Tourismus

Kreuzfahrtreedereien schätzen Hamburg: Mehr Anläufe

Das Kreuzfahrtschiff „MSC Preziosa“ läuft im Hamburger Hafen ein.

Das Kreuzfahrtschiff „MSC Preziosa“ läuft im Hamburger Hafen ein.

Hamburg (dpa/lno). Kreuzfahrtreedereien schätzen die Hansestadt Hamburg als Ziel offensichtlich immer mehr. Nach Angaben der Cruise Gate Hamburg GmbH (CGH) schicken sie in diesem Jahr mehr Schiffe in die Hansestadt als jemals zuvor. Bislang habe es bereits 257 Anläufe gegeben, sagte CGH-Geschäftsführer Simone Maraschi am Dienstag. Bis Jahresende sollen es 280 Anläufe von 49 Hochseeschiffen sein. Hinzu kämen 41 Anläufe von Flusskreuzfahrtschiffen. Das sei die bislang anlaufstärkste Saison überhaupt und übertreffe die letzte Vor-Corona-Saison 2019 um 70 Anläufe. Die CGH ist für den Betrieb der Kreuzfahrtterminals und die Vergabe der Liegeplätze zuständig.

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Die Zahl der Passagiere reiche jedoch noch nicht an das Vorkrisenniveau heran, sagte Maraschi. Insgesamt erwarte Hamburg in der gesamten Saison rund 750.000 Fahrgäste. 2018 hatte der Hamburger Hafen bei 220 Anläufen noch mehr als 900.000 Passagiere verzeichnet. Diese Marke könnte jedoch im kommenden Jahr geknackt werden, wobei sich Maraschi bei der Auslastung der Schiffe nicht festlegen wollte. Er gehe von 780.000 bis eine Million Passagiere aus, sagte er.

Die Zahl der Anläufe im kommenden Jahr bezifferte er bei den Hochseeschiffen auf 284, darunter acht Erstanläufe, sowie bei den Flusskreuzfahrtschiffen auf 37. Allein bei den Cruise Days vom 8. bis 10. September seien acht Seeschiffe und zwei Flusskreuzfahrtschiffe angemeldet. Zum 834. Hafengeburtstag vom 5. bis 7. Mai wiederum werden sieben Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen erwartet.

Der 2021 begonnene Trend der Winter- und Nebensaisonkreuzfahrten wird sich nach Maraschis Einschätzung in diesem und auch in den folgenden Jahren fortsetzen. Sie seien inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Planungen in den Reedereien. Allein im vergangenen Jahr habe es 108 Anläufe mit 112.000 Passagieren gegeben.

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Die CGH verwaltet und vergibt für Kreuzfahrtschiffe die Liegeplätze an den Standorten Steinwerder, Altona, Baakenhöft und von Ende 2023 an auch in der HafenCity. Sie setzt bei allen Liegeplätzen auf eine Landstromversorgung der Kreuzfahrtschiffe. In Altona gibt es diese bereits seit 2016, in Steinwerder soll sie im kommenden Jahr folgen. «Bis zum Jahr 2025 wird Hamburg alle seine Kreuzfahrtterminals mit Landstrom ausgestattet haben», kündigte Maraschi an.

Landstrom gilt als ein Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität in der Schifffahrt. Bislang lassen viele Seeschiffe im Hafen ihre Motoren laufen, um sich mit Strom zu versorgen - mit entsprechenden Abgasen und CO2-Emissionen. Nach Angaben des internationalen Branchenverbands Clia sind inzwischen 35 Prozent der globalen Kapazität an Kreuzfahrtschiffen mit Landstromanschlüssen ausgestattet. Mehr als 80 Prozent aller Neubauten verfügten bereits ab Werft über Landstromanschlüsse. Gleichzeitig gebe es aber weltweit nicht einmal 20 Häfen, die Landstrom für große Kreuzfahrtschiffe anböten.

Die Nutzung bereits vorhandener Landstromkapazitäten in Hamburg ist bislang überschaubar, zumal die Reeder in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen haben, dass der auf den Schiffen produzierte Strom billiger sei als grüner Landstrom. So wurde die Anlage in Altona nach CGH-Angaben in dieser Saison bei 30 Anläufen genutzt. Bei 14 Anläufen seien die Schiffe durchgängig versorgt worden, sagte Maraschi. 2023 soll bei 50 Anläufen Landstrom eingesetzt werden, sofern dann auch die Anlage am Terminal Steinwerder in Betrieb ist.

«Wir haben alle ein Interesse daran, dass Landstromanlagen, die fertig sind, auch betrieben werden», sagte der Chef der Hafenbehörde HPA, Jens Meier. Auch erinnerte er daran, dass sich die Kreuzfahrtreeder in der Clia verpflichtet hätten, Landstrom zu nutzen, wenn er denn angeboten werde. Mit Blick auf das Fit-for-55-Programm der EU, wonach alle wichtigen Häfen in der Europäischen Union bis 2030 eine Landstromversorgung vorweisen müssen, sagte Meier, man sei dazu insbesondere mit Le Havre, Rotterdam, Antwerpen und Bremerhaven in einem engen Austausch.

© dpa-infocom, dpa:221121-99-606917/4

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