München

Geigerin Batiashvili zu Rauswurf von Dirigent Gergijew: „Ein bisschen überfällig“

Die Geigerin Lisa Batiashvili.

Die Geigerin Lisa Batiashvili.

Passau. Die Geigerin Lisa Batiashvili begrüßt den Rauswurf des russischen Dirigenten und Putin-Freunds Waleri Gergijew bei den Münchner Philharmonikern. „Auf jeden Fall ja. Ein bisschen überfällig meiner Meinung nach“, antwortete sie in einem Interview der „Passauer Neuen Presse“ auf die Frage, ob die Entlassung eine gute Entscheidung sei. „Ganz ehrlich gesagt: Jemand, der Krieg und Okkupation unterstützt, gehört für mich nicht auf eine freie europäische Bühne“, sagte Batiashvili, die als Violinistin ein Star ist.

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Die Stadt München hatte den 68 Jahre alten Gergijew, der als Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt, als Chef der Münchner Philharmoniker entlassen, weil er sich nicht öffentlich von dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine distanziert hatte. Schon als im März 2014 bekannt wurde, dass Gergijew in einem offenen Brief zusammen mit weiteren russischen Kulturschaffenden die Annexion der Krim unterstützt hatte, gab es Proteste.

Die 1979 in Georgien geborene Batiashvili, die als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland kam, erinnerte in dem Interview auch an den Krieg in ihrem Heimatland im Jahr 2008. Georgien hatte damals binnen weniger Tage eine Niederlage gegen Russland erlitten und endgültig die Provinzen Südossetien und Abchasien verloren. „Seit 2008 habe ich immer wieder versucht, meine Sorgen und meinen Schmerz zu äußern, damit die Menschen ein Bewusstsein bekommen, welche Gefahren drohen“, sagte Batiashvili. „Das alles - auch die Annexion der Krim, der Krieg in der Ostukraine - wurde zu lange geduldet, bis es nun zu spät ist, angemessen zu reagieren.“

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In der Berliner Philharmonie ist für diesen Dienstag ein Solidaritätskonzert für die Ukraine geplant, bei dem neben dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin etwa auch Geigerin Batiashvili auftreten soll. „Wir wollen am 15. März mit verschiedenen Solisten, die auch zu Wort kommen, aus der Hauptstadt Deutschlands ein ganz klares Zeichen an die Menschen senden“, sagte Batiashvili der „Passauer Neuen Presse“. „Das ist unsere Aufgabe als Musiker, dass wir mit der Sprache, die wir am besten beherrschen, unsere Meinung ausdrücken.“

RND/dpa

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