Entwurf für Gaarden

Eine neue Haut für den Bunker

Foto: Piotr Nathans Entwurf für die Fassade des Iltisbunkers, der in 320 Einzelteile zerlegt wurde.

Piotr Nathans Entwurf für die Fassade des Iltisbunkers, der in 320 Einzelteile zerlegt wurde.

Kiel. „Das Buch als Symbol des Wissens öffnet sich neuen Geschichten und neuer Geschichte“, so der in Danzig geborene Professor der Grafikklasse an der Muthesius Kunsthochschule. Sein Entwurf trägt den Titel "Auf einmal hatte ich einen Schuss in der Milchkanne" – nach einer Zeitzeugenaussage aus dem Matrosenaufstand. Ursprünglich sollte das Bild pünktlich zum 100. Jubiläum am Bunker zu sehen sein, „doch die Zeit für die Umsetzung eines so großen Projekts war viel zu kurz.“ Damit es vor dem Hintergrund lautstarker Proteste einer Gaardener Bürgerinitiative, die den Erhalt des alten Fassadengemäldes als „wichtigen Erinnerungspunkt von genereller und zeitloser Bedeutung“ fordert, nicht „zum Phantom“ verkommt, präsentiert Nathan Teile des Gemäldes in der Halle 400.

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Um das möglich zu machen, hat er den Entwurf fotografiert und in 320 gleichgroße Quadrate unterteilt. Jugendliche, Studierende, Lehrer und Professoren aus Kunst(Hoch-)Schulen in Danzig und Kiel bekamen grundierte, quadratische Leinwandstücke und eine Vorzeichnung zugeschickt, die sie in klassischer Ölmalerei auf die Leinwand übertragen haben.

Da ein Übermalen der Fassade für Nathan nicht in Frage kommt, soll das fertige Leinwandgemälde fotografiert, vergrößert und auf Aluplatten gedruckt werden. Mit kurzem Abstand zur Bunkerwand sollen die Platten angebracht werden, Charmis Gemälde bleibt dadurch quasi erhalten. „Der Bunker ist ein Monument der Zeitgeschichte. Ich will eine neue Haut dafür schaffen“, so Piotr Nathan. Für die heutige Präsentation in der Halle 400 werden 320 gleichgroße rote Quadrate zu einer Fläche von 7 x 21 Meter ausgebreitet. Ein Teil der Fläche wird mit den bereits fertig gemalten Bildfragmenten belegt. „Es wird aussehen wie ein unfertiges Puzzle."

Präsentation: Halle 400. 6. November, 18 Uhr, 7. November, 10 bis 15 Uhr.

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