"Gorch Fock"

Eltern von Jenny Böken kommen nach Kiel

Foto: Die Offizieranwärterin Jenny Böken am 15. August 2008 auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“.  Foto: Uwe Böken/dpa

Die Offizieranwärterin Jenny Böken am 15. August 2008 auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“.  Foto: Uwe Böken/dpa

Kiel. Die Eltern der im September 2008 aus ungeklärten Gründen von Bord des Segelschulschiffes "Gorch Fock" in die Nordsee gestürzten Offizieranwärterin Jenny Böken geben nicht auf. Am Dienstag will Vater Uwe Böken mit einem Bollerwagen die 14 Aktenordner mit Unterschriften und Kommentaren vor das Justizministerium in Kiel ziehen.

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Hoffnung auf Sinneswandel der Justizministerin

In einem nicht öffentlichen Gespräch übergibt er danach die so genannte "Change.org-Petition" an die Justizministerin  Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Sie hatte im Vorwege ausdrücklich auf ein Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit bestanden. Die Bökens kommen auch ohne ihren Anwalt Rainer Dietz an die Förde.

Dafür hat Vater Uwe Böken eine klare Erwartungshaltung. "Ich erhoffe mir einen Sinneswandel bei der Justizministerin. Mit diesem Ziel gehe ich in das Gespräch. Meine Change.org-Petition zeigt, dass die Politik nicht länger den Daumen auf den Akten halten darf", so teilt er vorab mit.

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Zeuge meldete sich im September

Im September hatte sich ein Zeuge an die von den Eltern betriebene Stiftung gewendet. Es ist ein junger Mann, der im August 2008 ebenfalls Bundeswehrsoldat war und mit Jenny kurz vor der tragischen Seefahrt in Düsseldorf eine Beziehung hatte. Der Zeuge war aber nicht auf der "Gorch Fock".

Er habe aber kurz nach Jennys Tod Besuch durch Angehörige der Bundeswehr bekommen, die ihn zu Jenny befragt und dabei dubiose Anspielungen gemacht hätten. Dabei soll auch das Wort Mord gefallen sein.

Eltern fordern weiter Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft

Die Eltern verknüpfen an diese Aussage jetzt große Hoffnungen. "Die neue Aussage verlangt unseres Erachtens nach einer Neuaufnahme von unbefangenen Ermittlungen durch eine Staatsanwaltschaft, die nicht in Kiel und - besser noch - nicht in Schleswig-Holstein angesiedelt ist”, so Uwe Böken.

Zuvor waren die Eltern mit ihren Versuchen der Klageerzwingung bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften im Land und schließlich sogar 2014 beim Bundesverfassungsgericht gescheitert. Mit der Petition soll jetzt Druck auf die Justizministerin in Kiel sowie auf Bundesjustizministern Katarina Barley (SPD) erhöht werden, die Justiz zu einem Verfahren zu bewegen.

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