Partnerwahl hinterfragen

Paartherapeut erklärt: Warum toxische Beziehungen echte „Selbstwert­crasher“ sind

In einer gesunden Beziehung ist auch Raum für schwierige Themen und Heilung.

Wir leben in einer Gesellschaft der Selbstoptimierung. Wir müssen schlank, schön und erfolgreich sein. Und wir müssen perfekte Beziehungen führen. Natürlich lohnt es sich, an sich zu arbeiten und sich die eigenen Muster anzusehen. Vor allem in toxischen Beziehungen erleben wir uns ja oft so, wie wir uns bis dato gar nicht kannten. Diese Beziehungen holen das Schlechteste aus uns heraus. Die Schmerzkörper werden aktiviert, und wir „spielen“ schmerzhafte Themen aus unserer Kindheit nach.

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Gerade wenn sich solche Erfahrungen oder Beziehungen immer wieder wiederholen, zweifeln wir leicht an uns selbst und unserer Beziehungsfähigkeit. Diese Beziehungen sind echte Selbstwert­crasher! Ich glaube allerdings, dass die Arbeit an uns selbst nicht in erster Linie darauf abzielen sollte, die eigenen Verhaltensweisen, sondern vor allem die Wahl der Partnerin oder des Partners zu hinterfragen. Du kannst an dir selbst unendlich viel gearbeitet, Verhaltensweisen immer wieder reflektiert und Therapie gemacht haben – wenn die Partnerwahl sich nicht verändert, lassen sich diese Themen einfach nicht auflösen, und es werden die immer selben Dynamiken entstehen.

Heilung in einer gesunden Beziehung möglich

Andersherum ist es aber so, dass man mit dem „richtigen“ Partner oder der „richtigen“ Partnerin und in einer gesunden Beziehung wirklich heilen kann. Bestimmte Gefühle und Verhaltensweisen tauchen entweder erst gar nicht auf oder können innerhalb der Beziehung aufgelöst werden. Es lohnt sich also immer wieder, genau hinzugucken, wen ich da eigentlich date, und sich nicht ständig selbst zu hinterfragen oder in einen Selbstoptimierungswahn zu verfallen.

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Natürlich hat meine Partnerwahl auch etwas mit mir zu tun. Es ist wichtig, sich anzuschauen, warum wir jemanden retten wollen, uns schlecht behandeln lassen und Beziehungen, die uns nicht guttun, nicht verlassen. Und dabei hilft es auch nicht, zu streng mit sich zu sein, sondern einen liebevollen Blick auf sich zu bekommen. Wenn man weiß, warum man in diesen Beziehungen ist oder war, was davon aus der eigenen Familie kommt oder welche besonderen Lebensumstände mich empfänglich gemacht haben, dann kann man nachsichtiger mit sich sein. Und auch das ist ein erster wichtiger Meilenstein zu mehr Selbstliebe.

Wenn ich in der Lage bin, diese Muster zu durchbrechen und die „richtige“ Wahl zu treffen, dann kann ich mich in einer Beziehung völlig neu erleben. Sichere Bindung kann eben nur in einer sicheren Beziehung entstehen. In so einer Beziehung fühlen wir uns gestärkt und können auch Themen von Bindungsangst und Verlustangst ansprechen und überwinden. In einer gesunden Beziehung und mit den für uns richtigen Partnern oder Partnerinnen kann sich jederzeit unser komplettes Beziehungsleben zum Positiven verändern! Und dieser Prozess beginnt mit der Entscheidung, wen ich in mein Leben lasse und wen nicht.

Der Autor und seine Kurse sind zu erreichen unter www.liebeschip.de. Sein drittes Buch „Die neue Dimension der Liebe“ ist gerade erschienen.

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In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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