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Krankheit von Jada Pinkett Smith: Das sind die häufigsten Gründe für Haarausfall

Jada Pinkett Smith, hier mit ihrem Mann Will Smith, hat sich eine Glatze rasiert – die Schauspielerin leidet seit Langem unter kreisrundem Haarausfall.

Jada Pinkett Smith, hier mit ihrem Mann Will Smith, hat sich eine Glatze rasiert – die Schauspielerin leidet seit Langem unter kreisrundem Haarausfall.

Die Schauspielerin Jada Pinkett Smith leidet an kreisförmigem Haarausfall und hat sich aus diesem Grund eine Glatze rasiert. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich und wie sind die Heilungschancen? Die wichtigsten Formen von Haarausfall und ihre Behandlungsmöglichkeiten im Überblick.

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Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Typisch für den kreisrunden Haarausfall sind runde, kahle Stellen auf der Kopfhaut. Vom Haarausfall können zusätzlich auch Augenbrauen und Bart betroffen sein, in schweren Fällen verlieren Betroffene sogar die gesamte Körperbehaarung. Es scheint eine genetische Veranlagung für den kreisrunden Haarausfall zu geben, zudem kann dieser nach Stress in akuten Belastungssituationen auftreten. In vielen Fällen ist die genaue Ursache aber nicht feststellbar.

„Der kreisrunde Haarausfall entsteht dadurch, dass sich Antikörper gegen die Haarwurzeln bilden. So kommt es zu einer Entzündungsreaktion und einem Verlust der Haare“, erklärt Christoph Liebich, der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Inhaber einer dermatologischen Praxis in München ist. Weil es sich beim kreisrunden Haarausfall um eine Autoimmunreaktion handelt sei daher am besten immer auch abzuklären, ob diese mit einer bisher unerkannten Autoimmunerkrankung einhergeht, die zum Beispiel die Schilddrüse betreffen könne.

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Behandelt werde der kreisrunde Haarausfall zunächst mit entzündungshemmenden Salben. Eine weitere Möglichkeit sei die Behandlung der betroffenen Stellen mit einem Laser, die den Angriff der Immunzellen auf die Haarwurzeln hemmen soll, oder einer Reiztherapie. Bei einer Reiztherapie wird die Haut gezielt mit einer Substanz behandelt, die eine allergische Reaktion auslöst. Auch hierdurch können die Immunzellen davon abgehalten werden, die Haarfollikel zu zerstören.

Für alle Verfahren gelte aber, dass es keine Garantie für einen Behandlungserfolg gibt, sagt Liebich: „Grundsätzlich ist der Haarverlust beim kreisrunden Haarausfall zwar reversibel. Je länger aber die Symptomatik besteht, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Haare wieder vollständig nachwachsen.“

Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Die häufigste Form von Haarausfall ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen der erblich bedingte Haarausfall. Mit zunehmenden Alter entwickeln die Haarwurzeln (Haarfollikel) hierbei eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Dehydrotestosteron, einem Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Die Haarwurzeln verengen sich dadurch und die Haare fallen schneller aus. Der Haarausfall beginnt bei Männern am Scheitel und seitlich über der Stirn, die Folge sind Geheimratsecken und Glatze. Bei Frauen dünnt sich mit dem Alter meist nur das Haar am Scheitel aus. Die Ursache ist auch bei ihnen eine Reaktion auf Dehydrotestosteron, das im weiblichen Organismus ebenfalls vorkommt.

Der erblich bedingte Haarausfall, der mit dem Alter auftritt, sei keine Krankheit, betont Dermatologe Liebich. Es gebe aber inzwischen ein Medikament, mit dem er behandelt werden kann, wenn das aus kosmetischen Gründe gewünscht sei. „Erblich bedingter Haarausfall kann bei Männern und Frauen mit dem Wirkstoff Minoxidil behandelt werden. Die Behandlung ist aber nur wirksam, wenn sie regelmäßig jeden Tag durchgeführt wird.“ Minoxidil ist eigentlich ein Blutdrucksenker, kann äußerlich aber auch Haarausfall hemmen, vermutlich, weil es die Durchblutung der Kopfhaut steigert. Für Männer wurde auch der Wirkstoff Finasterid zugelassen: „Bei diesem sind aber schwere Nebenwirkungen zu befürchten, es kann unter anderem zur Brustbildung bei Männern und zur Impotenz kommen“, sagt Liebich.

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Diffuser Haarausfall

Von diffusem Haarausfall spricht man dann, wenn der Haarausfall nicht an bestimmten Stellen oder in einer bestimmten Form auftritt, sondern über die Kopfhaut verteilt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. „Eigentlich kann fast jede schwere Erkrankung mit diffusem Haarausfall einhergehen“, sagt Dermatologe Liebich. Der Haarverlust kann dabei die Folge einer starken Stressreaktion des Körpers sein.

„Auch Infektionserreger wie Pilze können zu Haarbruch und Haarverlust führen, wobei das in der Regel mit Pusteln auf der Kopfhaut einhergeht. Übertragen werden diese häufig durch Haustiere“, sagt Liebich. Eine Mangelernährung könne zu diffusem Haarverlust führen, ebenso Medikamente, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden oder hormonelle Therapien. „Ausgelöst werden kann der diffuse Haarverlust zudem durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft.“ Bei diffusem Haarverlust muss die Grunderkrankung behandelt werden. „Nach der vollständigen Ausheilung oder dem Absetzen eines Medikaments wachsen die Haare in der Regel wieder nach“, sagt Liebich.

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