Trotz Verbesserung - THW Kiel verliert erneut gegen Barca
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Trotz Verbesserung - THW Kiel verliert erneut gegen Barca

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22:59 26.11.2020
Von Merle Schaack
Auch beim Rückspiel in Barcelona hatte THW-Star Sander Sagosen keinen guten Tag erwischt. Die Kieler verloren zum zweiten Mal innerhalb einer Woche gegen die Katalanen. Quelle: VICTOR SALGADO
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Barcelona

Zwar bleibt der THW Kiel auf Tabellenplatz vier, hat nun aber bereits sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Barcelona und vier auf den Zweiten, Telekom Veszprém. Bei den Ungarn treten die Zebras nächsten Mittwoch an. Ein Sieg dort ist nun Pflicht, wenn sie die ersten beiden Tabellenplätze in Reichweite behalten wollen.

Im Hinspiel am vergangenen Donnerstag in Kiel hatte der FC Barcelona beim 32:26 seinen bisher höchsten Sieg im Kieler Handball-Tempel gefeiert.

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Viele Parallelen zum Hinspiel

Die ersten Minuten der Partie im Palau Blaugrana waren wie ein Déjà-vu: Zwei Weltklasse-Kader starteten flott, teilweise überhastet. Sowohl Barca-Torwart Kevin Möller, der den THW zuletzt mit 18 Paraden entnervt hatte, als auch sein Kieler Pendant Niklas Landin konnten sich auszeichnen.

Ersterer vor allem zum Leidwesen von THW-Linksaußen Magnus Landin: Bei zwei Gegenstößen in kurzer Folge fand der Däne seinen Meister in seinem Landsmann, musste nach nicht mal zehn Minuten beim Stand von 4:4 seinen Platz für Rune Dahmke räumen.

Reinkind erzielt 9000 Kieler Champions-League-Tor

Auch das war eine Parallele zum Hinspiel: Es blieb eng. Und: THW-Star Sander Sagosen fand nicht ins Spiel. Im Rückraum mussten es Domagoj Duvnjak, Regisseur Miha Zarabec und Harald Reinkind richten. Der Norweger erzielte beim 7:6 das 9000. Champions-League-Tor für die Kieler. Erst eine Mannschaft hatte diese Marke zuvor geknackt – Barcelona.

Nach der 8:7-Führung (20.) durch Top-Torschütze Zarabec (5 Treffer) leistete der THW-Angriff sich einen vierminütigen Aussetzer – den Barcelona um Regisseur Aron Palmarsson mit einem 4:0-Lauf zum 11:8 bestrafte.

Sieben Minuten vor der Pause schickte THW-Trainer Filip Jicha nach einer Auszeit Oskar Sunnefeldt für Sagosen in den Rückraum. Der junge Schwede hatte am Wochenende beim 41:26 über Coburg geglänzt. Auch Sven Ehrig, der am Sonnabend seinen ersten 60-minütigen Einsatz im Profi-Dress absolviert hatte, durfte sich erneut auf Rechtsaußen beweisen. Zwei junge Gesichter, die den Barca-Stars noch nicht so geläufig waren: Sunnefeldt bediente Ehrig zum 9:11 (24.).

Weltklasse-Abwehr, miese Trefferquote

In der Abwehr setzten die Kieler nun auf ihre 3:2:1-Formation und störten den Barca-Angriff damit empfindlich. So holte der THW Schritt für Schritt auf, ging mit einem knappen 12:13-Rückstand in die Pause.

Nach Wiederanpfiff leisteten sich die Gastgeber, die auf Spielmacher Luka Cindric (Knieverletzung) verzichten mussten, einige Fehler im Angriff. Nach zwei Ballverlusten warfen Dahmke und Steffen Weinhold die Kieler in Überzahl beim 15:14 (34.) wieder in Führung. Aber obwohl die Zebras in der Abwehr auf Weltklasse-Niveau agierten, konnten sie keinen größeren Vorsprung herausspielen. Zwar erarbeiteten sie sich Chancen, doch die Wurfausbeute blieb bei 27 Fehlversuchen mager. Die Gastgeber, die in Kreisläufer Ludovic Fabregas (6 Tore) ihren besten Schützen hatten, drehten den Spiel wieder zum 20:18 (41.) um.

THW-Trainer Jicha "enorm enttäuscht"

Die Zebras, gingen nun mit dem siebten Feldspieler ins Risiko, der Zwei-Tore-Rückstand aber blieb - bis Patrick Wiencek für zwei Minuten auf die Strafbank musste, Rune Dahmke vorne einen Wurf an den Pfosten setzte und Kevin Möller bei einem Zarabec-Versuch seine 16. Parade verzeichnete. Anschließend erhöhte Fabregas auf 26:22 – fünf Minuten vor Schluss die Vorentscheidung.

„Die Jungs haben einen guten Kampf hingelegt, waren viel schlauer als im Hinspiel“, sagte Jicha nach dem Spiel. „Aber wir haben beim Sieben-gegen-Sechs unsere Chancen nicht untergebracht. Und wir haben aufgehört zu laufen. Dann haben wir drei unglückliche Tore bekommen. Das bezahlt man teuer in Barcelona. Wir sind enorm enttäuscht, dass wir uns nicht belohnen konnten.“

THW Kiel in Veszprém unter Zugzwang

Der FC Barcelona hingegen feierte seinen 450. Tag ohne Niederlage in Folge. Die Kieler sind am Mittwoch beim Tabellenzweiten in Veszprém unter Zugzwang. Ein Sieg dort ist Pflicht, wenn sie die ersten beiden Tabellenplätze nicht aus dem Blick verlieren wollen. Zuvor steht ihnen aber noch eine Bundesliga-Reise nach Göppingen bevor. Dort treten sie am Sonntag (16 Uhr) an.

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