Hooligan vor Gericht

Faustschlag im Regionalexpress

Foto: Das Verfahren gegen den polizeibekannten Hooligan wurde gegen eine Zahlungsauflage eingestellt.

Das Verfahren gegen den polizeibekannten Hooligan wurde gegen eine Zahlungsauflage eingestellt.

Kiel. Am Mittwoch musste sich der 23-jährige Kieler wegen Körperverletzung vor dem Kieler Amtsgericht verantworten. Das Ergebnis vorweg: Das Verfahren gegen den polizeibekannten Hooligan wurde gegen eine Zahlungsauflage eingestellt. Dennis F. muss 180 Euro an die Initiative „Sport gegen Gewalt“ des Landessportverbands zahlen. Überweist er die sechs Monatsraten à 30 Euro nicht, „sehen wir uns hier wieder“, kündigte die Richterin an.

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Möglich wurde die für F. glimpfliche Lösung, weil der damals verletzte Fahrgast aus Rheinland-Pfalz nicht als Zeuge angereist war. Der 37-Jährige hatte die Ladung bereits im Dezember erhalten und fehlte gestern unentschuldigt. Fünf weitere Zeugen, darunter Fahrgäste der Regionalbahn, eine Ärztin und ein Polizeibeamter, wurden ohne Vernehmung wieder nach Hause geschickt.

Schlag gegen das Kinn

Laut Anklage hatte der Geschädigte während der Einfahrt des Zuges gegen 23.30 Uhr im voll besetzten Abteil einfach nur seinen Rucksack aufgesetzt. Dennis F. soll sich durch die Bewegung gestört gefühlt und dem Zeugen die Faust gegen das Kinn geschlagen haben. Das Opfer erlitt eine Platzwunde, die ärztlich versorgt und genäht werden musste.

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„Keine Äußerung zur Sache“, teilte der Verteidiger gestern zum Prozessauftakt mit und deutete an, der Fall könnte „auf eine Notwehrsituation hinauslaufen“. Der Staatsanwalt lehnte die Einstellung des Verfahrens zunächst ab, verwies auf Vorerkenntnisse und den nicht akzeptablen Übergriff im öffentlichen Raum: „Einfach nur Zug fahren und einen auf die Omme kriegen“ – so gehe das nicht.

Die letzte Verurteilung von Dennis F. liegt über ein Jahr zurück: Wegen Körperverletzung in zwei Fällen musste er 90 Tagessätze Geldstrafe zahlen. „Tatzeit war Dezember 2015“, stellte die Richterin fest, seitdem sei nichts mehr bekannt. Laut Staatsanwalt wurde Dennis F. erst kürzlich vom Amtsgericht wegen Beleidigung von Polizeibeamten und Widerstands verwarnt. Eine Geldstrafe in Höhe von 600 Euro sei auf Bewährung ausgesetzt worden.

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