (links) verschafft. Quelle: Uwe Paesler
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Graz/Kiel

Vielfalt: Kaum eine Übung in den 14 Einheiten wiederholte sich. Selbst bei den Aufwärm-Spielen herrschte ständig Abwechslung: Neben Fußball reaktivierten die Zebras den Treibball, am nächsten Tag spielten sie Volleyball auf Tore, dann wiederum Ballticker. Auch bei Athletik-Einheiten ließen die Trainer Kreativität walten, setzten mal auf spaßigen (und dennoch anstrengenden) Wettbewerb, mal auf hochkonzentrierte Atmosphäre.

Zudem setzte Jicha viele Reize in kurzer Zeit. Hatten die Spieler nach einer Athletik-Einheit müde Beine, waren in den nächsten Minuten die Köpfe beim Taktik-Teil gefordert. „Diese Blöcke von 20 bis 30 Minuten sind eine schöne Abwechslung“, findet Linksaußen Rune Dahmke. „Manchmal weiß man nach dem Training gar nicht mehr, was man in dieser Einheit alles gemacht hat. Durch die unterschiedlichen Reize vergeht die Zeit gefühlt auch viel schneller.“

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Vier Trainer arbeiten Hand in Hand

Freiheiten für den Trainerstab: Während sein Vorgänger Alfred Gislason stets alles unter Kontrolle haben wollte, lässt Filip Jicha sein Team sehr eigenständig arbeiten. Hinrich Brockmann, leitender Landestrainer des schleswig-holsteinischen Leichtathletikverbandes, kümmerte sich im Trainingslager um den Athletik-Bereich. Immer wieder holten Jicha und sein Co. Sprenger während der Einheiten seine Meinung ein. Auch die Spieler schätzen seine Expertise. Brockmann und Sprenger kümmerten sich auch ums abwechslungsreiche Aufwärm-Programm und Mattias Andersson sorgte dafür, dass alle Torhüter ständig gefordert waren.

Exakt zugeschnittene Übungen

Individualität: Einer der wichtigsten Punkte auf der Jicha-Agenda. Seit Beginn der Vorbereitung teilen er und Sprenger die Mannschaft im Training auf. Der ehemalige Rückraumspieler Jicha, der gegen Ende seiner Karriere auch immer wieder am Kreis eingesetzt wurde, kümmert sich um Rückraumspieler und Kreisläufer, während Ex-Rechtsaußen Sprenger parallel mit den Außen arbeitet. So absolvieren alle Zebras auch im athletischen Bereich Übungen, die speziell auf ihre jeweilige Position zugeschnitten sind. Während die Außen an der Sprungkraft arbeiteten, stärkten die Kreisläufer Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek ihre Rumpfstabilität.

Eine Aufteilung, die bei den Spielern gut ankommt. „Man kommt so schon im Training viel besser in die eigenen Abläufe, findet seinen Rhythmus“, sagt Dahmke. Und auch Kreisläufer Hendrik Pekeler findet: „Es tut uns allen gut, spezifischer zu trainieren. Und wenn jeder von uns dadurch auch nur ein kleines bisschen besser wird, ist das Ziel schon erreicht.“

Bis zu sechs Trainingsstunden am Tag

Intensität: Bis zu sechs Stunden am Tag schwitzten die Zebras im Trainingslager auf der Tartanbahn und in der Halle. Kein Wunder, dass den meisten spätestens ab Tag fünf kaum noch zum Lachen zumute war. „Das war eines der härtesten Trainingslager, die ich je erlebt habe“, sagte Pekeler. „Filip weiß auf jeden Fall, wie man jeden Muskel mal beansprucht.“

Auch Niklas Landin gab zu: „Dreimal am Tag Training – das habe ich noch nicht oft gemacht. Und dann auch noch jedes Mal zwei Stunden...“ Immerhin: Am Sonntag stand nur noch leichtes Auslaufen auf dem Programm, ehe die Kieler sich auf den Weg in die Heimat machten. Und obwohl Lukas Nilsson zugab, überall Schmerzen zu haben, blickte er zufrieden auf eine „richtig gute Woche“ zurück.

„Es war sehr hart und anstrengend, aber wir haben viele Schritte gemacht und ein paar neue Spielzüge einstudiert.“ Nach der Ankunft in Kiel am Sonntagabend haben die Spieler bis Dienstagnachmittag frei. „Bis dahin bin ich hoffentlich ein neuer Mensch“, sagt Nilsson.

Hier sehen Sie die schönsten Bilder aus dem Trainingslager des THW Kiel in Graz.
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