Prozess in Hamburg

Getötete Zweijährige: Mutter sagt aus

Foto: Ein halbes Jahr nach der Tötung eines zweijährigen Mädchens im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek begann am Mittwoch vor dem Landgericht in Hamburg der Prozess gegen den Vater des Kindes.

Ein halbes Jahr nach der Tötung eines zweijährigen Mädchens im Hamburger Stadtteil Neugraben-Fischbek begann am Mittwoch vor dem Landgericht in Hamburg der Prozess gegen den Vater des Kindes.

Hamburg. Im Prozess um eine getötete Zweijährige ist am Montag vor dem Hamburger Landgericht die Befragung der Mutter als Zeugin fortgesetzt worden. Der Vater des Mädchens muss sich wegen Mordes und fünf weiterer Straftaten verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll der 34 Jahre alte Pakistaner dem Kind am 23. Oktober vergangenen Jahres im Stadtteil Neugraben-Fischbek die Kehle durchgeschnitten und es dabei fast enthauptet haben. Er hatte die Tat zum Prozessauftakt gestanden.

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Die 33-jährige Mutter wurde bereits am vorherigen Prozesstag von dem Vorsitzenden Richter vernommen. Nun hatten auch die Staatsanwaltschaft, ein psychiatrischer Gutachter, die Nebenklage und die Verteidigung die Gelegenheit, weitere Fragen zu stellen. Die junge Frau berichtete detaillierter von den Bedrohungen, die ihr Ex-Partner ihr und ihrem Sohn gegenüber ausgesprochen hatte. Aussagen wie "Ich reiße euch die Gedärme raus" und "Ich werde euch zerstückeln" seien mehrfach gefallen. Drohungen seien generell "an der Tagesordnung" gewesen, gab sie an.

Bruder war sehr traurig

Auch der derzeitige Zustand ihres Sohnes, den sie mit in die Beziehung mit dem Angeklagten gebracht hatte und der zum Tatzeitpunkt fünf Jahre alt war, wurde thematisiert. Er sei nach dem Tod seiner Schwester sehr traurig gewesen. "Er hat geweint", berichtet die junge Frau. Der kleine Junge war vom Angeklagten mehrfach misshandelt worden, ihm sei "fast jeden Tag das Ohr umgedreht" worden und spätestens nach 18 Uhr habe er sein Zimmer nicht mehr verlassen dürfen. Er sei sehr froh, dass der Beschuldigte nun nicht mehr bei ihnen leben würde, berichtete die Mutter. Zudem habe er sie seit der Tat mehrfach voller Angst gefragt: "Er kommt doch nicht wieder, oder?"

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Auch schilderte die junge Frau einen kuriosen Vorfall: Einmal habe sie ihrem ehemaligen Lebensgefährten gegenüber die Befürchtung geäußert, dass die gemeinsame Tochter nachts Angst habe. Daraufhin habe der Angeklagte der Zweijährigen ein Messer unter ihr Kopfkissen gelegt. Die Befragung der Mutter muss zum einem späteren Zeitpunkt erneut fortgesetzt werden. Am kommenden Prozesstag, dem 11. April (9.30 Uhr) sind zunächst jedoch mehrere Zeugen geladen.

Von dpa

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