Theodor-Heuss-Ring

Das müssen Sie über die Sperrung wissen

Der Theodor-Heuss-Ring aus der Luft.

Der Theodor-Heuss-Ring aus der Luft.

Kiel. Eine Klima-Demo findet am Freitagnachmittag unter dem Motto "Straßenparty statt Rush-Hour" in Kiel statt. 500 bis 1000 Teilnehmer werden erwartet. Die Polizei rechnet dabei mit Verkehrseinschränkungen. Für Kritik sorgte im Vorfeld, dass die Stadt den Demonstranten erlaubte, auch auf einem Teil des viel befahrenen Theodor-Heuss-Rings zu protestieren.

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Wann und wo wird demonstriert?

Die Demonstration startet um 14 Uhr auf dem Platz der Kieler Matrosen am Hauptbahnhof. Der Demo-Zug führt nach Angaben der Stadt über Sophienblatt und Alte Lübecker Chaussee zum Lübscher Baum. Dort soll es eine Zwischenkundgebung geben.

Gegen 15 Uhr geht es weiter über den Theodor-Heuss-Ring von Lübscher Baum bis Waldwiesenkreisel und von dort über Hamburger Chaussee, Königsweg und Hopfenstraße zurück zum Hauptbahnhof. Der Theodor-Heuss-Ring wird deshalb voraussichtlich gegen 15 Uhr in Fahrtrichtung Eckernförde (gen Westen) vorübergehend voll gesperrt, ebenso der Überflieger von der B404 zur B76. Die Polizei rechnet im Umkreis von mehreren Kilometern mit Verkehrsbehinderungen.

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Auch Beeinträchtigungen im Busverkehr werden ab 14 Uhr erwartet. Die KVG weist darauf hin, dass Ausweichstrecken für den Autoverkehrden öffentlichen Personennahverkehr in der gesamten Innenstadtbeeinträchtigen werden. Als Kernzeitraum nennt die KVG 14 bis 18 Uhr.

Warum wird demonstriert?

Die "Turboklimakampfgruppe Kiel" (TKKG) hat zu der Demonstration gegen den Autoverkehr aufgerufen. Im Aufruf, der von 20 Unterstützergruppen mitgetragen wird, heißt es: "Wir träumen von einem Kiel ohne Autos mit kurzen Wegen, breiten Fahrradspuren und gut ausgebautem, kostenlosem Öffentlichen Personennahverkehr, damit Mobilität auch nicht mehr vom Einkommen abhängig ist."

Das Motto lautet "Straßenparty statt Rush Hour". "Die winzigen Veränderungen der letzten Jahre reichen nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen", erklärte Julia Schröder von TKKG. Wegen zu hoher Stickoxidwerte droht am Theodor-Heuss-Ring ein Fahrverbot für alte Dieselautos. Aufgerufen zur Demo hat auch der Verkehrsclub Deutschland.

Die Veranstalter kritisierten, dass die Verkehrswende in Kiel und großen Teilen Deutschlands nur schleppend vorangehe. Sie fordern einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Umwandlung zweispuriger Straßen zu Straßen mit einer Spur nur für den Fahrradverkehr, Tempo 30 innerorts und den Rückbau von Straßen zu verkehrsberuhigten Bereichen und Flaniermeilen.

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Kritik an der Demo

Die geplante Klima-Blockade einer Kieler Hauptverkehrsachse hat einen heftigen Streit ausgelöst. Der ADAC warf der Stadt vor, mit der Genehmigung der Freitags-Demonstration auf dem Theodor-Heuss-Ring eine der meist befahrenen Straßen im Land "dicht zu machen". "Die Entscheidung der Stadt ist nicht nachvollziehbar", sagte ADAC-Sprecher Ulf Evert. "Die Klima-Aktivisten können auch da demonstrieren, wo der fließende Verkehr nicht behindert wird." Kiels Ordnungsdezernent Christian Zierau verwies dagegen auf die im Grundgesetz verankerte Versammlungsfreiheit.

Auch der SSW-Umweltpolitiker Flemming Meyer hat die Genehmigung einer Demonstration auf dem viel befahrenen Kieler Theodor-Heuss-Ring kritisiert. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hält hingegen die Blockade der Bundesstraße 76 (Richtung Eckernförde) für angemessen. "Die Aktion kann darauf aufmerksam machen, dass die Schadstoff-Grenzwerte auf dem Theodor-Heuss-Ring überschritten werden und eine Absauganlage keine Lösung ist", sagte Geschäftsführer Carsten Massau. "Die Blockade muss aber eine einmalige Aktion sein."

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