Kundgebungen

Hamburg: Mehr als 11 000 Menschen demonstrieren gegen Impfpflicht

Impfgegner sind in Hamburg den dritten Samstag in Folge zu Tausenden auf die Straße gegangen.

Impfgegner sind in Hamburg den dritten Samstag in Folge zu Tausenden auf die Straße gegangen.

Hamburg. Tausende Menschen haben in Hamburg gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Nach Angaben der Polizei zogen 11 500 Demonstranten in mehreren Blöcken durch die Innenstadt. Es waren mehr als 8000 Teilnehmer erwartet worden. „Nein zur Impflicht!“, hieß es auf vielen selbstgebastelten Plakaten. Die Veranstalter riefen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder auf, friedlich zu bleiben und Masken aufzusetzen. Das Motto lautete: „Das Maß ist voll. Hände weg von unseren Kindern“. Zahlreiche Straßen in der Innenstadt waren blockiert. Die Demonstration sei bislang ohne nennenswerte Vorkommnisse verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

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Seit Freitag gilt in Hamburg eine Verordnung, nach der bei Demonstrationen Masken getragen werden müssen. Die Versammlungsteilnehmer hätten sich ganz überwiegend an die Auflagen gehalten, erklärte der Polizeisprecher. Wer ohne Maske teilnahm, wurde angesprochen und im Fall eines Verstoßes von der Demonstration ausgeschlossen.

Hunderte rufen „Nazis raus“

Jusos, die Grüne Jugend und Gruppen aus der linken Szene hatten zu drei Gegenkundgebungen aufgerufen. Laut Polizei kamen zu diesen Versammlungen deutlich weniger als die von den Veranstaltern erwarteten knapp 1000 Teilnehmer. Bei einer der Kundgebungen hätten sich rund 400 Menschen versammelt, eine andere sei abgesagt worden.

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Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen trägt ein Schild mit der Aufschrift "Wehrt Euch!".

Eine Teilnehmerin einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen trägt ein Schild mit der Aufschrift "Wehrt Euch!".

Beim Auftakt der großen Demonstration wurden am Rande Sprechchöre laut. Etwa 100 bis 200 Menschen riefen „Nazis raus“. Ein Sprecher der Impfgegner ermahnte seine Mitstreiter: „Lasst euch nicht provozieren!“

Hamburger Bürgermeister spricht bei Kundgebung

Auf einer Zwischenkundgebung nahe dem Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg warf ein Redner dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) vor, die Ungeimpften beleidigt zu haben, indem er von einer „Pandemie der Ungeimpften“ gesprochen habe. „Das ist Spaltung, das ist Hetze! Und dagegen stehen wir auf!“, rief er begleitet von Jubel und Applaus der Teilnehmer.

Mehrfach wurde der Ruf laut: „Wir sind die rote Linie!“ Damit bezogen sich die Demonstranten auf die erste Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz, in der der SPD-Politiker gesagt hatte, für die Eindämmung der Pandemie gebe es „keine rote Linien“. Immer wieder kritisierten Redner Medien und sprachen von „sogenannten Journalisten“. „Glotze aus - Hirn an - striktes Nein zur Impfpflicht“ - lautete die Parole auf einem Transparent ganz an der Spitze des Zuges.

Bereits an den ersten beiden Dezember-Wochenenden waren Tausende Impfgegner in Hamburg auf die Straße gegangen. Die Polizei hatte am Samstag vor einer Woche rund 8000 Teilnehmer gezählt.

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Vor drei Monaten, kurz vor der Bundestagswahl, hatte Hamburg eine noch deutlich größere Demonstration erlebt. Einem Aufruf von „Fridays for Future“ waren am 24. September nach Angaben der Polizei gut 26 000 Menschen gefolgt, nach Angaben der Veranstalter sogar 80 000.

Von RND/dpa

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