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THW Kiel THW Kiel: Ekberg am treffsichersten
Sport THW Kiel THW Kiel: Ekberg am treffsichersten
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12:22 14.06.2019
Von Tamo Schwarz
Treffsicherster Schütze beim THW Kie mit 270 Toren. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Für die meisten Spieler des THW Kiel haben die Sommerferien längst begonnen. Lediglich sechs Akteure sind noch in der Europameisterschafts-Qualifikation und im EHF-Euro-Cup auf internationaler Bühne im Einsatz. Auf einer ganz anderen Bühne steht in dieser Woche noch bis heute Alfred Gislason. Der am vergangenen Wochenende als THW-Trainer verabschiedete Isländer begleitet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei dessen Staatsbesuch auf Island

Gislason mit Bundespräsident Steinmeier auf Island

Mit der Delegation, der beispielsweise auch der in Berlin lebende isländische Künstler Ólafur Elíasson angehört, besuchte Gislason das Konzerthaus Harpa, erlebte eine Führung entlang des Gletschers Sólheimajökull, setzte zur den Westmännerinseln über und stieg schließlich auf den Eldfell-Vulkan. Wie lange der Handball-Vulkan Gislason erloschen sein wird, bleibt abzuwarten. Ab heute schlägt der 59-Jährige in seiner Wahlheimat in Wendgräben bei Magdeburg ein neues Kapitel seines Lebens auf. In der norddeutschen Wahlheimat sei zuvor jedoch noch einmal der (statistische) Blick zurück auf die gerade erst zu Ende gegangene Saison erlaubt.

Domagoj Duvnjak für Gislason "Spieler der Saison"

Und da steht ein Dauerbrenner-Trio an der Spitze, das jeweils 49 der insgesamt 50 Pflichtspiele absolviert hat: Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Miha Zarabec. Besonders der THW- und Nationalmannschafts-Innenblock Pekeler und Wiencek sticht dabei hervor, fungierte er doch nach Pekelers Wechsel an die Förde (Gislason: „Er hat uns gutgetan“) sofort als defensive Lebensversicherung. Und ganz nebenbei hat das schlagkräftige Duo am Kreis auch noch 242 Tore zur Gesamtbilanz beigetragen – Weltklasse!

Gleich dahinter im Ranking steht Kapitän Domagoj Duvnjak. Der Kroate – in den vergangenen Jahren allzu oft von Verletzungspech heimgesucht – absolvierte in Bundesliga, DHB-Pokal und EHF-Cup insgesamt 48 Begegnungen, erzielte 139 Tore und fand besonders als Spielgestalter, Anspielgeber, Leader seine alte Klasse wieder. „Wenn ich einen einzelnen als Spieler der Saison nennen muss, würde ich Dule (Domagoj Duvnjak, d. Red.) nennen“, sagt Alfred Gislason. „Er hatte in der ersten Hälfte der Saison immer noch mit seinem Knie zu kämpfen, wurde dann immer besser und besser und fand zu seiner alten Form. In schwierigen Momenten hat er uns sehr geholfen.“

Niclas Ekberg mit 270 Toren bester Schütze

Sünder Nummer eins im Gislason-Kader ist Hendrik Pekeler mit 21 Zeitstrafen, knapp gefolgt von Steffen Weinhold (19). Als bester Torschütze steht unangefochten Rechtsaußen Niclas Ekberg mit wettbewerbsübergreifend 270 Treffern (davon 127 Siebenmeter) an der Spitze. Der Schwede führt die zebrainterne Torjägerliste auch im EHF-Cup (51 Tore) und in der Bundesliga (187) an. Bei den Toren aus dem Feld muss Ekberg (143) nur seinem Landsmann Lukas Nilsson (148) den Vortritt lassen. „Als Trainer kann ich in dieser Saison nur schwer Spieler hervorheben, weil viele richtig gut gespielt haben, und zwar konstant“, so Gislason.

Der Trainer attestiert am Ende seiner elften Saison auf der Brücke bei den Zebras den jungen Spielern wie Nilsson oder Nikola Bilyk „einen Schritt nach vorn“, ebenso Regisseur Miha Zarabec und Linkshänder Steffen Weinhold. „Er war glaube ich zum ersten Mal komplett gesund und hat eine starke Saison gespielt.“

Auch die Landin-Brüder Magnus und Niklas (Gislason: „Hinten wie vorne eine sehr gute Saison“) schließt Gislason in sein positives Gesamtfazit mit ein. Linksaußen Magnus (115 Tore) und Linkshänder Harald Reinkind (98) haben in ihrer ersten Saison in Kiel einen auffälligen Eindruck hinterlassen. Insbesondere in den Spitzenspielen gegen seinen alten Verein, die Rhein-Neckar Löwen, wusste der Norweger Reinkind zu glänzen. 

Niklas Landin in wichtigen Momenten im Tor

Und im Tor? Auffällig ist, dass sich Niklas Landin (357 Paraden) und Andreas Wolff (350) bei der Gesamtzahl der Paraden so sehr wie noch nie angenähert haben. Nicht nur die Nominierungen für die Start-Sieben (Landin 35, Wolff 15) sprechen allerdings eine deutliche Sprache für den Dänen als klare Nummer eins im Kieler Tor. Betrachtet man nur die sechs Spitzenspiele gegen die SG Flensburg-Handewitt, den SC Magdeburg und die Rhein-Neckar Löwen sowie die Final-Four-Turniere im DHB-Pokal und EHF-Cup, fällt das Verhältnis mit 500:100 gespielten Minuten deutlich zu zugunsten Landins aus. 

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Tamo Schwarz 12.06.2019