„Dabei müssen höchste Anforderungen erfüllt werden“

Beruf mit Zukunft: Was macht ein Industriepharmazeut?

Im Reinraum werden Insuline bei absoluter Keimfreiheit in Zylinderampullen abgefüllt.

Frankfurt/M. Kein Staubkörnchen, kein Keim, kein Luftzug: Der Arbeitsplatz von Angela Arndt muss nicht nur sauber sein, sondern steril. Es ist der Reinraum, in dem Insulin abgefüllt wird. Die 38-Jährige arbeitet als Industriepharmazeutin bei Sanofi am Standort in Frankfurt am Main und ist dort für die Qualität eines Medikaments verantwortlich. In dem Pharmaunternehmen ist sie eine von mehreren Tausend Expertinnen und Experten im weltweit agierenden Unternehmen, die damit beschäftigt sind, Arzneimittel und Impfstoffe zu entwickeln, zu produzieren und abzufüllen.

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100-prozentige Kontrolle

Genau genommen befindet sich der Arbeitsplatz von Arndt nicht im, sondern außerhalb des Reinraums, in dem viele kleine Maschinen automatisiert den Herstellungsprozess übernehmen. „Bei der Produktion eines sterilen Arzneimittels mitzuwirken – das ist für mich das Sahnehäubchen“, erzählt die ausgebildete Apothekerin. „Dabei müssen höchste Anforderungen erfüllt werden.“

Das heißt: 100-prozentige Kontrolle. „Denn jede technische Störung kann sich auf das Medikament auswirken – da kriegt man schon mal einen Adrenalinschub, weil man weiß, was auf dem Spiel steht.“ Schließlich gehe es am Ende um die Gesundheit der Patientinnen und Patienten.

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Die Qualität des produzierten Insulins sicherzustellen, um Chargen freigeben zu können, das ist nur ein Teil der Aufgaben, die bei Arndt auf dem täglichen Plan stehen. Auch das Arbeiten am Schreibtisch gehört dazu: Berichte lesen, Abläufe koordinieren, das Team organisieren – ihre „Mannschaft“ besteht aus elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Die Abläufe müssen genau abgestimmt werden.“

„Jeder Tag bringt etwas Neues, langweilig wird mir nie“, erzählt Arndt, die diese Abwechslung im Berufsalltag schätzt, aber auch weiß, dass sie jederzeit in die Forschung und Entwicklung oder ins Marketing wechseln könnte.

Mit Apothekerabschluss

Industriepharmazeutinnen und -pharmazeuten studieren in der Regel acht Semester Pharmazie an einer Universität, machen dann ein praktisches Jahr – ein halbes davon in einer Apotheke – und legen anschließend eine pharmazeutische Prüfung (Staatsexamen) zur Apothekerin beziehungsweise zum Apotheker ab.

„Als Industriepharmazeutin kenne ich mich in den einzelnen Naturwissenschaften aus, weiß aber auch über die Wirkungsweise der Medikamente Bescheid, kann somit das Gesamte sehen“, würdigt Arndt ihre Ausbildung. Sie weiß: „Die Anzahl dieser Fachkräfte ist in Deutschland begrenzt.“

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Nachfrage steigt weiter

In Zukunft werde die Nachfrage weiter steigen, da ist sich Andreas Aumann, Sprecher des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sicher. Nach Angaben des BPI arbeiten in Deutschland mittlerweile fast 145.000 Menschen in pharmazeutischen Unternehmen. Damit sei die Branche in nur fünf Jahren im zweistelligen Prozentbereich gewachsen.

„Die Gesellschaft wird älter und der Bedarf an Arzneimitteln und anderen Gesundheitsdienstleistungen steigt“, erklärt Aumann diese Entwicklung. „Dass die pharmazeutische Industrie nach wie vor ein beliebter Arbeitgeber ist, liegt aber sicherlich auch an den spannenden und vielseitigen Aufgaben, der Internationalität und den leistungsgerechten Gehältern in der Branche“, so der BPI-Sprecher.

Steckbrief:

Industriepharmazeutinnen und ‑pharmazeuten arbeiten vor allem in den Bereichen Arzneimittelforschung, ‑entwicklung und ‑herstellung. Zudem zählen die Arzneimittelzulassung und ‑sicherheit zu ihren Aufgabengebieten.

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  • Ausbildungsform: Pharmaziestudium, praktisches Jahr, Apothekerprüfung (Staatsexamen)
  • Ausbildungsdauer: fünf Jahre
  • Voraussetzungen: Abitur mit guten Noten in Mathematik, Chemie und Physik
  • Branchen: Pharmaindustrie, Forschung und Entwicklung

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