Deutsch-dänisches Projekt

Digitale Rechtsfragen im Fokus

Foto: Kooperationsprojekt: Studenten von der Aarhus Universität und der Christian-Albrechts-Universität, gemeinsam mit ihrem Lehrpersonal in Kiel.

Kooperationsprojekt: Studenten von der Aarhus Universität und der Christian-Albrechts-Universität, gemeinsam mit ihrem Lehrpersonal in Kiel.

Kiel. Es ist ein Kooperationsprojekt zwischen den beiden Universitäten: Die Studenten bearbeiten im Rahmen eines Seminars eine Woche lang gemeinsam unterschiedliche juristische Fragen. Wer haftet, wenn ein selbstfahrendes Auto einen Unfall baut? Können Nutzer von Software-Herstellern Updates einfordern? „Ich finde es wichtig, dass unsere Studenten eine andere Kultur kennenlernen. Auch auf juristischer Ebene: Wir stehen vor denselben Problemen, lösen sie aber unterschiedlich“, sagt Morten Fogt, Leiter des juristischen Departments der Universität Aarhus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Erst per E-Mail, dann persönlich

Die Themen wurden zwei Wochen zuvor an die Teams, meist bestehend aus einem deutschen und einem dänischen Studenten, vergeben, die sich danach per E-Mail austauschten. „Es geht um rechtliche Fragen auf dem digitalen Markt, die die Nutzer betreffen“, sagt Florian Jotzo, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der CAU. In Kiel trafen sich die Studenten dann das erste Mal von Angesicht zu Angesicht. Heute soll es weiter nach Dänemark gehen, am Ende steht eine Präsentation an. Die Idee für den Austausch sei schon alt, konnte aber erst jetzt umgesetzt werden. Auch dank Wolfgang Schmidt von der Stadt Kiel, der den Austausch schließlich initiierte. „Ich möchte, dass die Menschen aus Kiel und aus Aarhus zusammenkommen.“

Was passiert mit Accounts nach dem Tod?

Keine Verständigungsprobleme hatte die 20-jährige Pia Clemmesen aus Kiel mit ihrem Partner Joachim Mortensen (25) aus Aarhus: Die Studentin spricht fließend Dänisch. Die beiden beschäftigten sich mit der Frage, was mit den Social-Media-Accounts eines Gestorbenen passiert und stießen auf unterschiedliche Rechtssprechungen in beiden Ländern. „Ich finde es gut, ein anderes Land aus jurisitischer Perspektive besser kennenzulernen. Aber auch das deutsche Unisystem finde ich spannend, in Dänemark wird einem vieles auf dem Silbertablett serviert.“, sagt Mortensen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Wenn Kühlschränke Verträge schließen

Neben Fragestellungen, die Social-Media und autonomes Fahren betrafen, setzten die Dozenten bei den Themen vor allem auch einen Schwerpunkt bei Smart-Device-Geräten: Das sind eigenständige „intelligente“ Geräte, die mit dem Internet vernetzt sind – wie beispielsweise Kühlschränke, die ihre Temperatur selbst regulieren. Ein Thema trägt beispielsweise den Titel: „Entschuldigung, ich habe die Milch nicht bestellt. Das war mein Kühlschrank!“ Janos Behrmann (21) aus Kiel und Laura Borum (22) aus Aarhus untersuchten, welche Verträge man mit Smart Devices abschließt. „Wir haben gut zusammengearbeitet, uns direkt verstanden“, sagt Behrmann. Eine besondere Schwierigkeit bestand laut den Studenten darin, die nationalen Gesetze und zusätzlich das EU-Recht miteinzubeziehen.

Mehr aus Kiel

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen