Jens Bahr

"Bares für Rares": Kieler Juwelier übt Kritik

Foto: Der Kieler Juwelier Jens Bahr übt Kritik an der ZDF-Sendung "Bares für Rares". Die dort gebotenen Preise seien utopisch. "Bei Schmuck ohne bekannten Herstellernamen kann man froh sein, wenn man 10 Prozent des damalig bezahlten Wertes erhält."

Der Kieler Juwelier Jens Bahr übt Kritik an der ZDF-Sendung "Bares für Rares". Die dort gebotenen Preise seien utopisch. "Bei Schmuck ohne bekannten Herstellernamen kann man froh sein, wenn man 10 Prozent des damalig bezahlten Wertes erhält."

Kiel. In der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ sieht das so einfach aus: Da bieten Erben alten Familienschmuck an und bekommen sensationelle Summen geboten. Eine alte Teekanne aus Silber erzielt Höchstpreise, und ein Schmuckkästchen der Urgroßmutter wechselt für mehrere Hunderter den Besitzer.

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Kein Format für einen öffentlich-rechtlichen Sender

„Mit der Realität hat das leider wenig zu tun“, sagt der Kieler Juwelier Jens Bahr (51) und kritisiert "Bares für Rares": „Diese Sendung weckt beim Kunden völlig falsche Erwartungen.“ Der vereidigte Sachverständige der IHK überlegt nun, rechtliche Schritte einzuleiten.

„Ein seriöser öffentlich-rechtlicher Sender wie das ZDF dürfte solche unsachgemäßen Beiträge nicht ausstrahlen.“ An die 700 Zeitungen in ganz Deutschland wird er in Kürze ein Protestschreiben schicken.

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Jens Bahr arbeitete unter anderem für Tiffany in New York und London

Seit mehr als 30 Jahren hat Jens Bahr mit Schmuck und Edelsteinen zu tun. Er lernte beim renommierten Hofjuwelier Hansen am Schlossgarten in Kiel, ließ sich in Idar-Oberstein zum Sachverständigen für Schmuck und Juwelen ausbilden, wurde Gutachter und arbeitete für Tiffany in New York, London, Frankfurt und München.

Deshalb ist auch seine Kritik an "Bares für Rares" so hart: "Ich habe deutschlandweit viel mit anderen Händlern und Auktionshäusern zu tun. Sie bestätigen, dass das, was den Kunden in der Sendung für ihre Schmuckstücke geboten wird, utopisch ist. Es entspricht in keiner Weise dem, was sie auf dem freien Markt erhalten würden.“

Meist zählt beim alten Schmuck nur der Materialwert

Fast täglich hat er Kunden in seinem Juweliergeschäft im Belvedere, die „Bares für Rares“ gesehen haben und nun mit großen Hoffnungen ihre Erbstücke verkaufen wollen. „Die muss ich dann fast immer enttäuschen“, sagt Jens Bahr. „Alter Schmuck hat meist nur noch den Materialwert.“ Die Nachfrage sei nicht mehr da. Durch Erbschaften kämen jede Woche Tausende dieser Schmuckstücke auf den Markt.

Jens Bahr selbst kauft im Jahr rund 25000 Stücke an. Fünf bis sechs davon verkauft er weiter, der Rest wird eingeschmolzen.

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