Kokain-Fund in Lkw

Über eine Tonne Drogen: Polizei nimmt Hell-Angels-Boss fest

Foto: Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" stecken Mitglieder der Rockergruppe Hells Angels hinter dem Kokaindeal. (Symbolfoto)

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" stecken Mitglieder der Rockergruppe Hells Angels hinter dem Kokaindeal. (Symbolfoto)

Hamburg. Nach monatelangen Ermittlungen ist der Hamburger Polizei ein großer Schlag gegen die Drogen- und Rockerkriminalität gelungen. Spezialkräfte stellten am Donnerstag im Stadtteil Rothenburgsort mehr als 1000 Kilo Kokain sicher. Zuvor hätten Zivilfahnder beobachtet, wie fünf Männer das Rauschgift in Ein-Kilo-Paketen bei einer Spedition abluden, teilte die Polizei am Freitag mit. Der Lastwagen wurde zum Polizeipräsidium gebracht. Die Ermittler vermuten, dass noch weitere Kokain-Pakete im Transporter versteckt sind. «Da ist definitiv noch mehr in dem Container», sagte eine Polizeisprecherin. 1000 Kilo Kokain haben nach der üblichen Berechnung des Zolls einen Verkaufswert von 150 Millionen Euro.

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Die Polizei nahm acht verdächtige Männer fest und vollstreckte drei bereits bestehende Haftbefehle. Zudem wurden zwölf Wohnungen durchsucht und 170 000 Euro Bargeld sowie ein Kilo Marihuana sichergestellt. Unter den Festgenommenen ist den Angaben zufolge ein führendes Mitglied der Hells Angels. Der 39-jährige Deutsche sollte wie die anderen Festgenommenen einem Haftrichter vorgeführt werden.

Acht Männer wurden festgenommen, darunter ein Hells-Angels-Chef

Bei dem Beschuldigten handele es sich nicht um den Hells Angel, der Ende August in seinem Wagen auf St. Pauli von einem Unbekannten angeschossen und schwer verletzt worden war, sagte die Polizeisprecherin. Der damals 38-Jährige war Opfer eines Racheakts geworden.

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Allein fünf Festnahmen machte die Polizei am Donnerstag bei der Spedition in Rothenburgsort: Zwei 40-jährige und ein 49 Jahre alter Deutscher sowie ein Italiener im Alter von 28 Jahren und ein 43-jähriger Pole wurden beim Abladen des Kokains erwischt. An anderen Orten im Stadtgebiet stellte die Polizei außer dem Hells Angel noch einen 45-jährigen Polen und einen 25-jährigen Deutschen. Das Ursprungsverfahren habe sich gegen eine Tätergruppe in Hamburg-Osdorf gerichtet, die in erheblichen Umfang mit Marihuana gehandelt haben soll.

Kaffeelieferungen waren verdächtig

«Die mehrmonatigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg und der Polizei Hamburg, die diesem Einsatz vorausgingen, stellen einen schweren Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Hamburg und insbesondere die Rockerkriminalität dar», sagte Polizeisprecher Timo Zill. Gegen die Hintermänner des Drogenhandels in Hamburg sei zunächst verdeckt ermittelt worden. Das Verfahren unterstütze auch die Arbeit der Drogen-Task-Force auf St. Pauli, St. Georg und im Schanzenpark. Diese Polizeieinheit hatte erst am Mittwoch mehr als 100 Personen auf der Straße überprüft und drei mutmaßliche Dealer in Wedel (Kreis Pinneberg) festgenommen.

Erst am 1. November hatte eine Hamburger Firma verdächtige Pakete in einer Kaffeelieferung entdeckt und den Zoll eingeschaltet. Die Beamten fanden 200 Kilo Kokain. Die Fracht sei aus Brasilien in die Hansestadt verschifft worden, hieß es. Im Mai hatte der Zoll 340 Kilo derselben Droge sichergestellt. Das Rauschgift war in Bananenkartons aus Mittelamerika versteckt gewesen.

Von RND/dpa

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