Frühwarnzeichen bei Covid-19

Schwerer Corona-Verlauf: Forschende finden wichtigen Auslöser

Ein Forschungsteam um die Immunologin Dr. Stefanie Kreutmair hat einen Auslöser für schwere Corona-Verläufe entdeckt.

Ein Forschungsteam um die Immunologin Dr. Stefanie Kreutmair hat einen Auslöser für schwere Corona-Verläufe entdeckt.

Wiesbaden/Zürich. Eine Corona-Infektion kann je nach Person sehr unterschiedlich verlaufen. Besonders seit die Omikron-Variante in Deutschland dominant geworden ist, verlaufen viele Erkrankungen mild. Innerhalb weniger Tage klingen Symptome wie Husten und Fieber wieder ab. Verläuft eine Infektion mit dem Virus allerdings schwer, kann das lebensbedrohlich werden. Doch wovon hängt es ab, ob jemand einen schweren Covid-19-Verlauf hat – oder eben nicht?

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Erkenntnisse wichtig für die richtige Behandlung

Einen wichtigen Trigger für schwere Corona-Verläufe hat ein Forschungsteam um die Immunologin Stefanie Kreutmair vom Institut für Experimentelle Immunologie an der Universität Zürich herausgefunden. Für ihre Arbeit wurde Kreutmair jetzt sogar mit dem Theodor-Frerichs-Preis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ausgezeichnet. Denn ebendiese Frage nach den Ursachen von schwerem Covid-19 ist in der Versorgung von Patientinnen und Patienten besonders wichtig. Je früher ein schwerer Verlauf identifiziert wird, desto gezielter können Medikamente verabreicht werden.

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In einer im Vorjahr veröffentlichten Studie mit 121 Covid-19-Erkrankten haben die Forschenden verschiedene Zellen untersucht, die an der Immunabwehr beteiligt sind. Die Ergebnisse wurden mit den Werten von gesunden Menschen, sowie von Patientinnen und Patienten mit einer schweren Lungenentzündung verglichen, die nicht durch das Coronavirus hervorgerufen wurden. So wollte das Forschungsteam herausfinden, welche spezifische Immunreaktion bei Covid-19 abläuft.

Frühwarnzeichen für schweren Verlauf

Mithilfe eines speziellen Analyseverfahrens konnten die Forschenden analysieren, was die Immunantwort bei einem schweren Corona-Verlauf von anderen unterscheidet. Das Ergebnis: Bei Patientinnen und Patienten mit einem schweren Verlauf ist die Anzahl einer bestimmten Gruppen von Killer-T-Zellen im Blut deutlich geringer. Dieser Mangel lasse sich bereits bei der Aufnahme in die Klinik feststellen, so die DGIM. Ein niedrigerer Wert sei damit ein Frühwarnzeichen für einen schweren Verlauf bei einer Corona-Infektion.

Wird das frühzeitig festgestellt, könne das Verfahren unmittelbaren Einfluss auf die Behandlung von Corona-Erkrankten nehmen. Durch einen Bluttest könne das Risiko frühzeitig erkannt werden, so DGIM-Generalsekretär Georg Ertl. Patientinnen und Patienten mit einem niedrigen Wert der betreffenden Killer-T-Zellen könnten dann genauer überwacht und schon früher spezifisch behandelt werden. Wer also stärkere Symptome verspürt oder bestimmte Risikofaktoren für schweres Covid-19 hat, sollte nicht zögern, den Hausarzt oder die Hausärztin zu kontaktieren.

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RND/kau

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