Klimanotstand in Kiel

Autofreier Sonntag und Stadtseilbahn?

Foto: Gemeinsam für mehr Klimaschutz: Dr. Tobias Bayr, unterstützen Kerstin Komander, Luca Brunsch, Michael Päpke und Leon Martin (von links).

Der Wissenschaftler Dr. Tobias Bayr (l.) und Leon Martin von Fridays für Future (r.) unterstützen die Bürgerinitiative Klimanotstand Kiel um Kerstin Komander, Luca Brunsch und Michael Päpke.

Kiel. Unterstützung erhielt die Bürgerinitiative von Dr. Tobias Bayr, Klimaforscher und Meteorologe beim Geomar, und Leon Martin von der "Fridays for Future"-Bewegung. Wissenschaftler Bayr, Mitglied bei "Scientists for Future", sagte in einem Vortrag, dass die Industrienationen im Kampf gegen die Erderwärmung eine historische Verantwortung hätten und mit gutem Beispiel voran gehen müssten. Leon Martin nannte den von der Stadt ausgerufenen Klimanotstand einen "Zwischenerfolg, auf dem wir uns nicht ausruhen wollen." Für "Fridays for Future" laute das Motto weiterhin "Wir streiken, bis ihr handelt".

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Lob und Kritik für die Stadt 

Dass Kiel als eine von drei deutschen Städten den Klimanotstand verhängt hat, bedeutet, dass Maßnahmen aus dem Klimaschutzprogramm vorgezogen und beschleunigt werden sollen. Dazu zählen zum Beispiel Radwegebau und Stadtbahnplanung. Zudem soll jedes Handeln der Verwaltung auf Klima-Auswirkungen geprüft werden. Einige Punkte finden bei den Aktivisten der Bürgerinitiative (BI) Anklang, so gibt es etwa Lob für das Bestreben, Kiel fahrradfreundlicher zu gestalten. Doch es gibt auch Kritik. Zum Thema autofreie Innenstadt gebe es laut Luca Brunsch kaum städtische Maßnahmen. "Wir sehen hier einen Totalausfall."

Innenstadt ab 2020 autofrei

Die Bürgerinitiative fordert, dass die Kiellinie ab sofort für Autos tabu ist, außerdem soll es an einem Sonntag im Monat ein komplettes Fahrverbot geben.

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Ab 2020 soll die gesamte Innenstadt autofrei sein, ab 2030 ganz Kiel für Verbrennungsmotoren gesperrt werden. Dafür müsse der öffentliche Personennahverkehr gestärkt werden, zunächst durch die Einführung des "1-Euro-Tickets" bis 2020 und einem langfristig mit einem kostenlosen ÖPNV. Außerdem fordert die BI bis 2025 eine Stadtbahn und eine Stadtseilbahn.

Klimadezernat gefordert

Zur Finanzierung äußern sich die Klimaaktivisten nicht. "Da halten wir uns raus", sagt BI-Mitglied Kerstin Komander. "Wichtig ist, dass die Inhalte umgesetzt werden. Wir gehen davon aus, dass die Stadt die Mittel bereitstellen kann und auch Unterstützung aus der Wirtschaft erhält." Damit die Umsetzung personell gestemmt werden könne, schlägt die BI ein eigenes Dezernat für Klima, Umwelt und Natur vor. "Eine Stabsstelle ist zu wenig."

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