Petruskirche Kiel

Emotionaler Abend für "Sternenkinder"

Foto: Sie organisieren das Konzert für die "Sternenkinder" in der Petrus-Kirche: Tanja von Rohden, Sergey Rotach, Viola Schnittger (von links).

Sie organisieren das Konzert für die "Sternenkinder" in der Petrus-Kirche: Tanja von Rohden, Sergey Rotach, Viola Schnittger (von links).

Kiel. Auch der Gründer von „Dein Sternenkind“, Kai Gebel, wird aus Hessen anreisen und von seiner Initiative berichten. Organisiert wird der Abend von der Kieler Fotografin Tanja von Rohden. Sie rechnen mit rund 500 bis 600 Besuchern.

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Seit 2013 fotografiert Tanja von Rohden (46) ehrenamtlich „Sternenkinder“. Eine schwere Aufgabe. Denn sie kommt in Momenten, in denen Eltern tiefste Trauer empfinden. Bevor sie sich als Fotografin für die Organisation anmeldete, hielt sie selbst ihre acht Monate alte Nichte in den Armen, die am plötzlichen Kindstod gestorben war. „Wenn ich das schaffe“, dachte sie sich damals, „kann ich auch fremde Kinder, die zu früh gehen mussten, fotografieren.“

Die Fotos sind wunderschön und ästhetisch

Über 50-mal wurde die Bankkauffrau, die seit April 2018 hauptberuflich als Fotografin arbeitet, mit ihrer Kamera bereits in Krankenhäuser gerufen. Auch während des Interviews kommt ein Alarm. Tanja von Rohden schaut auf ihr Handy. „So werden wir angefordert“, sagt sie. „Dann koordinieren wir Fotografen uns und entscheiden, wer den Einsatz übernimmt.“ Sie hat gleich Zeit und ruft kurz im Krankenhaus an. In einer Stunde wird sie bei den jungen Eltern sein, die gerade ihr Kind verloren haben. „Jede Familie hat ihr eigenes Schicksal“, sagt sie nachdenklich. „Niemand steckt das so einfach weg.“

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Obwohl ihre Fotos ein verstorbenes Kind zeigen, sind sie wunderschön und ästhetisch. Sie fotografiert die Babys mit viel Liebe – auch die kleinen Hände und Füße. „Die Eltern sollen sich auch in vielen Jahren noch an die kleinsten Details erinnern können. Auch wenn die Kinder oft noch sehr winzig sind – die Besonderheiten werden für immer festgehalten. Und für viele Eltern ist es so wichtig: Die Bilder sind ein Beweis, dass das Kind da war“, sagt sie. „Sie zeigen, dass diese Eltern Mama und Papa sind. Nur nicht mit einem Kind an der Hand, sondern mit einem Kind im Himmel.“

Benefizkonzert will ein Tabu-Thema aufbrechen

Auf die Idee, ein Benefizkonzert zu Ehren der „Sternenkinder“ zu geben, kamen Tanja von Rohden und ihre Freundin Viola Schnittger (44) vor einem Dreivierteljahr. Die Sängerin und Schauspielerin, die selbst betroffen ist, tritt an dem Abend zusammen mit Opernsänger und Pianist Sergey Rotach (47) auf. Die beiden haben schon mehrere Benefizkonzerte gegeben: im Hospiz, zugunsten der Flüchtlinge in Altenholz und für indische Straßenkinder in der Kieler Nikolaikirche. „Ich freue mich, wenn wir mit unserer Musik etwas bewegen können, ein Tabu-Thema aufbrechen und die Zuschauer berühren können. Musik ist eine Sprache, die alle verstehen, und natürlich hoffen wir auf viele Spendengelder für die engagierten Fotografen“, sagt Viola Schnittger.

Während des Benefizkonzerts werden auf einer großen Leinwand Fotos zu Ehren der verstorbenen Kinder gezeigt. „Sie haben nichts mit Schrecken zu tun“, sagt Viola Schnittger, „sondern mit Frieden.“ Auch die Lieder sind mit Bedacht gewählt. So stehen unter anderem bekannte Titel wie „Ave Maria“, „Hallelujah“ oder „My Way“ auf dem Programm. Aber auch neue Titel wie „Ich lasse los“, das russische Lied „Leuchte mein Stern“ oder „Sternenträumer“, in dem eine Textzeile lautet: „Für mich bist Du lebendig, wo immer Du auch bist“. Der Eintritt ist frei.

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