RSV-Welle bei Kindern nicht gebrochen

Krankenhäuser rechnen mit weiter steigender Zahl an Atemwegserkrankungen

Ein am Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV) erkrankter Patient liegt auf einer Kinderstation in einem Krankenbett. (Symbolbild)

Ein am Respiratorischen Synzytial-Virus (RS-Virus oder RSV) erkrankter Patient liegt auf einer Kinderstation in einem Krankenbett (Symbolbild).

Die Erkältungszeit sorgt in diesem Jahr für gravierende Engpässe auf den Kinderstationen der Krankenhäuser. Besonders aus Ballungszentren gibt es seit Tagen Meldungen über Überlastungen und Erreichen der Kapazitätsgrenzen in Kinderkliniken. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) geht von einer weiter steigenden Zahl an Atemwegserkrankungen bei Kindern in den kommenden Tagen aus.

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„Wir müssen damit rechnen, dass die RSV-Welle noch einige Tage ansteigt“, sagte DKG-Vorstandsvorsitzender Gerald Gaß dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „In Frankreich wurde der Höhepunkt gerade überschritten, und wir sind rund zehn Tage hinterher. Wir hoffen, dass wir im Laufe der kommenden Woche den Höhepunkt überschritten haben.“

In einigen Krankenhäusern mussten kranke Kinder mit ihren Eltern in der Notaufnahme sitzen und konnten nicht aufgenommen werden, weil keine Betten frei waren. Manche Eltern müssen inzwischen weite Wege fahren, um ein freies Krankenhausbett zu finden. Die Personallage sei „angespannt“, begründet Gaß die Probleme. „Wir haben noch immer deutlich höhere Krankenstände als in normalen Zeiten.“ Dies liege laut dem Vorstandsvorsitzenden der Krankenhausgesellschaft an der beginnenden Grippezeit und der coronabedingten Isolation und Quarantänepflicht. „Das führt wiederum dazu, dass Intensivbetten auch im Kinderbereich nicht betreibbar sind.“

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Die Welle an Atemwegserkrankungen ist typisch für den Herbst und Winter und führt jedes Jahr zu einer erhöhten Belastung der Kliniken. Besonders bei Kleinkindern führt das RS-Virus vermehrt zu Erkrankungen und Krankenhauseinweisungen, so das Robert Koch-Institut (RKI). Viele Kinder müssen beatmet werden.

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Zwar gebe es RSV-Wellen jedes Jahr, so DKG-Chef Gaß. „Dieses Jahr ist die Welle aber besonders stark“, sagt er. Warum, sei schwierig zu erklären. Er vermutet: „Es gibt wahrscheinlich eine Art Nachholeffekt, denn in den vergangenen Jahren haben Kinder durch Corona-Maßnahmen wie Kita-Schließungen weniger Kontakt mit Viren gehabt.“ Kurzfristige Lösungen für die hohe Belastung vieler Kliniken sind kaum in Sicht. Einige Krankenhäuser haben bereits ihre Notfallpläne aktiviert und holen Personal von anderen Stationen in die Kinderkliniken.

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