Hamburg

Frau (91) erstickt? Betreuer schweigt

Foto: Nach dem Tod einer 91-Jährigen in Hamburg-Blankenese begann am 31.05.2019 ein Mordprozess gegen ihren Betreuer. Der 74-Jährige ist auch wegen gewerbsmäßigen Betruges, Urkundenfälschung und weiterer Straftaten angeklagt.

Nach dem Tod einer 91-Jährigen in Hamburg-Blankenese begann am 31.05.2019 ein Mordprozess gegen ihren Betreuer. Der 74-Jährige ist auch wegen gewerbsmäßigen Betruges, Urkundenfälschung und weiterer Straftaten angeklagt.

Hamburg. Die Tatortarbeit sei miserabel gewesen und die Anklage basiere nur auf vorverurteilenden Mutmaßungen und Schuldzuweisungen. „Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben keineswegs den Nachweis erbracht, dass sich der Angeklagte aus dem Vermögen bereichert hat“, sagte einer der beiden Verteidiger am Freitag vor dem Landgericht Hamburg.

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Der Angeklagte war seit 2011 als Betreuer der Dame eingesetzt und stand seit 2013 als Alleinerbe im Testament. Über mehrere Jahre soll er sich insgesamt etwa 40.000 Euro von der Hamburgerin überweisen lassen haben.

Der Staatsanwältin zufolge muss ihm dabei klar gewesen sein, „dass sie nicht wusste und sehen konnte, was sie unterschrieb“. Der Deutsche ist auch wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Urkundenfälschung und weiterer Straftaten angeklagt. Insgesamt umfasst die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zufolge 50 Vorwürfe.

Angeklagter verstrickte sich in Widersprüchen

Der Anklage zufolge soll der Mann die demente und körperlich geschwächte Frau im September 2017 in ihrer Wohnung erstickt haben. Er selbst hatte noch die Polizei gerufen. Zunächst war von einem natürlichen Tod ausgegangen worden, bis Rechtsmediziner Anzeichen von äußerer Gewalteinwirkung entdeckten.

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Bei den Vernehmungen soll sich der Angeklagte schließlich in Widersprüche verstrickt haben. Im Dezember wurde er festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Von dpa

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