Reisen wieder möglich

Die letzte Covid-Festung fällt: Westaustralien öffnet seine Grenzen

Westaustralien öffnet seine Grenzen. Auf dem Bild ist die Hauptstadt Perth zu sehen.

Westaustralien öffnet seine Grenzen. Auf dem Bild ist die Hauptstadt Perth zu sehen.

Westaustralien. Vier Monate nachdem Sydney wieder die ersten internationalen Reisenden empfangen hat, öffnet nun auch die letzte Covid-Festung Australiens ihre Grenzen. Der Bundesstaat Westaustralien hatte sich seit Beginn der Pandemie nicht nur vom Rest der Welt abgeschottet, sondern auch vom Osten des Landes. Besucherinnen und Besucher aus Sydney oder Melbourne, wo die Pandemie deutlich schlimmer wütete als im Rest des Landes, hatten kaum eine Chance, nach Westaustralien zu reisen – es sei denn, sie erhielten eine Ausnahmegenehmigung und gingen in Quarantäne.

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Anfangs fiel dies nicht so sehr ins Gewicht. Bei einer Fläche von 2,6 Millionen Quadratkilometern, mehreren Stunden Zeitunterschied und viel Wüste und Outback zwischen sich und dem Rest der Nation ist der Staat auch zu normalen Zeiten recht isoliert. Bei der Ankündigung der Grenzschließung im April 2020 erklärte Premier Mark McGowan dann auch, dass sich Westaustralien in einer „einzigartigen Position“ befinde. „Wir können eine andere Richtung einschlagen als der Rest des Landes und tatsächlich auch der Rest der Welt“, sagte er. „Unsere Isolation ist jetzt unsere beste Verteidigung.“

„Gefühlte“ Mauer abgerissen

Damit war Australien also lange Zeit in West und Ost gespalten. Doch am Donnerstag wurde diese gefühlte „Mauer“ nun abgerissen. Westaustralien, das über die vergangenen zwei Jahre hinweg immer wieder mal mit Nordkorea verglichen worden war und von Kritikern als „Einsiedlerkönigreich“ beschimpft wurde, begrüßte wieder erste Gäste: Laut der Behörden wurden bereits am ersten Tag 8000 Reisende erwartet.

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Rein statistisch gesehen war die Abschottung ein Erfolg: Bei etwas über 10.000 Covid-Infektionen verzeichnete der Staat bisher zehn Tote. Die geschlossenen Grenzen bescherten den Westaustraliern zudem ein fast normales Leben. Nach dem anfänglichen Lockdown zu Beginn der Pandemie brauchte es nur noch drei kurze Blitzlockdowns – insgesamt zwölf Tage – um die Lage unter Kontrolle zu halten. Bald fanden in Perth wieder Großveranstaltungen mit bis zu 60.000 Besucherinnen und Besuchern statt.

Wirtschaftlich gut überstanden

Auch wirtschaftlich schadete die Isolation dem Staat nicht. So berichtete der Geschäftsführer der Australian Hotels Association (AHA) WA, Bradley Woods, dem australischen Sender ABC, dass die Gastronomie und Hotellerie im Vergleich zum Osten des Landes recht gut abschneide. „Die Westaustralier konnten den Staat nicht verlassen“, meinte er. „Das bedeutet, dass Gastronomie, Unterkunft und Resorts davon erheblich profitiert haben.“

Auch die Unternehmensinvestitionen in Westaustralien sind in den letzten beiden Geschäftsjahren gewachsen und machten im letzten Geschäftsjahr 2020/21 19,2 Prozent der Gesamtinvestitionen Australiens aus. Auch die Arbeitslosenquote ist auf einem historischen Tiefstand.

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Pandemie auch in Westaustralien angekommen

Gleichzeitig haben viele Westaustralierinnen und Westaustralier aber Zeit mit Familie und Freunden im Rest von Australien verpasst: Hochzeiten, Beerdigungen, Reisen und Besuche mussten verschoben oder ganz abgesagt werden. Trotz des Verzichts, den die Menschen üben mussten, wurde die No-Covid-Politik des westaustralischen Premiers Mark McGowan überwiegend positiv von der Bevölkerung aufgenommen. Bei den Wahlen in Westaustralien im vergangenen Jahr siegte er mit seiner Partei souverän.

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Einige sorgen sich jetzt jedoch, wie die Westaustralier mit der neuen Realität umgehen werden. Andere Länder hätten in der Zwischenzeit gelernt, mit dem Virus zu leben, schrieb beispielsweise die deutsche Auswanderin Claudia Richards, die in Westaustralien lebt, in einer E-Mail. In ihrem Staat kenne man dagegen bisher nur das „totale Abschotten von der Außenwelt“. Dadurch habe man nichts dazugelernt und nicht genug unternommen, um sich auf die Pandemie vorzubereiten.

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Doch die ist inzwischen auch in Westaustralien angekommen: Selbst vor der Grenzöffnung am Donnerstag waren die Covid-Zahlen aufgrund der ansteckenderen Omikron-Variante auf fast 1800 Fälle pro Tag angestiegen und es wird erwartet, dass sie in den kommenden Tagen nochmal deutlich weiter in die Höhe klettern.

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