Bienen gestohlen

Das Volk ist weg

Foto: Walter Ketelsen ist auf dem Urnenfriedhof am Eichhof ein Bienenvolk gestohlen worden.

Walter Ketelsen ist auf dem Urnenfriedhof am Eichhof ein Bienenvolk gestohlen worden.

Kiel/Kronshagen. Der Diebstahl von Bienenstöcken mit ganzen Völkern darin ist gar nicht so selten, und für Ketelsen vor allem ein emotionaler Verlust.

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„Ich bin fast jeden Tag hier“, sagt der Kieler am Eingang des Friedhofes. „Man sorgt sich, man kümmert sich. Und dann kommt irgend so ein Typ daher...“ In der Nacht zum 16.März ist ein Volk gestohlen worden. Bienenstöcke erfordern viel Pflege, das Installieren und Reinigen der Mäusegitter, das Abwehren von Milben – der vergebliche Aufwand wiegt viel schwerer als der finanzielle Verlust. „Ich mache das nicht, um Geld zu verdienen.“ Ein Bienenvolk kostet etwa 250 bis 270 Euro. „Natürlich ist gerade kein Honig drin“, sagt der Imker, „dann wäre der Schaden noch größer gewesen.“

Bienenvolkdiebstahl ist tatsächlich ein Problem, bestätigt auch die Imkerversicherung Gaede und Glauerdt aus Hamburg. „Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr. Bienenvölker werden aber generell schon seit Jahrzehnten gestohlen, am meisten im Frühjahr“, sagt Claudia Leiß. „Eine generell steigende Tendenz kann ich aber nicht feststellen.“

Die Frage, wer so etwas macht, ist auch von Experten nur schwer zu beantworten. Unter Imkern hält sich hartnäckig das Gerücht, dass es andere Imker sein müssen, denen im Winter eigene Völker gestorben sind. „Nicht belegbar“, sagt Leiß: „Es gibt eine Aufklärungsquote von nicht einmal einem Prozent. Deswegen lässt sich das nicht beweisen.“ Auch die Zeugen- und Spurensuche ist nicht immer leicht. Schließlich stehen Bienenstöcke meist unbewacht in der Natur, zumindest aber im Freien.

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Ketelsen hat Anzeige erstattet, doch große Hoffnung hat der Imker nicht. Es gebe zwar einbaubare GPS-Sender, doch er hatte darauf verzichtet. Schließlich wüssten Fachleute auch, wie diese ausgebaut werden. Ketelsen hofft auf Zeugen, die den Abtransport beobachtet haben könnten. Denn der Bienenstock dürfte immerhin um die 30 Kilogramm schwer sein, kein leichtes Unterfangen. „Die Bienen sind eigentlich so gezüchtet, dass sie nicht stechen“, sagt der Imker. Doch dem Täter wünscht er, dass sie zumindest in der Nacht auf den 16. März eine Ausnahme gemacht haben.

Haben Sie etwas Verdächtiges auf dem Friedhof Eichhof beobachtet? Dann können Sie sich bei der Polizei Kiel melden unter Tel. 0431/160 3333.

Von Niklas Wiczorek

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