Pat Metheny in Kiel

Star-Gitarrist surfte duch sein Œuvre

Foto: Pat Metheny spielte das Konzertintro auf einer extra für ihn konstruierten, 42-saitigen Picasso-Gitarre.

Pat Metheny spielte das Konzertintro auf einer extra für ihn konstruierten, 42-saitigen Picasso-Gitarre.

Kiel. Inspiriert von einem kubististischen Gemälde Pablo Picassos hat die kanadische Gitarren- und Geigenbauerin Linda Manzer das bizarre Instrument vor 30 Jahren exklusiv für Metheny konstruiert. Was Metheny im Gitarren-Intro "Make Peace" aus dem Gitarre, Harfe und Bass vereinenden Arbeitsgerät herauszaubert, ist fabelhaft. Voluminöser Wohlklang, manchmal mit asiatischer Note, virtuos tanzen die Finger über die Griffbretter, schlagen oben, greifen unten Bass-Akkorde. Mit einem verwehenden Saitenquietschen endet das Stück, abgelöst von tosendem Beifall.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Metheny greift "Make Peace" noch mal auf, während sich die drei Musiker seiner Band auf der Bühne verteilen. Sie steigen passend ein mit "So May You Secretly Begin", ein federleicht swingendes, butterweiches Stück Latin-Jazz mit einer edelsüßen, melodischen Gitarren-Hookline, bei dem die Australierin Linda May Han Oh dezent die Saiten ihres Kontrabasses slappen lässt, der walisische Pianist Gwilym Simcock (leider zu weit in den Hintergrund gemischt) beiläufig Akkorde einstreut und der Mexikaner Antonio Sanchez (vierfacher Grammy-Gewinner, darunter für seinen "Birdman"-Soundtrack) ein sehr offen klingendes Drumset spielt und auch mal ein erstes Break zu setzen wagt.

So surft das Trio an diesem „evening with Pat Metheny“ durch das umfängliche Repertoire dieses herausragenden, stilprägenden Gitarristen und 20-fachen Grammy-Preisträgers. Darunter "Last Train Home" mit den Dampflok-Jazzbesen und dieser singenden Gitarrenmelodie ist darunter, sehr eingängig wie auch jene der zweiten Zugabe "Song For Bilbao", die einer beim Rausgehen aus dem Saal prompt vor sich hin pfeift. Fusion, Latin, Bebop, Balladen, die Stil- und Stimmungswechsel wirken manchmal kalkuliert abrupt. Die erste Zugabe bestreitet Pat Metheny wieder ganz allein auf der halbakustischen Gitarre, ein verschwenderisches Medley, in dem er etliche Stücke virtuos nur anreißt, darunter "Last Train Home" und "Antonia" und sogar "This Is Not America". Stehende Ovationen.

Mehr aus Kultur

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen