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Angsträume in Kiel: Wie das Heimwegtelefon in bedrohlichen Situationen hilft

Das Kieler Rathaus und das Opernhaus sind dunkel. Dennoch sorgt die Straßenbeleuchtung für ausreichend Licht und Orientierung bei Nacht. Beim Thema Angsträume ist die Beleuchtung aber oft gar kein entscheidender Faktor.

Das Kieler Rathaus und das Opernhaus sind dunkel. Dennoch sorgt die Straßenbeleuchtung für ausreichend Licht und Orientierung bei Nacht. Beim Thema Angsträume ist die Beleuchtung aber oft gar kein entscheidender Faktor.

Dresden/Kiel. Es kann eine unangenehme Situation sein: Man läuft abends durch eine unheimliche Gegend, hinter einem taucht eine unbekannte Person auf. Harmlos oder doch eine Bedrohung? Genau für solche Fälle hat sich der Verein Heimwegtelefon gegründet. Die Idee: Wer sich im öffentlichen Raum unwohl fühlt, kann kostenlos anrufen. Der oder die Ehrenamtliche am anderen Ende bietet mentale Unterstützung und holt im Ernstfall Hilfe.

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Daniel arbeitet in Dresden seit mehreren Jahren fürs Heimwegtelefon. Sein Nachname wird aus Gründen der Anonymität nicht veröffentlicht. Daniel rechnet nicht damit, dass die reduzierte Beleuchtung durch die Energiekrise zu deutlich mehr Anrufen führen wird. Der Grund: „Es gibt sehr viele Faktoren, ob sich jemand im öffentlichen Raum unwohl fühlt.“

Heimwegtelefon: Meistens rufen Frauen an – aber zu 20 Prozent auch Männer

Oft ginge es um persönliche Erfahrungen und um die allgemeine Ausstrahlung der Umgebung. „Industriegebiete, Bahnhofsgelände oder Unterführungen wirken oft bedrohlich – und das hat nicht zwangsläufig etwas mit der Beleuchtung zu tun.“

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Beim Heimwegtelefon dürfen Menschen aus ganz Deutschland anrufen. „Es ist egal, welches Geschlecht man hat oder wie gefährlich die Situation wirklich ist“, sagt Daniel. „Unser Ziel ist einfach, dass sich jeder und jede auf dem Weg nach Hause sicher fühlt.“

In vier von fünf Fällen rufen Frauen beim Heimwegtelefon an. „Junge Frauen sind natürlich eine große Gruppe, aber bei Weitem nicht die einzige“, sagt Daniel. „Unwohlfühlen im öffentlichen Raum ist kein einseitiges Thema.“

Heimwegtelefon informiert im Ernstfall die Polizei

Die rund 75 Ehrenamtlichen sind geschult. Sollte es wirklich bedrohlich werden, sind Menschen wie Daniel vorbereitet. Während des Telefonats fragt er regelmäßig nach dem aktuellen Standort, lässt sich die Situation genau beschreiben. Er informiert im Ernstfall umgehend die Polizei am Ort des Anrufers oder der Anruferin. Die Polizei kann dann im Zweifel auch eine Rufnummerortung vornehmen.

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Eine Situation, die zum Glück sehr selten vorkommt. 2021 nahm das Heimwegtelefon 8000 Anrufe entgegen. Nur in zehn Fällen mussten die Behörden eingeschaltet werden, auch dabei ging alles gut. „Trotzdem ist der Beistand wichtig, weil er in mental belastenden Situationen unglaublich viel ausmachen kann“, sagt Daniel.

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Das Heimwegtelefon ist jeden Abend unter 030 12074182 erreichbar. Weitere Informationen zu den genauen Zeiten gibt es unter www.heimwegtelefon.net.

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