Jeder Vierte kann nicht abschalten

Umfrage: Arbeits- und Zeitdruck im Homeoffice nimmt weiter zu

Laut einer Studie arbeiten Beschäftigte im Homeoffice öfter, obwohl sie krank sind.

Eine Umfrage zeigt, dass viele Beschäftigte den Trend zu mobiler Arbeit begrüßen, gleichzeitig aber immer weniger nach Dienstschluss oder im Urlaub abschalten können.

Hannover. Viele Beschäftigte schätzen den Trend zu mobiler Arbeit, gleichzeitig können immer weniger nach Dienstschluss oder im Urlaub abschalten. Das ist eines der Ergebnisse des „Monitors Digitalisierung“, einer Umfrage unter Industriebeschäftigten. Dazu hat die Gewerkschaft IG BCE zum zweiten Mal nach 2019 Daten aus den von ihr vertretenen Branchen erheben lassen – von Chemie- und Pharmaindustrie über Kautschuk- und Kunststoffbranche bis zu Energie- oder Zementwirtschaft. An der Befragung beteiligten sich mehr als 11.000 Menschen aus fast 1600 Betrieben, wie es in einer Mitteilung am Donnerstag hieß.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Jeder Vierte kann nicht abschalten

Die Mehrheit derjenigen, die auch von daheim oder unterwegs arbeiten können, möchte demnach die neuen Möglichkeiten nicht missen. Gleichzeitig spüren die Menschen auch die Schattenseiten: Der Arbeits- und Zeitdruck ist weiter gestiegen.

„Digital Nomad Village“: Homeoffice im Urlaub auf Madeira

Ponta do Sol wurde im Februar 2021 das erste „Digital Nomad Village“ der Welt. Kostenfreie Arbeitsplätze werden dabei zur Verfügung gestellt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In beiden Befragungen lassen sich die vor allem durch den Homeoffice-Trend in der Corona-Zeit ausgelösten Veränderungen ablesen. So gibt eine Mehrheit der Beschäftigten (55 Prozent) an, die Digitalisierung bedeute für sie wachsende Arbeitsverdichtung. 2019 hatte dieser Wert bei 47 Prozent gelegen. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) stimmte zudem voll oder überwiegend der Äußerung zu, nach der Arbeit nicht abschalten zu können, für weitere 31 Prozent gilt dies zumindest zum Teil. 2019 hatten diese Werte noch bei 20 beziehungsweise 27 Prozent gelegen.

Neue Regelungen für mobile Arbeit

„Dieser negative Trend ist ein deutliches Warnsignal“, sagt Francesco Grioli, IGBCE-Hauptvorstandsmitglied. Kern des Problems sei eine in vielen Unternehmen stillschweigend vorausgesetzte „Always On“-Haltung. Dem müsse ein Riegel vorgeschoben werden. „Wir brauchen ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit“, forderte Grioli. Gleichzeitig werde die IGBCE mehr Rahmenvereinbarungen zum Arbeitsvolumen mit digitalen Systemen durchsetzen, um die Beschäftigten zu schützen. Zudem gelte es, mobile Arbeit branchenweit ordentlich zu regeln.

Klar ist, dass die Beschäftigten trotz allem auf Homeoffice nicht verzichten möchten. 47 Prozent sind zufrieden mit ihrem aktuellen Anteil an Heimarbeit, weitere 37 Prozent würden ihn gern noch erhöhen.

RND/dpa

Mehr aus Beruf & Bildung

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Spiele entdecken