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Weihnachtsgeschichten 2018 Der Esel Brauni
Weihnachten Weihnachtsgeschichten Weihnachtsgeschichten 2018 Der Esel Brauni
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00:01 24.12.2018

Na, wo denn??? 

Ja, du hast Recht: Wir wohnen ganz oben im Norden auf dem Eselhof am Meer. Das Meer hier hat jeden Tag eine andere Farbe und ein anderes Gesicht. Einmal ist es blau wie ein Vergissmeinnicht und ganz still und bewegungslos. Ein anderes Mal smaragdgrün mit sanften, weißen Wellen. Und manchmal brausen ganz hohe Wellen zum Strand. Der Frühling hier ist ein Gedicht. Weißt du, ich bin fast so klein wie du, ich bin ein Füllen, ein Eselkind. Und ich kann und darf schon Lasten tragen. Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich froh bin, schon schwer tragen zu dürfen. Nun, das ist ganz einfach. Wir müssen ja nicht wie viele andere Esel, zum Beispiel im Süden, in Griechenland, schwere Koffer und Taschen schleppen oder Mehlsäcke und Kartoffeln zum Markt tragen. Unsere Lasten dagegen sind wunderbar und deshalb für uns ganz leicht. Denn wir tragen Kinder: Lachende, glückliche Kinder. Sie reiten auf unserem Rücken oder wir ziehen sie in Kutschwägelchen durch die sanfte Hügellandschaft unserer gelb, grün, blauen Frühlingswelt. Dabei traben wir nach dem Gesang der Vögel. Wenn ich an den gelben, strahlenden Sonnen in den grünen Wiesen und den zitronengelben Rapsfeldern vorbeitrotte, sehne ich mich danach, dass es deine kleine Kinderhand ist, die mich streichelt und du es bist, die auf meinem Rücken vor Freude jauchzt. Mein Fell ist ganz seidig und glänzt herrlich von dem guten Hafer, den ich im Winter gefressen habe. Weißt du, dass Esel auch Träume haben, genauso wie die Menschen? Vor ganz, ganz vielen Jahren haben wir Esel etwas Wundervolles erlebt. Jede Eselmama erzählt es ihren Kindern und die Kinder sagen es dann ihren Kindern wieder weiter. Meine Ur, Ur, Ur,….mama und mein Ur, Ur, Ur,….opa haben in der Zeit gelebt, als sich der liebe Gott als Mensch den Menschen zeigte. Sie waren, stell dir das vor, in dem Stall in Bethlehem, wo das Jesuskind zur Welt kam. Sie haben viele Nächte über seinen Schlaf bei der Krippe gewacht. Den ganzen Himmel überstrahlte ein klarer Stern mit seinem langen Schweif und machte die Nächte zum Licht. Es war nachts ganz hell. So ein Stern wurde nur damals gesehen. Kannst du dir vorstellen, wie glücklich mein Ur, Ur, Ur,…opa und meine Ur, Ur, Ur,…mama und die anderen Tiere waren, wenn sie der liebe Gott als kleines, hilfloses, in Windeln gewickeltes Baby anstrahlte? Ja, das ist mein Traum. Ich möchte auch einmal so glücklich sein. Noch glücklicher, als wenn ein Kind au meinem Rücken sitzt und ich seine kleine, hilfsbedürftige Hand auf meinem Fell spüre. Ja, ich träume davon, dass der liebe Gott einmal auf mir reitet. Stell dir vor, meine Mama hat mir erzählt, dass er schon einmal auf einem Eselkind zusammen mit der Eselmama nach der Heiligen Stadt, nach Jerusalem, geritten ist. Also ich glaube, dass er uns Esel ganz besonders gernhat. So gern, wie uns die vielen Kinder haben, die von überall her hier zu unserem Eselhof kommen, um uns zu sehen. Wir Esel sind das einzige Tier auf der Welt, das eine andere Tierart heiraten kann. Wir können auch Pferde zur Frau oder zum Mann nehmen und mit ihnen eine Familie gründen. Die Kinder heißen dann Maulesel. Aber ich hoffe, dass ich mich niemals in ein Pferdchen verlieben werde. Wenn ich eines sehe, schaue ich immer gleichweg. Ich will nur ein Tier meiner Art, einen Esel heiraten. Dann wenn ich ein Pferd heiraten würde, könnten meine Kinder keine Babys mehr bekommen. Niemand könnte dann mehr in meiner Familie die wundervollen, herrlichen Erlebnisse aus unserer Vergangenheit weitererzählen. Das will ich auf keinen Fall!  Hoffentlich kannst auch du mir recht bald etwas von dir in meine langen Ohren flüstern! Wenn du endlich da bist und deine Tante ein Bild von uns beiden machen kann, dass sie später zu dieser Geschichte kleben wird, dann wissen wir, dass alles gut ist. An diesem Tag leuchtet so hell wie nachts der Mond und die Sterne ein Regenbogen vom Meer über unseren Eselhof bis ganz, ganz weit ins Land hinein.

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