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Weihnachtsgeschichten 2019 Wichtel-Weihnacht
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Alle waren aufgeregt, konnten sich aber schon denken, worum es ging. Denn in einer Woche war Weihnachten. Sie freuten sich und flüsterten darüber, dass der große Platz wieder festlich geschmückt wird. Mit einem großen Weihnachtsbaum, mit selbstbemalten Kugeln und Kerzen, goldglitzerndem Lametta, Kränzen und Girlanden drumherum. Geschenke würden unter dem Baum liegen und natürlich durfte ein großer leuchtender Stern auf der Spitze auch nicht fehlen. Doch was noch keiner ahnte, es sollte alles anders kommen. Das Oberhaupt, den alle nur den „Alten Grauhut“ nannten, sprach wie in jedem Jahr darüber, wer welche Aufgabe hatte und nannte einen genauen Zeitplan. Denn nur wenn alle zusammenarbeiten würden, könnten sie rechtzeitig Weihnachten feiern. Die Köchin Sanna stellte sofort ein Menü zusammen und sandte ihre Helfer in die große Speisekammer, um alle Zutaten zu prüfen. „Erstellt mir eine genaue Liste, damit nachher nichts fehlt.“ Die Wichtel nahmen sich Stift und Papier und sausten los. Leedan wiederum ging mit seinen Helfern Richtung Wald, um einen schönen Weihnachtsbaum zu finden. Viele andere folgten ihnen, um noch Tannenzweige und -zapfen für die Kränze und Girlanden zu sammeln. Alle Wichtel waren sehr beschäftigt. Sie putzen ihre Häuser, schmückten und dekorierten die Wohnungen und räumten den großen Platz für den Baum. Hier und da sangen und pfiffen sie Weihnachtslieder. Von „Jingle Bells“ bis „O Tannenbaum“ war alles dabei. Dann war es endlich soweit, der Weihnachtstag war gekommen. Der Platz erstrahlte durch die vielen Kerzen und Lichter. Ein riesiger leuchtender Baum mit viel Lametta und Schleifen stand in der Mitte des Platzes. Die Wichtel legten ihre Geschenke darunter, und es begann zu schneien. Sie nahmen alle an der festlich geschmückten Tafel Platz, wo Sanna und ihre Helfer ein wundervolles Mahl aufgestellt hatten. Es gab einen großen Braten, Kartoffeln, Gemüse, Bratäpfel und selbstgebackenes Brot. Natürlich gab es auch Pudding für den Nachtisch. Während des Essens wurde der Schneefall immer schlimmer. Plötzlich kam starker Wind auf, es wurde richtig stürmisch. Der Wind pfiff zwischen den Tannenzweigen des Weihnachtsbaumes hindurch über das Festmahl hinweg. Die Geschenke fingen an zu rutschen, und einige flogen sogar davon. Die Wichtel bekamen es mit der Angst zu tun und liefen wild umher. Es war das reinste Chaos. Dann ergriff eine starke Sturmböe die leuchtende Tanne, und sie stürzte direkt auf die gedeckte Tafel und begrub das herrliche Essen unter sich. Aber so schnell wie der Sturm kam, war er auch wieder vorbei. Nach und nach kamen die Wichtel wieder hervor. Einige hatten sich unter dem Tisch versteckt, andere standen dicht an dicht gedrängt in Hauseingängen ,und wieder andere lagen unter abgebrochenen Tannenzweigen. Sie halfen sich gegenseitig, befreiten sich von Zweigen, von Lametta und räumten Stühle zur Seite. Dann wurde es plötzlich ganz still. Sie alle brauchten einen Moment, um zu verstehen. Sie schauten sich um und waren sehr traurig darüber, dass alles kaputt war. Sie hatten sich solch eine Mühe gegeben und nun ... Dann schauten sie sich noch einmal um, und als klar war, dass alle Wichtel diesen kurzen, aber heftigen Schneesturm überstanden hatten und niemand ernsthaft verletzt war, trat der Alte Grauhut vor und sprach: „Meine Lieben, niemand ist ernsthaft zu Schaden gekommen und das ist das Wichtigste. Alles andere können wir wieder aufbauen, also seid nicht traurig darüber, dass ihr keine Geschenke und keinen Braten bekommt, seid dankbar dafür, dass wir uns noch alle haben.“ Sie sahen sich an und fingen langsam an zu lachen. Dann fielen sie sich dankbar in die Arme und sangen gemeinsam lachend „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

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