Keine Absauganlage

CDU wirft Kiel Blockade vor

Foto: So könnte die Luftreinhalteanlage aussehen: Die Absaugvorrichtung in der Fahrbahnmitte führt zum Filter (hinten), der sich hinter einer Mediawand verbirgt.

So könnte die Luftreinhalteanlage aussehen: Die Absaugvorrichtung in der Fahrbahnmitte führt zum Filter (hinten), der sich hinter einer Mediawand verbirgt.

Kiel. Auf dem Höhepunkt des Streits äußerte Rainer Tschorn (CDU) den Verdacht, „dass das Umweltministerium ein Fahrverbot will!“ Nur so sei zu erklären, dass ein möglicher technischer Beitrag zur Luftreinhaltung nicht mal geprüft werde. Das Umweltministerium wehre sich gegen technische Maßnahmen schon im Vorfeld. Der Grüne Arne Stenger wies den Verdacht zurück.

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Vorbild ist eine Anlage in Stuttgart

Es geht um eine Anlage, die dreckige Luft in Auspuffhöhe von der Straße saugt, filtert und über einen Schornstein weit oben wieder abgibt. Vorbild ist Stuttgart, wo eine ähnliche Anlage 2019 als Pilotprojekt am Neckartor installiert wird. Die CDU hat beantragt, extern prüfen zu lassen, ob eine solche Anlage auf dem Theodor-Heuss-Ring möglich und sinnvoll ist. Im Umweltausschuss ergänzte das Umweltschutzamt den Antrag um eine fünfseitige amtliche Stellungnahme. Danach würden Planungs- und Genehmigungsverfahren für so eine Anlage in Kiel bis zu fünf Jahre dauern. Sie komme deshalb als kurzfristige Maßnahme nicht in Betracht.

Unternehmer: "Aktive Blockade" des Ministeriums

Das empört Christoph Kronhagel. Der Architekt ist Geschäftsführer der Firma air2public, die Kiel die Filteranlage angeboten hat. Er moniert, das Umweltschutzamt gehe in seiner Stellungnahme vom schlimmsten anzunehmenden Fall aus, einem „Worst-Case-Szenario“. Ein langes Planfeststellungsverfahren sei für seine Anlage gar nicht zwingend, ein einfacheres und schnelleres Plangenehmigungsverfahren tue es auch. Das sei Ermessenssache des Umweltministeriums. Dem Haus von Minister Jan Philipp Albrecht (Grüne) warf Kronhagel eine „aktive Blockade“ technischer Maßnahmen zur Luftreinhaltung vor.

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Anlage sollte sich durch Werbung finanzieren

Nach Kronhagels Vorstellung soll die Stadt nur die Planungskosten für seine Anlage tragen. Die Anlage selbst will er über Werbung finanzieren: Der große Luftfilter soll von einer Mediawand ummantelt sein, auf der Reklame läuft.

Auch in der CDU-Landtagsfraktion wirft man OB Kämpfer eine Blockadehaltung vor. „Wir haben kein Verständnis dafür, dass die Stadt Kiel darauf verzichten will, technische Lösungen zur Reduzierung der Stickoxidbelastung in den Luftreinhalteplan einzubeziehen“, sagte Fraktionschef Tobias Koch. Die Einschätzung, wonach eine Absauganlage womöglich erst in fünf Jahren in Betrieb gehen könne, halte man für „nicht zutreffend“.

Die CDU will am heutigen Donnerstag „geeignetere Lösungen“ präsentieren, „die sogar in Schleswig-Holstein entwickelt wurden“. Nach Information unserer Zeitung handelt es sich dabei auch um eine Art Filteranlage, die Fachleute aus Trittau vorstellen wollen.

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