Härtetest in Nordfinnland

Cupra Born im Schnee – elektrisch rutschen

Viel Fahrspaß in Finnlands Norden: Der Cupra Born macht auch auf verschneitem arktischen Terrain eine gute Figur.

Viel Fahrspaß in Finnlands Norden: Der Cupra Born macht auch auf verschneitem arktischen Terrain eine gute Figur.

Mit einem E-Auto Spaß auf Eis und Schnee haben? Ohne Angst vor Reichweitenverlust? Ja, das geht, wenn auch nicht unbedingt unter klassischen Alltagsbedingungen, sondern bei Testfahrten auf vereisten und verschneiten Pisten im nördlichen Finnland.

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Gestartet wird in Rovaniemi in der Nähe des Flughafens, der gleich neben der berühmten Europastraße 75 liegt. Wir sind mit der 170 kW/231 PS-Version des Cupra Born unterwegs. Die stärkste Variante des spanischen Kompaktfahrzeugs kostet mindestens 38.600 Euro. Wer statt des 58 kWh großen Akkus die 77-kWh-Batterie haben möchte, muss 5700 Euro dazuzahlen. Die Reichweite steigt dann nach WLTP auf 548 Kilometer, 128 mehr als mit dem Basisakku.

Im harten nordfinnischen Winter sind die Hauptstraßen zwar weitgehend von Schnee befreit, lassen aber kaum den Grip zu, um die ansatzlos zupackenden 310 Newtonmeter an Drehmoment auf die Oberfläche zu übertragen. Doch damit ist es nach ein paar Kilometern ohnehin vorbei, wenn es auf die zugeschneiten Nebenstraßen geht. Schnell kristallisiert sich heraus, dass der Stromer solide Wintereigenschaften mitbringt. Heckantrieb und der aufgrund tief installierter Batterie günstige Schwerpunkt lassen ihn ganz gut durch das kalte Gewühl kriechen. Ein Satz ordentlicher Winterreifen natürlich vorausgesetzt, in Nordskandinavien gerne auch mit kleinen Spikes.

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Auf der Zufahrt zum Eistrack gilt maximale Vorsicht, man will den sportlichen Born ja schließlich heil lassen. Später bei den Dynamikübungen geht es ganz schön forsch zu – natürlich immer mit der patenten Anleitung diverser Instruktoren. Verschiedene Konfigurationen bei den Fahrprogrammen sorgen dafür, dass der Born mehr oder weniger in der Lage ist zu driften. Die Topversion soll später auch die Möglichkeit bekommen, ganz ohne elektronisches Stabilitätsprogramm operieren zu können, was in diesem Segment ungewöhnlich ist.

Auf dem Slalomkurs muss der Stromer zeigen, dass er auch unter widrigen Wetterbedingungen sicher um die Pylonen wuselt. Hier lernt man nebenbei, wie man gut durch Schnee kommt: Es gilt – wenn man dabei ist, sich festzufahren oder es schon getan hat – sich ruhig mit einem kräftigen „Gasstoß“ und entschlossenem Gegenlenken aus der Schnee- oder Eis-Bredouille zu befreien. Das klappt gut, wenn man nicht zu zaghaft agiert.

Investition in die Wärmepumpe ist gut angelegtes Geld

Schön ist, dass die elektrische Heizung schnell anspricht – man riskiert aber, dass bei minus drei Grad dabei die Traktionsbatterie auszehrt. So gesehen ist die Investition in die Wärmepumpe (Aufpreis: 1000 Euro) gut angelegtes Geld – vor allem bei der kleineren Batterie, deren Strom man ja eher für die Fortbewegung als für das Beheizen verwenden möchte.

Generell ist der Cupra vor allem optisch eine interessante Abwechslung zu den eher gesetzten Alternativen im Kompaktsegment. Insbesondere die überall am Fahrzeug zu findenden Designeinlagen in der Farbe „Copper“ (Kupfer) als Cupra-Markenzeichen sorgen für markanten Wiedererkennungswert. Innen entpuppt sich auch der Born als Infotainment-Genie mit großer Touchscreen-Fläche. Sogar ein Head-up-Display, das die Fahrdaten aus Augmented Reality projiziert, ist zu haben. Das Extra schlägt allerdings mit 1000 Euro extra zu Buche.

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Sportive, aber dennoch bequeme Sitze machen den Born zum Allzweckgerät, mit dem man sich auch auf weitere Reisen trauen kann. Schließlich zieht die Batterie im Peak Strom mit 120 kW Ladeleistung, der 77-kWh-Akku kann sogar mit 130 kW laden. Der Hersteller gibt an, die große Batterie binnen 36 Minuten von 5 auf 80 Prozent Füllstand zu bringen.

RND/Patrick Broich, SP-X

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