Hamburg

91-Jährige mit Kissen erstickt? Prozess gegen 75-Jährigen auf Zielgerade

Das Urteil soll am 2. Dezember gesprochen werden.

Das Urteil soll am 2. Dezember gesprochen werden.

Hamburg. Im Mordprozess gegen einen 75 Jahre alten Mann, der eine wohlhabende 91-Jährige mit einem Kissen erstickt haben soll, stehen die Plädoyers und das Urteil an. Der Planung des Landgerichts Hamburg zufolge sollen am Donnerstag und Freitag die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung ihre Ausführungen machen. Das Urteil soll am 2. Dezember gesprochen werden.

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Dem Angeklagten wird vorgeworfen, die Seniorin aus Habgier getötet zu haben. Demzufolge soll er die demente und körperlich geschwächte Frau im September 2017 in ihrer Wohnung erstickt haben. Er selbst hatte noch die Polizei gerufen.

Zunächst war von einem natürlichen Tod ausgegangen worden, bis Rechtsmediziner Anzeichen von äußerer Gewalteinwirkung entdeckten. Bei den Vernehmungen soll sich der Angeklagte schließlich in Widersprüche verstrickt haben. Im Dezember wurde er festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Angeklagter war Bevollmächtigter der Dame

Der Angeklagte war seit 2011 als Bevollmächtigter der Dame eingesetzt und stand seit 2013 als Alleinerbe im Testament. Bei der notariellen Beglaubigung hatte die kinderlose Seniorin den Akten zufolge den Angeklagten als ihren „langjährigen Freund“ bezeichnet und ihr eigenes Vermögen auf etwa 220 000 Euro beziffert.

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Auch der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Mann ein „enges Pflege- und Vertrauensverhältnis“ zu der Witwe gehabt haben. Über mehrere Jahre soll er sich in Beträgen zwischen 11 und 2000 Euro insgesamt etwa 40 000 Euro von der Hamburgerin überweisen lassen haben. „Zur Finanzierung seiner eigenen Geldnot“, wie die Staatsanwältin sagte.

Miserable Tatort-Arbeit?

Der Angeklagte selbst schwieg zu Prozessbeginn. Seine Verteidiger dagegen hatten die miserable Tatortarbeit kritisiert. Eine Rechtsmedizinerin hatte im Laufe des Prozesses ausgesagt, dass die alte Dame mehrere Verletzungen hatte, die auf stumpfe Gewalteinwirkung oder Strangulation hinweisen würden. Als Beispiel nannte sie Einblutungen in den Augen, ein gebrochenes Sprunggelenk und Risse im Zungenband.

Der Deutsche ist auch wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung und weiterer Straftaten angeklagt. Insgesamt umfasst die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zufolge 50 Vorwürfe.

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Von RND/dpa

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