Newsletter „Kiel mittendrin“

Corona-Alarm: ein Kieler-Woche-Effekt?

Liebe Leserinnen und Leser,

noch werden an der einen oder anderen Stelle die letzten Spuren der Kieler Woche beseitigt. Auf dem Rathausplatz zum Beispiel wird heute noch fleißig abgebaut, der Internationale Markt, auf dem ich in der vergangenen Woche fast jede Mittagspause verbracht habe, ist am Abend fast komplett verschwunden. Die Kieler Woche ist Geschichte. Wie in ein paar Jahren über das Volksfest gesprochen wird? Schwer zu sagen. Das Fest selbst war, so viel lässt sich schon resümieren, ein Gewinn für die Stadt, „Balsam für die Seele“, wie mein Kollege Kristian Blasel in seinem Kommentar geschrieben hat. Doch welchen Preis hatte das Getümmel, die ausgelassene Stimmung? Schon jetzt wissen wir: Die Corona-Zahlen steigen rasant an, lagen am Dienstag doppelt so hoch wie vor der Kieler Woche. Ein Kieler-Woche-Effekt? War Kiel Ausrichter eines Superspreader-Events?

Gut möglich: Jedenfalls sendete die Stadt an diesem Mittwoch einen Alarmruf aller Kieler Kliniken, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und der Feuerwehr. Tenor: Die Lage ist ernst. Weil nämlich nicht nur die Zahl der Patienten, sondern auch die der erkrankten Mitarbeiter drastisch in die Höhe schnellt. Längere Wartezeiten in der Notaufnahme, Aufschieben planbarer Operationen und - im Fall von Lubinus - sogar die Schließung von zwei Stationen sind die Folge.

Der Notfall, der in der Nacht von Montag auf Dienstag im UKSH eingeliefert wurde, ist längst ein Fall für die Polizei. Und sorgt für Aufsehen in der Stadt: Ein 31-Jähriger ist im Stadtteil Gaarden durch mehrere Schüsse getötet worden, der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht. Die Polizei fahndet mit Foto und Namen nach dem Verdächtigen Fisnik Hoxha. In der Zwischenzeit hat ein Zeuge meinem Kollegen Florian Sötje Details zu der Tat erzählt. Er saß neben dem Getöteten, als Hoxha das Feuer eröffnete.

Und so leid es mir tut: Nach dem ganzen Frohsinn der vergangenen Woche bleibt mir an dieser Stelle nichts anderes übrig, noch eine dritte schlechte Nachricht mit Ihnen zu teilen: In der Stadt fehlen - und das schmerzt an solch warmen Tagen wie heute besonders - ausreichend Rettungsschwimmer. Die Stadt hat deshalb einen Aufruf nach Freiwilligen gestartet.

Personeller Notstand bei der Strandüberwachung: Mitarbeiter aus dem Hörnbad sind abgestellt worden, um die Wasserwacht während der Badesaison zu verstärken. Sascha Hoffmann (Leiter der Wachstation am Falckensteiner Strand) und Ben Torge Schroeder, Fachangestellter für Bäderbetriebe, gehen den Einsatzort ab.

Personeller Notstand bei der Strandüberwachung: Mitarbeiter aus dem Hörnbad sind abgestellt worden, um die Wasserwacht während der Badesaison zu verstärken. Sascha Hoffmann (Leiter der Wachstation am Falckensteiner Strand) und Ben Torge Schroeder, Fachangestellter für Bäderbetriebe, gehen den Einsatzort ab.

Sonst, so die Gefahr, müssen Badebereiche an den Stränden verkleinert werden. Das Hörnbad bleibt schon seit Sonnabend auf unbestimmte Zeit geschlossen. Das städtische Personal wurde an den Strand abgezogen. Mehr lesen Sie hier.

 

Bauprojekt der Woche

Wer gerade sein Eigenheim bauen will, merkt es: Die Darlehens-Zinsen steigen, die Baukosten bewegen sich auf einem Hoch und Handwerker sind ohnehin kaum zu kriegen. Die Ukraine-Krise wirft ihre Schatten bis nach Kiel: Nun haben die Kieler Baugenossenschaften mitgeteilt, dass sie alle Projekte, deren Bau noch nicht gestartet ist, vorläufig gestoppt werden. Zu teuer!

 

Gastro-Tipp der Woche

Lange blieb die Küche im ehemaligen Non Solo Pane kalt. Doch jetzt haben Erdita Cakaj und Saimir Culaj an der traditionsreichen Adresse auf der Holtenauer Straße das Pane Vino eröffnet. Das Paar will den Flaneuren in dem vollkommen neu gestalteten Lokal eine zeitgemäße italienische Küche bieten.

 

Zitat der Woche

„Wenn die für die Forschung ungeeigneten Tiere nicht mehr getötet werden dürften, wären die Tierhaltungen bei uns sehr schnell voll. Wir könnten keine neuen Tiere mehr aufnehmen. Das heißt, man könnte keine Experimente mehr machen.“

Dr. Felix Sommer, Forscher an der Christian-Albrechts-Universität, klärte im KN-Interview auf, warum knapp die Hälfte der Versuchstiere an der Uni getötet werden, ohne dass sie ein einziges Mal für einen Tierversuch verwendet wurden. Das betrifft mehr als 22.000 Tiere allein im vergangenen Jahr.

 

Meistgelesen in Kiel auf KN-online.de

Der an Corona erkrankte OB Ulf Kämpfer, ein Rätsel aufgebender grauer Riese und ein Feuerwerk mit Friedensbotschaft - das sind die drei bestgeklickten Texte der vergangenen sieben Tage auf KN-online.de.

Platz 1: Kiels Oberbürgermeister ist mitten in der Kieler Woche an Corona erkrankt und damit kein Einzelfall. Die gemeldeten Zahlen steigen überall in Schleswig-Holstein. Laut Infektiologe Prof. Helmut Fickenscher lässt sich ein möglicher Kieler-Woche-Effekt aber noch nicht aus den Inzidenzzahlen ablesen.

Platz 2: Die Kieler Woche ist nicht nur ein Treffpunkt für die schönsten und besten Segler der Welt. Zwischen all den weißen Dreiecken tauchen aber auch viele graue Schiffe mit zum Teil modernster Technik auf. Besonderes Aufsehen verursacht seit Anfang der Woche ein großes schwarzes U-Boot, das immer mal zu unterschiedlichen Zeiten rein- und rausfährt.

Platz 3: Die Kieler Woche 2022 endete am Sonntag um 23 Uhr mit einem Feuerwerk über der Kieler Förde. KN-online zeigt die Höhepunkte von Drohnenshow und Feuerwerk im Video.

 

Meine Kieler Lieblingsgeschichte

Ein Mann, der auf das traditionelle Handwerk setzt. Der Leder mag, weil es Geschichten erzählt. Und der aus einem kleinen Schuppen in Kiel-Elmschenhagen weltweit liefert. Wer Dennis Kieback und die Liebe zu seinen Produkten - nämlich Schuhe und Taschen aus Leder - kennenlernen möchte, sollte das ebenso liebevoll angefertigte Porträt meiner Kollegin Luise Leder lesen.

 

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Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend,

Dennis Betzholz, Stellvertretender Leiter der Kieler Lokalredaktion

 

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