#kleinformat

Falscher Verrat aufgeführt im Werftpark

Foto: Foto: Sebastian Kreuzer, Kouki Kishimura und Virginia Ferentschik in Falscher Verrat #kleinformat.

Sebastian Kreuzer, Kouki Kishimura und Virginia Ferentschik in Falscher Verrat #kleinformat.

Kiel. Versehen mit dem Beinamen #kleinformat feierte Astrid Großgasteigers einprägsame Bearbeitung der gerade in Kiel uraufgeführten Oper zum 100. Jahrestag des Matrosenaufstands Falscher Verrat auf der Bühne des jungen Theaters im Werftpark Premiere.

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 Eine Frau zwischen zwei Männern

„Bin ich Verräter oder Retter? Bin ich Held oder Schuft?“ Auch die #kleinformat-Variante duckt sich nicht weg vor der Schwere der Konflikte in einer menschlich wie historischen Ausnahmesituation. Dabei konzentriert sich die Regisseurin und Werftpark-Chefin ganz auf die moralische und emotionale Sprengkraft des Themas. Erzählt wird die Dreiecksgeschichte einer Frau zwischen zwei Männern, die auch gleich drei theatralische Ausdrucksformen in Verbindung treten lässt: Ballett, Tanz und Schauspiel. Die Amüsierdame Lola (als Gast fesselt Virginia Ferentschik mit kraftvollen, zeitweise auch verletzlichem Sopran) ist mit dem Korvettenkapitän Arno von Stahl liiert, hegt aber auch noch Gefühle für ihre Jugendliebe, den Matrosen Gabriel.

„Bin ich Verräter oder Retter? Bin ich Held oder Schuft?“

Die Männer stehen also nicht nur Liebesdingen auf verschiedenen Seiten, als vom Flottenkommando der Befehl ausgeht, die vor Kiel liegenden Kriegsschiffe in eine aussichtslose Schlacht gegen England zu schicken. Verschiedene Seiten. Aber was heißt das schon in den Wirren der letzten Kriegstage. Wollen nicht alle leben? Was macht den Unterschied? Und wo bleibt der Mensch, wo die Liebe? „Bin ich Verräter oder Retter? Bin ich Held oder Schuft?“

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Mit den Mitteln des Rollentauschs

Die Ambivalenz der männlichen Charaktere zeigt Großgasteiger mit den Mitteln des Rollentauschs. Arno und Gabriel werden im Wechsel sowohl von dem Schauspieler Sebastian Kreuzer als auch vom Tänzer Kouki Kishimura (Choreografie: Kate Watson) dargestellt. Im abstrakten, beweglichen, sehr wirkungsvollen Bühnenbild von Gernot Martin Kauer, das die Handlung an Bord, in einer Bar oder auf  der Straße spielen lässt, spiegeln sich die emotionalen Aggregatzustände der Figuren. Die jeweiligen Ausdrucksform der grandiosen Künstler zeigen Gehorsam und Aufbegehren ebenso wie Zweifel, Liebe und Hoffnung;  mal illustrierend, mal kontrapunktisch, mal ironisch, mal nah dann wieder distanziert. Immer sehr eindringlich.

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