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THW Kiel THW zwischen Bergischem Land und Balaton
Sport THW Kiel THW zwischen Bergischem Land und Balaton
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10:00 19.09.2019
Von Merle Schaack
Spielanalyse auf Reisen: Nur 45 Stunden bleiben dem THW Kiel um Trainer Filip Jicha (li.) und Geschäftsführer Viktor Szilagyi, um sich nach dem Abpfiff der Partie beim Bergischen HC auf das Spiel in Veszprém vorzubereiten. Quelle: Sascha Klahn (Archiv)
Kiel

Anpfiff in Wuppertal beim Bergischen HC ist am Donnerstag um 19 Uhr, das Champions-League Spiel des THW Kiel in Veszprém startet am Sonnabend um 17.30 Uhr.

Vom Bergischen Land an den Balaton in so kurzer Zeit – auf viel Gegenliebe stoßen diese Spielansetzungen bei den Kielern nicht. „Es ist schade, dass die Verantwortlichen kein Konstrukt finden können, das den deutschen Champions-League-Teilnehmern ermöglicht, ihre Bundesliga-Spiele in einem solchen Fall schon am Mittwoch auszutragen“, sagt THW-Trainer Filip Jicha. „Dann hätten wir einen Tag zur Regeneration und zur Vorbereitung auf Veszprém gehabt.“ Seit der Saison 2017/18 sind Donnerstag und Sonntag als Spieltage in der Bundesliga festgelegt. Ausweichen dürfen die Klubs nur auf den Sonnabend.

Für den THW Kiel bedeutet das eine etwas andere Vorbereitung auf ihren zweiten Auftritt in der Champions League. Video-Meeting und Umsetzung der gemeinsamen Analyse im Training ist am Freitag auf dem Flug zwischen Düsseldorf und Wien mit anschließender Busreise nach Veszprém nicht möglich.

Video-Vorbereitung in Flieger und Bus

Zwar ist zwischen 19.30 und 21 Uhr das Abschlusstraining in Veszprém angesetzt. „Die Videoanalyse muss dieses Mal aber etwas individueller ausfallen“, sagt Jicha. Das heißt: Der 39-Jährige bereitet den Spielern Clips vor und schreibt ihnen seine Erkenntnisse dazu auf. „Dieses Mal muss ich etwas mehr schreiben, als wenn ich an der Tafel etwas erzähle“, sagt Jicha, auf den im Anschluss an die Partie beim Bergischen HC eine Nachtschicht wartet. „Viel Video von Veszprém habe ich noch nicht gesehen. Die Arbeit daran beginnt, wenn das Spiel beim BHC vorbei ist“, sagt er.

Denn von ihren üblichen Abläufen wollen die Kieler trotz der kurzen Zeit zwischen den Spielen nicht abweichen. „Wir machen es genau wie immer und haben Veszprém noch gar nicht im Kopf“, sagt Jicha. „Erst einmal gilt es, beim BHC zu bestehen. Das ist eine abgezockte Mannschaft. Sie spielen sehr schlau und geben in der ersten und zweiten Welle richtig Gas.“ Rotation und Geduld sind deshalb die Maßnahmen, auf die die Kieler setzen. „Der BHC ist nicht in 15 Minuten erledigt. Uns ist allen klar, dass es bis zum Schlusspfiff eng bleibt“, sagt der Tscheche.

Jicha verzichtet auf "Beleidigungsstunden"

Eine Erfahrung, die die Kieler unlängst auch beim Heimspiel gegen Kielce machten, als ihre Gäste in den 45 Sekunden vor dem Schlusspfiff noch einen Zwei-Tore-Vorsprung der Zebras egalisierten. „Im ersten Moment danach war ich natürlich sauer“, sagt Jicha. „Man sieht sofort zwei, drei Szenen, die wir besser lösen müssen. Die sprechen wir intern auch an – aber freundlich.“

„Beleidigungsstunden“, zu denen sein Vorgänger Alfred Gislason von Zeit zu Zeit griff, sind nicht Jichas Mittel. „Ich sage mir immer ,bleib ruhig’. Wir haben ja in allen Spielen richtig gut gespielt. Unsere Spielweise gefällt mir sehr. Manche brauchen vielleicht noch etwas mehr Selbstvertrauen, da hilft ‚beleidigen‘ wenig.“

Fehlerminimierung im Fokus

Für Jicha ist es die Summe vieler Kleinigkeiten, die seine Mannschaft zuletzt immer wieder in Schwierigkeiten brachte. „Wir machen vielleicht 25 kleine Fehler im Spiel. Dadurch kassieren wir etwa acht Tore und machen sechs Tore nicht. Wenn wir die Zahl unserer Fehler also um ein Drittel reduzieren, wird sich das im Ergebnis niederschlagen“, rechnet er vor.

Fehlerminimierung steht heute Abend also ganz oben auf der Prioritätenliste der Kieler. Direkt danach folgt das unter Jicha bereits zum Standard gewordene Rotationsprinzip, bei dem meist alle 16 Spieler zum Einsatz kommen. „Wir brauchen jeden Mann, wenn wir in dieser Saison bestehen wollen“, sagt er. Und zwischen Bergischem Land und Balaton.

Der Reiseplan des THW Kiel

Mittwoch, 14.30 Uhr: Abfahrt am Trainingszentrum zum Flughafen nach Hamburg

Mittwoch, 18.05 Uhr: Landung in Düsseldorf, anschließender Transfer zum Hotel in Solingen

Donnerstag, 19 Uhr: Anpfiff der Partie Bergischer HC - THW Kiel in Wuppertal

Donnerstag, 22 Uhr: Abendessen im Hotel

Freitag, 9.30 Uhr: Frühstück im Hotel

Freitag, 13.05 Uhr: Flug nach Wien mit anschließendem Mittagessen am Flughafen und Bus-Transfer nach Veszprém

Freitag, 19.30 - 21 Uhr: Abschlusstraining in Veszprém

Sonnabend, 17.30 Uhr Anpfiff der Partie Veszprém - THW Kiel

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