Geplante Kita-Reform

Bunter Protest vor dem Sozialministerium

Protest vor dem Sozialministerium: Der Landesverband Kindertagespflege Schleswig-Holstein fordert Nachbesserungen bei der geplanten Kita-Reform.

Protest vor dem Sozialministerium: Der Landesverband Kindertagespflege Schleswig-Holstein fordert Nachbesserungen bei der geplanten Kita-Reform.

Kiel. Auf den Stufen vor dem Sozialministerium ist der Protest bunt: Trotz Ferienzeit und einem heißen Nachmittag haben Kindertagespflegepersonen, Eltern und Kinder sich am Mittwoch dort aufgestellt, um gegen die geplante Kita-Reform zu protestieren und Forderungen für Änderungen im Gesetzesentwurf an Sozialminister Heiner Garg (FDP) zu übergeben. Auf mehreren hundert Papierschiffchen haben Kindertagespflegepersonen und Eltern Forderungen ebenso notiert wie Vorteile der Kindertagespflege. Die Kita-Reform des Sozialministeriums wurde vom Kabinett im Juni beschlossenund soll nach der Sommerpause im Landtag beraten werden.

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Neue Bälle für das Bällebad gefordert

Auf den Papierschiffchen der Protestierenden wurden etwa Wünsche nach einer fairen Bezahlung oder nach einer verlässlichen Vertretungsregelung aufgeschrieben, ebenso wie nach der Großtagespflege als Betreuungsangebot – und die Forderung nach neuen Bälle für das Bällebad. „Das bezieht sich darauf, dass die Pauschale für die Sachkosten zu niedrig ist“, sagt Brigitte Oberschelp. Die Tagesmutter aus Preetz ist die stellvertretende Vorsitzende des Landesverband Kindertagespflege Schleswig-Holstein, der die Aktion organisiert hat. „Mit den Papierschiffchen konnten sich nicht nur die Eltern beteiligen, sondern auch die Kinder.“ Sogar Bürgermeister hätten bei der Aktion mitgemacht.

Während Oberschelp mit anderen Vorstandsmitgliedern mit dem Sozialminister spricht, warten draußen rund 50 Menschen, halten neben den auf Seilen aufgefädelten Papierschiffchen auch ein Banner mit der Forderung nach der Überarbeitung des Gesetzesentwurfs in die Höhe. Zwischen den Erwachsenen laufen kleine Kinder herum, ausgestattet mit Pfeifen und Luftballons. „Ich befürchte finanzielle Einbußen durch die Reform“, sagt Khadija Ike. Die 46-Jährige ist seit über vier Jahren Tagesmutter in Kiel. Sie habe gerade neue Räume angemietet. „Ich habe Existenzangst.“

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Lesen Sie auch:"Ein wichtgier Etappensieg" - Ein Kommentar zur Kita-Reform

Heiner Garg: "So stelle ich mir Demokratie vor"

Im Anschluss an die kleine Gesprächsrunde tritt Garg nochmal vor die Tür seines Ministeriums: „Wir haben festgestellt, dass die Formulierung im Gesetzentwurf, so wie wir sie verstehen, draußen nicht ankommt.“ Nach Abschluss des Anhörungsverfahrens solle klargestellt werden, dass das Gesetz Mindeststandards festschreibt. „Überall dort, wo es bessere Bedingungen gibt, etwa in Kiel, sollen diese selbstverständlich weiterhin für die Tagespflege gelten.“ Die Aktion des Landesverbandes Kindertagespflege begrüßte der Minister: „So stelle ich mir Demokratie vor.“

„Wir hatten ein konstruktives Gespräch“, so Oberschelp. „Aber der Teufel steckt im Detail, alles konnten wir nicht ansprechen.“ Der Verband will als nächstes ausführlich schriftlich Stellung zum Gesetzesentwurf nehmen.

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