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„Nach sauber kommt oft kaputt“

Guter Geruch gleich Sauberkeit? Fünf Putzmythen im Check – und wie es besser geht

Jemand trägt gelbe Handschuhe und putzt ein Waschbecken.

Mit Essig das Bad putzen? Ein Experte erklärt, warum das keine gute Idee ist.

Berlin/Theley. Beim Reinigen des Haushalts scheiden sich oft die Geister: Die einen wünschen sich eine fast klinische Sauberkeit, andere sind überzeugt davon, dass eine gewisse Menge an Keimen das Immunsystem stärkt. Was aber nun ist das richtige Maß und das Mittel der Wahl?

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„In einem normalen Haushalt genügt es vollkommen zu reinigen, dort müssen Sie nicht desinfizieren“, sagt Oliver Majowski vom Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks. Er warnt davor, dass Dämpfe aus Desinfektionsmitteln gesundheitsschädlich sein können. Mehr als ein Allzweckreiniger und Glasreiniger seien eigentlich nicht nötig. Alternativ könnten alte Hausmittelchen verwendet werden, so der Reinigungsprofi, der dafür auf die Tante-Klara-App verweist.

1. Es riecht gut, also ist es sauber?

Ein weit verbreiteter Irrglaube sei, dass Sauberkeit am guten Geruch erkannt werden könne, sagt Claudia Forster-Bard vom Bundesverband hauswirtschaftlicher Berufe (MdH): „Das ist falsch, denn gerade das Fehlen eines Geruchs bedeutet, dass es sauber ist.“ Sie rät dazu, auf Reinigungsmittel mit Duftstoffen zu verzichten, weil diese Allergien fördern können. Wird zum Putzen heißes Wasser verwendet, können sich Inhaltsstoffe aus den Putzmitteln lösen, die die Atemwege reizen, ergänzt Majowski. Eindringlich warnt er davor, gleichzeitig einen Chlorreiniger und Mittel auf Basis von Zitronensäure und Essig zu verwenden. Denn dann könne giftiges Chlorgas entstehen.

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2. Lieber Zitrone statt Essig?

Essig sei zwar ein beliebtes Reinigungsmittel, wirke aber oft zerstörerisch, erklärt Majowski weiter: „Im Sanitärbereich sollte damit nicht gearbeitet werden.“ Denn das Mittel kriecht in jede Ritze und schädigt zum Beispiel Armaturen. Eine schonendere Alternative sind Zitronen. Auch Nagellackentferner und Aceton können problematisch sein, weil damit zum Beispiel lackierte Flächen und Bezugsstoffe von Möbeln angegriffen werden. „Nach sauber kommt oft kaputt“, sagt Majowski. Ein Tipp von ihm: Zum Reinigen von Kunstleder kann Haarspray verwendet werden. Damit werden Wattepads besprüht, anschließend wird die verunreinigte Stelle benetzt und vorsichtig abgetupft. Kunststoffflächen können gut mit Wasser und einem Melaminschwamm gereinigt werden.

3. Besser Zahnspangenreiniger statt Backpulver

Bilden sich rosafarbene Streifen in der Dusche, am Duschvorhang oder in der Toilette, sei das kein Zeichen für mineralhaltiges Wasser, sondern für Bakterienbefall, erklärt Forster-Bard. Sie sollten regelmäßig entfernt werden. „Das geht mechanisch mit einem rauen Schwamm und einem normalen Sanitärreiniger“, erläutert sie. Backpulver sei entgegen landläufiger Meinung jedoch kein gutes Reinigungsmittel. Zwar könne damit Schmutz gelöst werden, aber die enthaltene Stärke verkleistert und muss mühsam entfernt werden. „Für hartnäckige Verschmutzungen sollten besser Zahnspangenreiniger oder Spülmaschinenreiniger verwendet werden“, empfiehlt sie.

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4. Mit Kaffeesatz Rohre richtig reinigen?

Die Reinigung von Rohrleitungen ist ein heikles Thema, weil viel falsch gemacht werden kann. Kaffeesatz etwa sei dafür ungeeignet, erklärt Ralph Sluke, Geschäftsführer des Verbands der Rohr- und Kanaltechnik-unternehmen. Denn der Kaffeesatz scheuert nicht sauber, wie vielfach angenommen wird, sondern vermischt sich oft mit Fett. Die entstehende Masse kann dann das Rohr verstopfen.

Aber auch handelsübliche Rohrreiniger können laut Sluke problematisch sein, weil die Stoffe, die zur Verstopfung führen, meist nur angelöst werden. „Anschließend werden sie knochenhart“, so der Experte. Eine weitere Gefahr: Die Mittel sind ätzend und entwickeln mitunter so viel Hitze, dass sich Rohre verformen oder sie sogar platzen können, warnt Majowski. Eine ähnliche Wirkung kann Cola in Verbindung mit Mentos haben. Dabei handelt es sich also auch um einen problematischen Rat.

Wer Abflüsse reinigen möchte, sollte einen Nasssauger oder Spiralen verwenden, empfiehlt Majowski. Ebenfalls geeignet seien Saugglocken, die einen Unterdruck erzeugen. Damit es gar nicht erst zur Verstopfung kommt, sollten keine Speisereste, Binden oder ähnliches über Wasserleitungen entsorgt werden. Außerdem sollte an der Toilette nicht ständig die Wasserspartaste gedrückt werden, sagt Sluke: „Es muss genügend Wasser nachkommen – auch in der Kanalisation.

„Wer beim Putzen auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte Schutzbrille und Handschuhe verwenden, rät Majowski. Zwar sammelten sich darin Keime, aber das seien ja die eigenen, gibt der Experte Entwarnung. Es genüge deshalb, die Handschuhe regelmäßig auszuwaschen und innen trocknen zu lassen.

Diese Haushaltsmittel helfen

Rotweinflecken auf dem Teppich oder auf Polstermöbeln sind ein großes Ärgernis. Zunächst sollte die Flüssigkeit mit einem Tuch aufgesaugt, aber auf keinen Fall verrieben werden. Anschließend kommt am besten Salz darauf, das nach einigen Stunden abgesaugt wird. Farbflecke können mithilfe von kohlensäurehaltigem Wasser aus Teppichen und aus Stoffen gelöst werden. Anschließend wird der Schmutz mit einem saugfähigen Tuch und kreisenden Bewegungen aufgenommen.

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Edelstahltöpfe können mit Ketchup gereinigt werden. Die darin enthaltene Essigsäure löst Belege. Nicht geeignet ist hingegen schwarzer Tee zum Reinigen von Fenstern. Besser ist es, ein wenig Spiritus ins Wasser zu tun. Silberschmuck und Besteck erhalten ihren Glanz mit Zahnpasta zurück. Nach dem Einreiben sollte das Metall in warmes Wasser gelegt werden, damit sich die oxidierten Silberpartikel lösen.

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