Bauarbeiten an der Förde

Baustart an der Kiellinie: Spundwände werden gerammt

Die Rammarbeiten an der Kiellinie haben am Dienstag begonnen. Die ersten Meter der neuen Spundwand wurden in den Fördegrund gerammt.

Die Rammarbeiten an der Kiellinie haben am Dienstag begonnen. Die ersten Meter der neuen Spundwand wurden in den Fördegrund gerammt.

Kiel. Die Zeit der Ruhe an der Kiellinie ist vorbei: Fast sieben Jahre nach dem Aufbau der Absperrungen an der maroden Promenade kommt die Sanierung jetzt in Schwung. Am Dienstag gab es erstmals das Geräusch, auf das viele Kielerinnen und Kieler seit 2015 warten – schwere Maschinen haben ihre Arbeit aufgenommen.

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Das Geräuschkonzert mit Klangelementen aus einem Teppichklopfer und Maschinengewehr lässt die Stahlelemente innerhalb weniger Minuten im Grund verschwinden. Direkt an dem nach dem ThyssenKrupp-Manager benannten Berthold-Beitz-Ufer ist es ausgerechnet eine ThyssenKrupp-Raupenramme, die nun Stahlelement für Stahlelement in den Fördegrund treibt. Das Gerät steht auf einem Ponton und wandert Meter für Meter am Ufer entlang. Zur Fixierung hat es wie eine Hubinsel mehrere Stelzen.

Offizieller Start an der Kiellinie ist erst im Januar

Dabei sind die Arbeiter schon schneller als die Planung im Rathaus. Der erste "Rammschlag" für die Spundwand steht aktuell erst für den 7. Januar im Terminkalender des Oberbürgermeisters. Bis dahin wollen die Arbeiter aber nicht tatenlos aufs Fördewasser schauen. Sie "verpressen" schon einmal ein paar Spundwandelemente und arbeiten sich ein. Die ganze Kiellinie gleicht inzwischen auch einer Großbaustelle. Ein großer Mobilkran hebt die neuen Spundwand-Profile vom Lastwagen. An der alten Kaikante liegen Pontons mit Baggern, Pumpen und Baumaschinen.

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Die Anwohner in Düsternbrook bekommen aber noch eine kleine Ruhepause. „Während der Feiertage werden die Arbeiten am Berthold-Beitz-Ufer ruhen. Dafür geht es dann gleich in der ersten Januarwoche wieder los“, teilt Tiefbauamtsleiter Peter Bender auf Anfrage mit. Das Wort Ramme hört der Tiefbau-Amtsleiter jedoch nicht so gern. Zwar werden die knapp zwei bis drei Tonnen schweren Spundwand-Elemente von der Raupe mit Druck in die Erde getrieben, dabei komme aber ein Verfahren mit Pressdruck und Vibration zur Anwendung.

Keine nächtlichen Arbeiten am Berthold-Beitz-Ufer

Für besonders ruhebedürftige Anwohner hat Peter Bender zudem eine weitere Entwarnung: „Es wird nicht nachts gearbeitet“. Wie für alle Bauarbeiten in bewohnten Gebieten ist auch für die Arbeiten am Berthold-Beitz-Ufer die Baulärmverordnung gültig. „Damit ist geregelt, dass generell nur von 7 bis 20 Uhr lärmintensive Arbeiten durchgeführt werden dürfen“, so Bender.

Neue Spundwand für die Kiellinie

Die Bauarbeiten an der Kiellinie haben endlich begonnen.

Arbeiten werden schneller als geplant verlaufen

Es sei allerdings nicht zu erwarten, dass dieses Zeitfenster voll ausgenutzt wird. Die Firmen sind bereits jetzt so in Schwung, dass die Arbeiten sehr gut vorankommen werden. Außerdem sei wegen des gewählten Einbringverfahrens mit einem Mix aus Vibration und Pressdrucks die Baulärmbelastung begrenzt. Die aktuell im Ostuferhafen auf der anderen Fördeseite arbeitende Dampframme am Fähranlager 5 ist deutlicher zu hören. Der erste Rammschlag war ein voller Erfolg. Die Spundwandelemente sind butterweich in den Fördegrund eingedrungen. Es waren nur leichte Korrekturen erforderlich.

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Firmen aus Preetz und Rastede arbeiten zusammen

Am 3. September hatte eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Schwalbe (Preetz) sowie Colcrete von Essen (Rastede/Niedersachsen) nach einer Ausschreibung den Auftrag zur Erneuerung der Kiellinie zwischen Kieler Yacht Club und Bellevue-Brücke von der Stadt Kiel bekommen. Der Auftrag sieht vor, dass eine 500 Meter lange Stahlspundwand errichtet werden soll – „mit horizontaler Rückverankerung und Verfüllung des Zwischenraumes mit hydraulisch aufbereitetem Hafensediment“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Vereinbarter Termin für die Fertigstellung des Gesamtbauwerks ist der 30. August 2023. „Die eigentlichen Einbringarbeiten für die Spundwandelemente sollen spätestens zur Kieler Woche 2022 erledigt sein“, ist Peter Bender sicher. Die aufwendigen Feinarbeiten der Gestaltung der Promenade und der Oberkante des Bauwerks werden danach etwa ein Jahr dauern.

Der Auftrag ging laut Bekanntmachung für 7,982 Millionen Euro an die Arbeitsgemeinschaft. Seit Ende Oktober laufen die Vorbereitungen für den Baustart. Der Abschnitt der Kiellinie war 2015 nach Durchrostungen der alten Spundwand gesperrt worden.

Die alte Spundwand bleibt erhalten und wird einfach überbaut. Der Zwischenraum zwischen der neuen und der alten Spundwand wird mit Baggergut aufgefüllt.

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Neue Spundwand kommt aus Luxemburg

Die neue Spundwand besteht aus Baustahl vom niederländisch-luxemburgischen Konzern ArcelorMittal. Hergestellt werden die etwa zehn Meter langen Stahlprofile in einem Werk in Luxemburg. Dort werden jeweils bis zu zehn Spundwandprofile auf einen Lkw geladen und dann in Konvois in zehn bis zwölf Stunden nach Kiel gefahren.

Die Sanierung der Kiellinie wurde im Jahr 2018 beschlossen. Die Pläne für die Gestaltung der Uferkante wurden zuvor auch im Rahmen einer Bürgerbeteiligung sehr transparent gestaltet.

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