Flensburger Bach-Chor

Leuchtende Verheißung: Gounod und Dvorák

Foto: Mit Einfühlungsvermögen für Dvoráks Melodieströme: Dirigent Matthias Janz.

Mit Einfühlungsvermögen für Dvoráks Melodieströme: Dirigent Matthias Janz.

Flensburg. Geschmeidig begleitet vom Sønderjyllands Symfoniorkester gelang Matthias Janz’ Sängerschar eine enorm charismatische Aufführung von Antonin Dvoráks sehr innig angelegtem Schlüsselwerk.

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Flüssige Tempi, fließende Melodien

Janz wählte durchgehend zügig voran fließende Tempi, ließ den Chor leuchten und betonte so die lichten, positiven Aspekte der Partitur. So wurde das Mitleiden mit der Gottesmutter unter dem Kreuz zum klingend gefeierten Gründungsmythos der Kirche und zur früh spürbaren Verheißung des „Paradisi gloria“.

Überragende Sänger für Alt und Tenor

Hervorragend die Solisten: Wiebke Lehmkuhl gab in ihrer besonders wichtigen, weil „mütterlichen“ Alt-Partie Lehrstunden in Sachen kultivierter Klangresonanz. Selten hört man die hier gar nicht harsch barockgrimmige, sondern inständig „von Lieb enzündete“ Inflammantus-Arie derart samten. Der Tenor Sebastian Kohlhepp setzte strahlende Glanzlichter.

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Solo-Sopran und -Bass auf hohem Niveau

Die Sopranistin Johanna Winkel ließ von einer leichten Indisposition allenfalls in den finalen „Amen“-Ekstasen durch eine sonst überall vermiedene Schärfe etwas spüren. Und dem an Hamburgs Staatsoper entwickelten, in der Tiefe prachtvollen Bass Wilhelm Schwinghammers wünschte man, dass die gewisse Enge in der Höhe nur der Tagesform und nicht einer Überbeanspruchung im internationalen Musikzirkus geschuldet war.

Gounods "Cäcilienmesse"

Charles Gounods Cäcilienmesse, selten gehörte französische Mixtur zwischen opulenten Opernvaleurs und asketischeren Vokalpolyphonie-Historismen, wirkte eine Spur unfreier in Chor und Orchester. Außerdem buchstabierte die klare Konzertsaal-Akustik gnadenlos auch das oft nebensächliche Gewebe durch, das in der Pariser Renaissance-Kirche Saint-Eustache im Hall duftig verschweben würde.

Fassung mit Offertorium und Fürbittengebet

Und doch lohnte die ungewöhnliche Begegnung, hatte der Chor ausdrucksstarke Momente (wie das raunende Et incarnatus est oder die gesummten Abschnitte). Und Janz zeigte den Mut, in der Fassung von 1855 auch musikalisch-liturgische Absonderlichkeiten wie das rein instrumentale Offertoire-Zwischenspiel aufzuführen. Sogar das kaiserlich-patriotische eingefärbte Fürbittengebet nach dem Agnus Dei wurde angetippt. Da konnte die – in diesem Fall Napoleon III. zugeneigte – Schutzheilige der Musik wahrlich zufrieden sein.

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Von Christian Strehk

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