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THW Kiel THW Kiel kann Meisterfeier planen
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08:36 04.06.2015
Von Ralf Abratis
 Aron Palmarsson (THW) gegenJuan Andru Candau (li.) und Mait Patrail. Quelle: Jörg Lühn
Hannover

Unter den Augen der ehemaligen Gattin des Ex-Bundespräsidenten, Bettina Wulff, lieferte der THW eine erste Halbzeit ab, die über weite Strecken zum Fürchten war. Nach einem zunächst guten Start, verlor der deutsche Meister bereits nach fünf Minuten den Spielfaden. Andreas Palicka, in Köln beim Final4 noch der beste Kieler, fand überhaupt nicht in die Partie, wurde von seiner Abwehr aber auch sträflich allein gelassen. Hannover kam auf die ganz einfache Tour zu Toren – entweder aus dem Rückraum, der von der Kieler 3:2:1-Abwehr nur zögerlich attackiert wurde, oder per schnellem Gegenstoß, den die Zebras durch technische Fehler und Latten- sowie Pfostentreffer ermöglichten. Während aus Mannheim die Kunde kam, dass die Rhein-Neckar Löwen ihr Spiel gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit 37:21 gewonnen hatten, hatten die Zebras die Recken auf 5:12 davon galoppieren lassen. Nicht nur der Zwei-Tore-Vorsprung in der Tabelle vor den Löwen war bei diesem Zwischenstand dahin, auch die bessere Tordifferenz war plötzlich von 39 auf 16 zusammen geschmolzen.

Auf der Tribüne hatten die zahlreich mitgereisten THW-Fans erkannt, dass ihre Mannschaft Unterstützung brauchte, trommelten und schrien ausdauernd. Doch vom Feld kam zunächst wenig zurück. Die Nervosität unter den Spielern war zum Greifen, selbst Überzahl-Situationen blieben ungenutzt. Gegen eine aggressive Hannoveraner Abwehr nahmen sich in einem ideenlosen Kieler Angriff Aron Palmarsson und Marko Vujin Würfe aus der Distanz, die für TSV-Torwart Nikolai Weber kein Problem waren.

THW-Trainer Alfred Gislason reagierte mit zahlreichen Spielerwechseln. Palicka bekam zwischen der 12. und 18. Minute eine Erholungspause, kam wieder zurück, als auch Filip Jicha, der eigentlich lange hätte geschont werden sollen, auf das Feld beordert wurde. Und damit kam Struktur in das Kieler Spiel. Die Abwehr ging früher auf den Gegner, der Angriff kam besser in die Wurfpositionen, und bis zur Pause wuchs das THW-Selbstvertrauen, das sich in einem nur noch knappen Rückstand widerspiegelte.

Nach dem Wiederanpfiff ging es mit Tempo weiter. Mit zwei schnellen Gegenstößen nach abgefangenen Angriffen hatten Niclas Ekberg und Jicha beim 15:15 (32.) den Ausgleich hergestellt. Palicka war nun in der Spur, und es schien nur eine Frage der Zeit, bis die Kieler nach dem 1:0 und dem 2:1 die dritte Führung erzielen würden. Doch die Gastgeber, die schon vorher angekündigt hatten, dass sie ein denkwürdiges Spiel zum letzten Heimspiel ihres Trainers Christopher Nordmeyer abliefern wollten, wehrten sich nach Kräften.

Der größere Wille schien dennoch auf Seiten der Gäste. In der 42. Minute legte Ekberg per Tempogegenstoß zum 19:18 vor, Rune Dahmke packte in den folgenden 60 Sekunden noch zwei Treffer drauf (21:18). Hauptanteil an der Wende hatte die Abwehr mit Steffen Weinhold, der die Spielzüge der Recken antizipierte und die Pässe abfing. Der Drei-Tore-Vorsprung ließ die Kieler zwar etwas zu früh sorglos werden und noch mal in Rückstand geraten (22:23, 53. Minute), doch mit großem Kampf und viel Herz und durch den finalen Treffer von Filip Jicha sicherten sich die Kieler den knappen Sieg und sprangen anschließend wie die kleinen Jungs im Kreis herum.

Das Final4 der Champions League als Schwungrad für den Endspurt in der Handball-Bundesliga zu nehmen, hat für den THW Kiel nicht nach Wunsch funktioniert. Aber das Scheitern beim Turnier von Köln kann zumindest das Widerlager sein, um für die beiden noch anstehenden Spiele im Titelrennen den Hebel anzusetzen.

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