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Weihnachtsgeschichten 2018 Denk ich an Weihnachten ...
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00:01 24.12.2018

Es gab kein Licht, keine Kohle, Stromsperre, alles war dunkel. Insbesondere während des Krieges brannte draußen kein Tannenbaum, es gab kein Licht und die Fenster mussten schwarze Rollos haben. Sogar die Polizei überwachte die Straßen, es durfte rein gar nichts nach draußen durchschimmern. Ansonsten hätten die feindlichen Flugzeuge die Häuser, gar eine Stadt erkannt und ihre Bomben geworfen. 

Die Menschen, die etwas Geld hatten, leisteten sich einen Adventskranz an der Decke, oftmals war dieser selbstgebunden. Und wenn die Nadeln runtergefallen sind, dann war Weihnachten. In meiner Heimat, in Pommern, hatten wir unseren Adventskranz in der Nähe des Ofens gehängt. Als Kind fand ich ihn wunderschön, aber meine Eltern mussten sich immer bücken, wenn sie darunter gingen. Sofern jemand dagegen kam, fielen die Nadeln reihenweise herunter.  Ich denke an meine Schulzeit, wir hatten einen großen Kranz und auch dieser hing in der Nähe des Ofens. Unser Lehrer war durch den Krieg geschädigt und er benötigte zum Gehen einen Stock. Eines Tages wollte er etwas erzählen und hob im Eifer des Gefechts den Stock. Dabei stieß er gegen den Kranz und die Nadeln fielen von oben herunter auf seinen Kopf. In der damaligen Zeit war es jedoch den Schülern strengstens untersagt, über ein derartiges Missgeschick zu lachen und es war schon ein Kunststück der besonderen Art, wenn ich bedenke, dass wir alle still auf unseren Plätzen saßen und uns so benahmen, als hätte es diesen Vorfall nie gegeben.  In einem anderen Jahr, hing in der Schule ein Bild im Fenster des Klassenzimmers. Da gab es 24 Türchen und da die Schulklassen um einiges größer waren, als sie es heute sind, kam nicht jeder an die Reihe, um eines aufzumachen. Ich denke daran, dass ich einmal zu den glücklichen zählte, die das Vergnügen hatten, ein Türchen zu öffnen. Dahinter war damals ein Spruch oder ein weihnachtliches Bild, aber keinesfalls etwas zum Naschen. Das war zu unserer Zeit der Adventskalender und wir konnten von Glück sagen, dass wir ihn hatten, denn dies war keine Selbstverständlichkeit.  Als selbständige Bauern ging es uns verhältnismäßig gut, denn wir konnten uns zum Großteil selbst versorgen. Zu Weihnachten bekam ich Spielzeug, welches mein Vater mir entweder selbst gebaut hat oder er hat es mir gekauft. Ich denke daran, wie mein Vater in Kolberg in ein Zimmer ging, welches abgeschlossen war. Auch von außen war nicht zu erkennen, was sich in diesem Zimmer verbarg. Ich blieb bei meiner Mama und nach einer gewissen Zeit kam mein Vater wieder raus, mit einem eingewickelten Karton unter dem Arm. Heute weiß ich, dass mein Vater damals in diesem geheimnisvollen Zimmer eine Eisenbahn für mich zu Weihnachten gekauft hat. Ich bin so dankbar und glücklich, dass er mir diesen großen Wunsch erfüllt hat.  In ärmeren Familien sah es ganz anders aus. Wenn es Spielsachen gab, dann kamen diese von anderen Kindern aus der weiter entfernten Familie. Was die anderen Kinder abgesetzt haben, gab es zu Weihnachten. Eine Puppenstube, mit der bereits drei oder vier Kinder gespielt haben, wurde aufbereitet. Alles wurde ein bisschen frisch gemacht, neu gestrichen, ein paar Kissen für das Sofa genäht, es gab neue Gardinen und dann saß eine Puppe darin, welche, bei einer Mutter, die Erfahrung mit der Schneiderei besaß, dann sogar ein neues Kleid trug. Auch ein Puppenwagen wurde gebraucht, innerhalb der Familie, weitergegeben. Und nichtsdestotrotz: Das beschenkte Kind freute sich. 

Auch gab es zu Weihnachten keine Süßigkeiten, keinen bunten Teller. Zum Nikolaustag wurde ein Teller auf die Fensterbank gestellt und am Morgen lagen selbstgebackene Kuchen, Plätzchen und wenn es hochkam, ein paar Nüsse darauf. Ich denke daran, wie meine Eltern sich für Weihnachten gerüstet haben. Es wurde den ganzen Dezember über gebacken und das ganze Haus roch nach frischen Pfefferkuchen. Die Erwachsenen schenkten sich damals nichts. Geschenke gab es nur für Kinder.  Auf unserem Bauernhof saßen wir am Heiligabend in der Stube und es gab immer Würstchen, Kartoffelsalat und Weizenbrot zum Essen. Mein Vater hat die Lichter am Tannenbaum angezündet, dann wurde die Tür zur guten Stube aufgemacht und ich denke daran, wie der Tannenbaum in seiner ganzen Herrlichkeit und Pracht strahlte, das war ein erhebendes Gefühl, obwohl uns allen bewusst war, dass kein Lichtstrahl nach draußen scheinen darf.  Denke ich an Weihnachten, dann denke ich daran, dass Krieg war, Weihnachten waren die Väter im Krieg, einige waren während der gesamten Zeit nicht an Weihnachten zuhause. Kinder wussten nicht, ob sie ihre Väter jemals wiedersehen würden. Mein Bruder war verwundet und lag im Lazarett. Wir waren alle froh, denn wir wussten, dass es uns allen, den Umständen entsprechend, gut ging. Das war damals unser kleines, ganz großes Weihnachtsglück.

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