Führerscheinstelle

Frust und Chaos wegen "Personalmangel"

Foto: Nur ein paar Minuten Zeit haben Besucher der Führerscheinstelle in der Saarbrückenstraße, um eine Wartenummer zu ziehen. Zu Beginn der regulären Öffnungszeit um 7.30 Uhr sind alle Nummern längst vergeben.

Nur ein paar Minuten Zeit haben Besucher der Führerscheinstelle in der Saarbrückenstraße, um eine Wartenummer zu ziehen. Zu Beginn der regulären Öffnungszeit um 7.30 Uhr sind alle Nummern längst vergeben.

Kiel. Dieses „große Los“ aus dem Automaten begehrten alle, die am Dienstag um 7 Uhr vor dem Eingang des Amtes in der Saarbrückenstraße ausharrten. Die Ersten der etwa 80 Köpfe starken Gruppe warteten schon seit mehr als einer Stunde auf Einlass.

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Um 7.12 Uhr öffnete sich die Tür, die Karawane zwängte sich durchs Treppenhaus nach oben. Einer nach dem anderen zog eine Wartenummer aus dem Automaten.

Längst nicht alle bekommen eine Wartenummer

Aber nur etwa 50 ergatterten bei der „Ziehung des Tages“ eine Nummer, der Rest ging leer aus. Genauso wie alle anderen, die in den nächsten Stunden innerhalb der regulären Öffnungszeiten des Amtes noch kamen. Fassungslosigkeit machte sich breit im nüchternen Warteraum. Auch Wut.

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Zum Beispiel bei der Kinderärztin am Uniklinikum, die dringend einen internationalen Führerschein braucht, wenn sie in ein paar Wochen zu einem Hilfseinsatz in Sri Lanka, Indien und Vietnam aufbricht: „Ein Visum kann ich problemlos online beantragen, einen Führerschein nicht“, schimpft Sabrina Stadelmann. Das gibt’s doch gar nicht.“

Auch KVG-Fahrer Manfred Wippich schüttelte den Kopf. Er kam, um seinen Busführerschein zu verlängern. „Wenn ich das nicht bald schaffe, darf ich nicht mehr Busfahren und kriege wohl die Kündigung.“ Vier Antrags-Versuche hatte Wippich hinter sich. Alle umsonst.

Einarbeitung neuer Mitarbeiter "dauert ihre Zeit"

Der zuständige Abteilungsleiter Dirk Dohrmann kann den seit Wochen währenden Ärger in der Führerscheinstelle zwar gut nachvollziehen, ihn schnell abstellen offenbar nicht. „Das wird noch dauern.“ Wie lange, wusste er nicht.

Zumindest die Ursachen sind klar: Zwei Mitarbeiter der Abteilung (insgesamt 4,5 Stellen) wechselten den Job, zwei neue sind zwar da. Aber die müssten erst eingearbeitet werden: „Aber auch das dauert seine Zeit“, betonte Dohrmann.

Abteilungsleiter verweist auf Fürsorgepflicht

Wie viele Anträge die Kollegen bearbeiten könnten, werde „tagesaktuell“ entschieden. „Wenn Fahrschulen gleich 15 Führerschein-Anträge mitbringen, wird’s natürlich eng“, erklärte Dohrmann und verwies auf seine Fürsorgepflicht gegenüber Kollegen. „Die werden mir noch krank oder kündigen sogar bei einer Überlastung. Dann würde ja alles nur noch schlimmer.“

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