Eine Frage des Geschmacks

Frischekick an heißen Tagen: Darf es ein Eiswürfel zum Rotwein sein?

Eiswürfel kühlen Getränke, verwässern sie aber auch.

Eiswürfel kühlen Getränke, verwässern sie aber auch.

Klackern, klirren, knistern – für viele ist das derzeit der ultimative Sound des Sommers. Ob in der Poolbar im Urlaubsparadies, während der Mittagspause im Café oder nach Feierabend auf dem Balkon: Eiswürfel im Glas sorgen nicht nur für einen Frischekick an heißen Tagen, sondern vermitteln auch ein Gefühl von Weltläufigkeit. Sie sind im doppelten Sinne cool.

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Einen Drink auf Eis stürzt man nicht hinunter, man kann stattdessen Schluck für Schluck genießen, ohne dass das Getränk lauwarm wird und somit fade schmeckt. Das leise Klirren, wenn man das Glas hebt oder mit dem Strohhalm darin herumstochert, klingt zudem immer ein bisschen nach mondäner Party – selbst wenn man völlig verschwitzt und in fadenscheinigen Shorts im Schrebergarten sitzt.

Eiswürfelengpässe allerorten

Die große Lust auf Eiswürfel hat in den vergangenen Wochen in Spanien und Frankreich bereits zu Engpässen in der Gastronomie geführt. Anders als in den USA, wo die Eiswürfelkultur ihren Ursprung hat, sind viele Kneipen, Cafés und Restaurants dort offenbar nicht mit eigenen Eismaschinen ausgestattet, sondern auf Produzenten von gefrorenem Wasser angewiesen. Und die vermeldeten zuletzt Lieferengpässe wegen der besonders hohen Nachfrage in diesem Hitzewellensommer.

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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass schnell konsumierte, große Mengen eisgekühlter Flüssigkeit zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Nicht jeder verträgt kalte Getränke. Aber verträgt jedes Getränk Eiswürfel?

Tatsächlich scheint der Widerstand so mancher Barkeeperinnen, Barkeeper und Spirituosenconnaisseure gegen Eis in jedem denkbaren Getränk langsam zu schmelzen. Schaute die Bedienung im Restaurant vor ein paar Jahren noch etwas peinlich berührt, wenn man ein Glas Weißwein mit Eiswürfeln bestellte, wird es heute teilweise sogar als Alternative zur Schorle empfohlen. Allerdings ist bei eher trockenen und weichen Weißweinen wie Chardonnay Vorsicht geboten vor zu viel Kälte. Denn das könnte sich negativ auf den Geschmack auswirken. Bei einer Trinktemperatur von weniger als zehn Grad schmecke man womöglich die Frucht nicht mehr raus, warnen Kennerinnen und Kenner. Die Gefahr besteht bei einem fruchtigen Rosé eher nicht. Eiswürfel sind da fast schon selbstverständlich.

Im Wein nur bedingt empfehlenswert

Eis im Rotwein hingegen ist immer noch weitgehend ein Tabu. Wobei man ihn früher kaum ohne den Zusatz genießen konnte. Die alten Römer tranken ihren Wein gern eisgekühlt – und mit Wasser verdünnt, weil er sonst mit bis zu 18 Prozent Alkohol zu stark war. Heute kursiert das Gerücht, dass jedes Mal ein Sommelier oder eine Sommerlière stirbt, wenn man Eiswürfel in einen Rotwein gibt und damit automatisch Aroma und Farbe verwässert. Nichtsdestotrotz will man im Sommer auch keinen Glühwein genießen – oder, insbesondere zum gegrillten Steak, auf Rotwein verzichten müssen. Die Lösung: Eine Kühlmanschette aus dem Gefrierfach um die Flasche wickeln, oder sie in einen Weinkühler stellen. Auch gefrorene Beeren oder Weintrauben im Glas sind erlaubt.

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Würfel sind im Übrigen nicht gleich Würfel. Barkeeperinnen und Barkeeper, die was auf sich halten, betrachten Eis wie Diamanten: Es kommt auf den richtigen Schliff an, auf den Härtegrad und eine glasklare Oberfläche. Je größer der Brocken und je weniger Hohlraum er hat, desto länger hält er im Glas. Dann schwimmen auch die mittlerweile zu Dekozwecken vielfach mit eingefrorenen Blüten oder Gummibärchen nicht im Getränk.

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