Zum Jubiläum

Bäckerei Lyck wechselt den Besitzer

Pünktlich zu ihrem hundertjährigen Bestehen der Bäckerei Lyck in Kiel hat Kai Lyck (rechts) seine Bäckerei an Andreas Vorbeck verkauft.

Pünktlich zu ihrem hundertjährigen Bestehen der Bäckerei Lyck in Kiel hat Kai Lyck (rechts) seine Bäckerei an Andreas Vorbeck verkauft.

Kiel. Im Ellerbeker Weg 109 in Kiel ist die Welt in bester Ordnung. In der Backstube herrscht nicht mehr viel Betrieb, weil das Tagewerk der Bäcker bereits vollbracht ist. Dafür bietet nun der Tresen dem Besucher den verlockend vielfältigen Anblick, der für die Bäckerei Lyck so typisch ist. Dass hier mit Leidenschaft und Handwerkskunst zu Werk gegangen wird, sieht man bereits am Reichtum der Brötchensorten und -formen in den Körben. „Diese Vielfalt zählt zu unseren zentralen Merkmalen“, bekennt Kai Lyck, der das Profil der Traditionsbäckerei seit über dreißig Jahren prägt. Vier Standorte in Elmschenhagen und Kiel hat der Bäckermeister in dieser Zeit aufgebaut.

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Bäckerei Lyck in Kiel: Eine hundertjährige Erfolgsgeschichte

Dazu kommen die zwei Filialen aus Kiel der auf französische Backwaren spezialisierten Boulangerie Restez!, die er vor zehn Jahren gründete. „Indirekt hat dieses Liebhaberprojekt auch der Bäckerei Lyck zu vielen neuen Kunden verholfen“, berichtet der 61-Jährige und ergänzt: „Durch die Verbindung der beiden Unternehmen haben sie wahrgenommen, dass auch unsere regulären Backwaren über die gleiche Güteklasse verfügen.“

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In der hundertjährigen Unternehmensgeschichte zeichnete sich dieser Erfolg keinesfalls von Anfang an ab. Von Kai Lycks Urgroßvater als kleine Bäckerei am Rande eines landwirtschaftlichen Betriebs gegründet, wurde der Betrieb zwei Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs ausgebombt und von Kai Lycks Großmutter zwischenzeitlich als Lebensmittelgeschäft weitergeführt, bis der Enkel ihn zusammen mit seinem Vater in eine reine Bäckerei verwandelte, die heute mehr als hundert Mitarbeiter zählt.

Kai Lyck: "Dafür braucht man Personal"

„Wir waren immer handwerklich orientiert und sind es bis heute geblieben. Dafür braucht man Personal“, sagt Kai Lyck und hebt das große Fachwissen seiner Mitarbeiter hervor, von denen einige dem Unternehmen bereits seit dreißig Jahren die Treue halten. „Als ich verkündet habe, dass ich es verkaufen werde, sind bei manchen tatsächlich Tränen geflossen. Damit hatte ich nicht gerechnet“, bekennt er.

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Nachdem Andreas Vorbeck über 15 Jahre Seite an Seite mit seinem Vater gearbeitet hatte, verspürte der Bäcker und studierte Betriebswirt den Wunsch nach einem eigenen Unternehmen: „Und als ich mich fragte, welche Bäckerei in Kiel ich am liebsten leiten würde, kam mir sofort Lyck in den Sinn“, berichtet der 42-Jährige, der bei einem spontanen Anruf bei Kai Lyck sofort auf offene Ohren stieß. „Ich hätte mir durchaus vorstellen können, meine Bäckerei auch noch ein paar Jahre länger zu führen“, bekennt Lyck und erläutert: „Aber Andreas ist jemand, dessen eigene Philosophie als Bäcker so gut mit der unseres Unternehmens harmoniert, dass der Schritt sinnvoll erschien.“

Auf einer Wellenlänge

Zu dieser gemeinsamen Wellenlänge passt, dass Kai Lyck für die Bäckerei weiterhin als Betriebsleiter und Berater tätig ist und Andreas Vorbeck betont, den erfolgreichen Kurs seines Vorgängers beibehalten zu wollen. Hierzu passt auch, dass das Duo derzeit gemeinsam viel in alten Familienrezepten stöbert, um zur Feier des Jubiläums in den kommenden Monaten regelmäßig vergessene Klassiker wie etwa den Gugelhupf wiederauferstehen zu lassen. Passend zu seinem Einstieg ins Unternehmen will Andreas Vorbeck nun seinen Bäckermeister machen. Aktuell steht bei ihm der private Umzug in den Ellerbeker Weg 109 an, denn wie sein Vorgänger will er mit seiner Familie hier über der Backstube wohnen. Kai Lyck, der gerade in sein Elternhaus gezogen ist, wird dann sein neuer Nachbar sein. Kein Wunder also, dass beiden der Begriff Übergabe in den Sinn kommt, wenn es um den glücklich vollzogenen Wechsel in der Backstube geht.

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